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Festivalbericht Krach am Bach in Beelen am 05./06./08.2016

KaB Banner(ol) Die 23. Ausgabe des Münsterländer KRACH AM BACH Festivals wurde uns am ersten Augustwochenende präsentiert. Nach pünktlicher Anreise und nettem Empfang durch die lokale Crew ging es auf der Hauptbühne direkt mit dem 2013 in Berlin gegründeten Stoner Trio SAMAVAYO in die Vollen. Die Rhythmus Gruppe, bestehend aus den Brüdern Andreas und Stephan Volland, bot den perfekten Background für den authentischen Heavy Rock mit Anklängen an Klassiker wie Kyuss, QOTSTA oder Monster Magnet. Einen stimmungsvollen orientalischen Einfluss brachte ein von Sänger Berangh Alavi in seiner Landessprache Iranisch gesungenes Stück. Ein Einstieg ganz nach dem Geschmack der schon zahlreich vor der Bühne feiernden Rock’nRoller.
Ein großer Vorteil ist, das es wie beim belgischen SJOCK , keine Umbaupausen gibt. Das heißt: wird auf der Hauptbühne gewerkelt, scharrt auf der kleineren „Waltzing Wannerup „ genannten Stage die nächste Band schon mit den Hufen, umgekehrt dann ebenso. Für ungeduldige Party Animals also genau die richtige Organisation.
Auf der kleinen Bühne dann direkt eine echte Überraschung,  STONERHEAD aus dem Münsterland, bestehend aus dem Geschwisterpaar Anna und Philip Blavius und Schlagzeuger Sebastian. Sie brachten einen wuchtigen Sound auf die Bühne, der jedes Power Trio aus den USA in den Schatten stellte. Hinzu kam,  das Anna ihren Gig hochschwanger im Sitzen absolvierte und nur zu ihren enthusiastischen Gesangseinlagen, die mich auf das herzallerliebste an den Gesang von DEAD MOONS Toddy Cole erinnerten, kurz aufstand. Dieses Kind wird in jedem Fall mit einem großartigen Rhytmusgefühl gesegnet sein.
Auf der Hauptbühne standen WUCAN bereit, die ich nun zum vierten Mal erleben durfte. Die Band wird einfach immer besser und Francis Tobolsky ist eine unglaublich mitreißende Frontfrau, die aus jedem Gig eine Party macht. WUCAN sind und bleiben für mich die Band, die den echten Krautrockspirit in die Neuzeit gerettet hat.
Als nächstes dann MARS RED SKY, die auf der diesjährigen UP IN SMOKE Tour die Band des Abends waren. Inzwischen schaffen die drei Franzosen die ätherische Stimme ihres Frontmannes mit so viel doomiger Härte zu verbinden, das epische, musikalische Kathedralen entstehen, die das Publikum auf einen echten Trip zum Mars oder sonst wo hin mitnehmen.
MOTHERS CAKE vertrieben die Zeit bis zum nächsten Höhepunkt mit ihrem breakbetonten Progressivrock mit funky Einflüssen und Jam Rock Passagen auf das Feinste.
Über GREENLEAF braucht man nicht mehr viele Worte zu verlieren. Seit Ausnahmesänger und Soulman ARVID JOHNSON auf seine unnachahmliche Weise die Bühne dominiert, sind die Jungs einfach eine Macht. Eine unglaubliche Stimme und Bühnenpräsenz, Melodien, die sich wie kleine schwedische Trolle in den Gehörgängen festsetzten und der hyperaktive DOZER Gitarren Held Tommi Holappa machen jeden GREENLEAF Gig zur großen Feier von Melodie und Härte. A Million Fireflys.
ELECTRIC MOON verbinden das Publikum dann zum Schluss noch gekonnt mit dem Kosmos und verbreiten schon mal Vorfreude auf ihren nächsten Gig im PLANETARIUM Bochum.

