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Charun – Stige

Stige(ch) „Charun“ sind aus Cagliari und wurden im Jahr 2012 als Seitenprojekt von Nicola Olla gegründet. Er schwingt seine Gitarre noch bei „Curse This Ocean“. Das neue „Charun“ Album „Stige“ folgt der EP „De Ortu Solis“ aus dem Jahr 2013. Die musikalischen Einflüsse sind, nach eigenen Aussagen, This Will Destroy You und, Godspeed Your Black Empereor.
„Stige“ ist voll mit stimmungsvollen Melodien und ein schöner Opener für das Jahr 2016! Mit Schönheit sind diese genreübergreifenden Experimente zusammengesetzt und machen den Charme der Songs aus: ruhig, melancholisch, mal beissend-zerrend, erdig mit verträumten, etherealen Glitterwolken.
Der Soundtrack zu den ersten Sonnenstrahlen am Morgen, die den Rauhreif auf wildblumigen Frühjahrs-Wiesen wegküssen.
Die Stücke sind überwiegend postrock-typisch instrumental, das brennt dann schon mal ordentlich in den Ohren, denn ein gewisser Hang zum Metallischen lässt sich wahrlich nicht verbergen.
Dabei lassen es „Charun“ im Opener „Clinamen“ noch vergleichsweise konventionell angehen. Eine verhallte Gitarrenfigur irrlichtert da über einen nebligen Klangteppich, findet zusehends Kraft durch die Unterstützung der Rhythmussektion und erlebt nach gut zwei Minuten einen Ausbruch aus dem Postrock-Lehrbuch. Der allerdings schon wenig später unvermutet in sich zusammenfällt und dem Stück all den Platz gibt, den es zu seiner Entfaltung bis zum ohrenbetäubend lautem Finale in mehreren Akten braucht. Fast ist man geneigt, erst mal durchschnaufen zu wollen, wäre da nicht die latente Gefahr, etwas zu verpassen.
Das zwischenzeitlich nahe an einer versöhnlichen Melodie vorbeischrammende „De Brevitate Vitae“ etwa, das sich dankenswerterweise die dringend benötigte Zeit nimmt, um die Wogen ein wenig zu glätten und fast gänzlich auf fiese Attacken verzichtet. Die Gitarrenlassos stimmen fett ein in „Divina Voluptas“, eine minutenlang intensiv werdende Eleganz, um das anmutige Schauspiel mit einer Doom-Metal-Grätsche gleichsam eindrucksvoll zu beenden.
Die faszinierende Klanglandschaft „De Tranquillitate Animi“ entführt in eine andere Welt, frei von jeglicher Hektik und Stress.
Genießen, wie das Stück mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen betörender Eleganz und schwindelerregender Furore changiert. Ein anmutiges Schauspiel, das auf leisen Sohlen daher schleicht.
Mit dem abschliessenden „Intermundiae“ präsentiert sich die Band im atmosphärischen Sound.
Der Rausschmeisser ist ein rauschhafter Track mit Tiefgang, flammt auf und ebbt ab. All diese Musikwelten nebeneinander stellen ein Gemisch dar, das sich dem geneigten Zuhörer sehr gut erschliesst. Wer auf Postrock-Soundfahrten steht, der ist mit „Stige“ bestens bedient…… (Charly)

Das Album erschien am 1. Januar 2016 via As Above So Below Records als Stream und CD.

Line-up:

Nicola Olla – Guitar,
Valerio Marras – Guitar
Simone Lo Nardo – Bass
Daniele Moi – Drums

Band

 

 

 

 

Tracklist:

01 – Clinamen (5:29)
02 – De Brevitate Vitae (8:14)
03 – Divina Voluptas (6:03)
04 – De Tranquillitate Animi [5:51)
05 – Intermundiae (7:13)

http://charun.bandcamp.com/

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