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DEAD TO A DYING WORLD – LIVE AT ROADBURN 2016

dead-to-a-dying-world-cover(ol) Bereits am Ende des letzten Jahres veröffentlichten ROADBURN RECORDS eines meiner persönlichen Roadburn Highlights 2016. Den großartigen Auftritt der DOOM/SLUDGE Big Band aus Dallas/Texas, DEAD TO A DYING WORLD.
Zur Aufführung in den heiligen Hallen des Tilburger 013 kamen vier Songs von ihrem 2015 erschienen zweiten Album LITANY.
Aufgrund der schier erschlagenden Menge an Bands, die das ROADBURN inzwischen an den vier prall gefüllten Festival Tagen bietet, waren ich und meine tapferen Mitstreiter völlig unvorbereitet, ahnungslos und vorurteilsfrei was uns die US Band zu Gehör bringen sollte.
Nachdem sich die Bühne am dritten Festivaltag im GREEN ROOM des Tilburger 013 mit einer Menge schwarzgewandeten Musikern füllte , darunter zwei weibliche Wesen, von der eines mit einer elektrisch verstärkten Violine die Bühne betrat, gingen unsere Mutmaßungen in Richtung folkloristisch angehauchter Metal mit weiblichem, elfenhaften Gesang.
Was dann passierte sollte uns alle drei eines besseren belehren und wir verließen wie so oft bei den Gigs auf diesem Festival mit einem völlig neuen musikalischen Bewusstsein die Location.
Los ging die musikalische Messe mit dem Eröffnungstitel der LITANY LP „The Hunt Eternal“. Melancholische, klagende Töne der elektrisch verstärkten Viola bilden den Einstieg .Nach kurzem Intro wurden die lyrischen Violinen Töne von einer Wall of Sound aus infernalisch lautem Gitarren Geschredder, Bassdonner und paukenden Drums, die in ihrer puren Brutalität einfach überwältigend war abgelöst .
Die melodischen Akzente setzten die ersten Screams und Growls von Sängerin Heidi Moore, die einen kaum glauben lassen welcher Hass und wieviel Aggressivität aus diesem zarten Frauenkörper nach außen drängt, kontrastiert von dunklen Growls aus den Tiefen der Hölle, dargeboten vom hünenhaften Sänger Mike Yeager. Das wunderbarste daran ist wie viel wunderschöne Melodie, Gefühl und heldenhafte Stimmung sich in diesem ganzen Tumult offenbart.
Wenn die beiden Sangeskünstler während der Pausen ihrer stimmlichen Raserei mit geschlossenen Augen die heiligen Lärm Sakramente ihrer Mitmusiker empfangen fühlt man sich als würde man an einer unheiligen Kommunion in der Kathedrale des Noise und Drone teilnehmen. Die außerweltliche Stimmung wurde von der Lightshow, welche die Bühne zwischenzeitlich in gleißend helles Licht tauchte, auf das Feinste unterstützt. Nach diesen mitreißenden ersten 16 Minuten folgt mit dem atmosphärischen „Eventide“ ein Titel der im ersten Moment an Dylan Carlsons EARTH denken lässt, dann aber mit seinen paukenden Drums, melancholisch klassischer Violine und den harten und doch melodischen Growls die Band wieder in ihrer kompletten Eigenständigkeit offenbart. Genauso zart wie es begonnen hat endet nach mehr als 12 Minuten auch dieses musikalische Monument.
Auch „Beneath the Loam“ lebt von den harten Kontrasten zwischen Gefühl und Melodie auf der einen Seite und Noise und Drone auf der anderen .Auch hier ist das Zusammenspiel der beiden Stimmen ein echter Höhepunkt der auch bei der Live Aufnahme als Konserve fasziniert.
„Narcissuss“ ist dann zum Abschluss ein harter fordernder schwarzer Brocken der im Mittelteil noch versöhnliche klare Chorgesänge anstimmt um zu Schluss nochmal in völlige Raserei zu verfallen.
LIVE AT ROADBURN 2016 ist das großartige Dokument eines ganz besonderen musikalischen Erlebnisses und einer außergewöhnlichen avantgardistischen Band, die in keine Schublade passt .
DEAD TO A DYING WORLD verbinden mächtige Drones, klassische Melodien, Post Rock, Doom , Death und Black Metal zu einer kompakten und süchtig machenden Mischung, der auch Hörer, die bei Black und Death Metal dankend abwinken, ein Ohr gönnen sollten…..(olli)
DEAD TO A DYING WORLD – LIVE AT ROADBURN 2016
Recorded by Marcel van de Vondervoot and his Team at Roadburn Festival 2016
Released October 2016 by ROADBURN RECORDS and LAY BARE RECORDINGS
Tracklist :
The Hunt Eternal 16:26 min
Eventide 12:47 min
Beneath the Loam 15:39 min
Narcissus 12:28 min
Mike Yeager-Vocals
Heidi Moore-Vocals
Eva Vonne-Viola
Sean Mehl-Guitar
James Magruder-Guitar&Vocals
Daine Vineyard-Bass&Vocals
Cyrus Meyers-Drums

www.deadtoadyingworld.com
www.bandcamp/deadtoadyingworld.com

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