Am zweiten Tag war dann früh in die Puschen kommen angesagt, um die schwedischen Frohnaturen von DEAD LORD auch in voller Pracht erleben zu können. Hakim Grim und seine Mitstreiter brannten dann am frühen Mittag ein Twin Guitar und Rock Hymnen Feuerwerk ab, das dem Tag schon mal genau die richtige Richtung gab. Zwei Wochen zuvor hatten die vier Nordmänner schon das kleine Vortex bei 30 Grad Außentemperatur in eine NWOBH Sauna mit Hopfen Aufgüssen verwandelt. Der frühmorgendliche Auftritt beim KRACH AM BACH stand dem in nichts nach. Im Oktober kommen die Jungs mit NIGHTVIPER auf Club Tour, ich bin wieder dabei.
METZER 58 waren von meinem Mitfahrer Olaf aus Erfahrung vom letzten Jahr schon auf das höchste angepriesen worden. Inklusiver Schnapspunk mit Pogo Runde und in ein Megaphon gebellte Parolen sorgten vor der kleinen Bühne für ausgelassene Partystimmung.
Von TOWN OF SAINTS konnte ich noch die letzte Hälfte mitverfolgen, ihr fröhlicher Folk Punk erinnerte mich stellenweise an NEW MODEL ARMY und schien vor der kleinen Bühne auch einige Besucher zu begeistern.
Mein nächster Höhepunkt waren dann GLOWSUN, die beim letzten Desertfest in Antwerpen schon gewaltig abräumen konnten. Die drei Franzosen schichten hochkonzentriert und mit unglaublicher Intensität monumentale Soundwälle und Riffgewitter übereinander. GLOWSUN sind eine der wenigen Instrumental Bands, die tatsächlich über eine komplette Konzertlänge dermaßen fesseln, das sich beim geneigten Zuhörer Raum und Zeitgefühl mal kurz verabschieden, toller Gig.
Die nächste Band auf der kleinen Bühne ist ein echter Geheimtipp für open minded Spacerocker, die auch eine ordentliche Portion 70is Jazz Rock nicht verschmähen. CARPET aus Augsburg konnten schon auf dem ALTERNA Festival mit ihrer Mischung aus progressivem Rock, Fusion Jazz und einer Prise STEELY DAN rundherum überzeugen. In der Festivalatmosphäre blühten die Vollblutmusiker noch mehr auf und ließen Erinnerungen an Größen wie das MAHAVISHNU ORCHESTRA, BRAND X und KING CRIMSON wach werden . Eine solche Mischung bekommt man heutzutage viel zu selten live zu sehen.
THE GRAND ASTORIA aus Sankt Petersburg groovten sich dann durch ein abwechslungsreiches Set und waren die richtige Band zur richtigen Zeit. Percussion in der Front, MC 5 Shirt am Körper.“Let’s Start a Revolution“ . Tolle Entdeckung.
Die netten holländischen Nachbarn von WILHELMFREDDIE machten auf der kleinen Bühne noch mal ein ganz anderes Fass auf. Die Beschreibung aus dem „FLIESENWIESENPLANER“ genannten Festival Guide „Musst du Live gesehen haben“ sagt tatsächlich alles. Ein Frontmann mit den Preacher Qualitäten eines JELLO BIAFRA, ein glatzköpfiger Saxophonist, der wenn er nicht sein Instrument bearbeitet, in sein kleines Saxophon Abnahmemikro shoutet und ein Keyboarder, der auf einem Spermüllsessel sitzend, die Tasten seiner Orgel mit Händen, Füßen oder gleich mit dem ganzen Körper spielt. Das Ganze mit einem Sound, in dem Punk , Rock, Madness und alles was sonst noch liegen geblieben ist zu einem feurigen Eintopf verrührt wird.
THEM MOOSE RUSH ebneten dann zu guter Letzt den Weg zu den Psychedelic Legenden von COLOUR HAZE, die das Festival zu einem kosmischen Abschluss brachten.
Außer tollen Bands gab es noch sehr gutes Essen zum kleinen Preis, auch die lokale Brauerei konnte günstig unterstützt werden. Die Überschüsse des Festivals kommen mehreren sozialen Zwecken zugute ( im letzten Jahr 8100 €), das heißt: Feiern für einen guten Zweck ! Eine Security, die auch im dicksten Trubel immer freundlich und zuvorkommend blieb, machte die Anwesenheit auf Camping- und Festivalgelände zu einer runden Angelegenheit.
Grüße an die Promo Helden von PINK TANK Records aus dem hohen Norden, mit denen wir eine angenehme Zeit verbringen durften und die nette Kamerafrau von STORMBRINGER.at.
Im nächsten Jahr sind wir gerne wieder beim Krach im Zweistromland dabei….(Olli)

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