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Aynsley Lister – Eyes Wide Open

aynsley-lister-eyes-wide-open-cover(js) Leicester, Leicester, Leicester – da war doch was!? Na klar, der britische Premier League Sensationsmeister 2015/16 stammt daher. Sensation, Wunder – da lässt sich doch prima eine Brücke schlagen. Galt der mittlerweile 39-jährige Lister doch auch als britisches Gitarrenwunderkind, welches 20-jährig schon den ersten Longplayer auf den Markt warf. Damals noch samt selbst gegründeter Band, ab 1999 dann als Solokünstler unter eigener Flagge. Was 2014 darin gipfelte, bei den „British Blues Awards“ kräftig abzuräumen. Nominiert in fünf Kategorien, gewann er die Preise für „Best Songwriter“ und „Best Song“.
Seit 2013, seinem Album „Home“, veröffentlicht er seine Musik mittlerweile auf seinem eigenen Label namens „Straight Talkin‘ Records“. Natürlich auch sein neuestes Werk „Eyes Wide Open“. Und ja, die Augen hat der Brite offen gehalten. Hat sich stets weiterentwickelt und ist im Zuge dessen zu einem höchst professionellen Musiker gereift, der mittlerweile weltweit auf Blues-Festivals als Headliner auftritt. Das neue Album ist selbstredend eigenständig produziert, bis auf den Tommy Castro Coversong „ Right As Rain“ selbst komponiert wie getextet und auch für alle Vocals trägt er Verantwortung.
Der Fokus liegt dabei wenig überraschend vor Allem auf Listers einzigartigem elektronischen Gitarrenspiel. Wobei dieses sich heuer auch dadurch auszeichnet, dass er in jedem einzelnen Lied weiß, auch mal rechtzeitig loszulassen. Es gibt kein unnötiges Gefrickel, keine selbstverliebten Instrumentalphasen, die mitunter Langeweile erzeugen könnten. Er lebt den Blues Rock und ist ihm in seinen vielen Facetten vielleicht noch nie derart nah gekommen wie auf dem neuen Output.
Die ersten beiden Tracks „All Of Your Love“ und „Everything I Have To Give“ sind zweifelsohne Arena tauglich aufgenommen, um künftig auch Gigs zu eröffnen. Das anschließende „Il Grande Mafioso“ ist für mich dann schon das Highlight des Albums und mit einer Spieldauer von sieben Minuten auch der längste Song. Wie der Titel schon preisgibt, baut Lister in diesem Lied tatsächlich ein cineastisches Gangster-Szenario auf. Auch wenn, der Song etwas untypisch eher iberisch, statt italienisch, beginnt, scheint er dich entspannt und von Listers tiefer Stimme begleitet, nie wieder verlassen zu wollen. Klasse Hooks, tolles Riffing und viele Tempowechsel, die auch mal in einer Pianobegleitung münden. Fast schon geschrieben, um einen Tarantino-Soundtrack zu bereichern.
„Won’t Be Taken Down“ zeigt sicherlich am besten Listers hinzu gewonnene Reife als Songwriter und Musiker. Welch ein wunderbarer Slow Blues auf einem Niveau, das seines Gleichen sucht. Bezogen auf die emotionale Wirkung des Blues, gepaart mit einer exzellenten Gitarrentechnik. „Time“ zeigt Listers Qualitäten in populärmusikalische Phasen vorzudringen und mit einem (zu) leicht ins Ohr gehenden Song, die breite Masse für sich zu gewinnen. „Kalina“ hingegen zollt textlich wie musikalisch einer jungen Frau Anerkennung, die sich im Jahre 2015 auf Grund einer psychischen Depressionserkrankung das Leben nahm. Und die Umsetzung des Liedes wird dieser Tragödie in allen Facetten gerecht. Ein wenig Gänsehaut macht sich breit.
Das nachfolgende „Handful Of Doubts“ verpasst sodann dem Blues eine gehörige Funk-Schlagseite, bis das Album schließlich in dem Bonus-Track „Hold You To It“ gipfelt, den Lister als großen Spaß bezeichnete, weil er ihn kurz vor Fertigstellung des Albums erst niederschrieb und dieser dann noch flott eingespielt wurde.
Unter dem Strich zeigt „Eyes Wide Open“ nur zu deutlich Listers Erkenntnis, seinen eigenen musikalischen Pfad längst gefunden zu haben und ihn weiterhin aus Überzeugung gehen zu wollen. Selbstbewusst, innovativ und klar strukturiert. Die neue CD wurde bewusst in möglichst wenigen Takes aufgenommen. Nach Listers Meinung erzeugt man so mehr Verbundenheit mit der Musik. Es ist zudem sicherlich sein reifstes Album, welches ihn als unglaublich virtuosen Gitarristen bestätigt. Mithin auch als Songwriter und Komponist. Diesem Mann geht es um jeden einzelnen Song und er schafft es wiederholt, uns die Blues-DNA einzupflanzen.
Lister pendelt einmal mehr wunderbar unprätentiös zwischen Traditionen und Moderne. Und ja, ich behaupte, dass der Brite dem nur allzu gehypten, mir viel zu mainstreamig daher kommenden, US-Sunnyboy Joe Bonamassa musikalisch in Nichts nachsteht, sich gleichwohl aber weitaus intensiver den „Real Roots Of Blues“ hingibt. Wer also einer bewusst gelebten Reduktion auf die Musik nicht abgeneigt ist, dem sei dieses Album wärmstens anheim gelegt…..(Jens.S.)
Tracklist:
01.All Of Your Love (4:43)
02. Everything I Have To Give (5:41)
03. Il Grande Mafioso (7:08)
04. Won’t Be Taken Down (5:57)
05. Time (4:52)
06. Dishevelled (5:27)
07. Troubled Soul (Intro) (0:54)
08. Kalina (5:02)
09. Handful Of Doubt (4:54)
10. Right As Rain (5:02)
11. Other Part Of Me (5:10)
12. Stay (6:02)
13. Hold You To It (Bonustrack) (4:53)

http://www.aynsleylister.co.uk/
https://www.youtube.com/watch?v=rvRAMjJRLOo

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