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Bloody Hammers – The Horrific Case of Bloody Hammers

(js) Dass Mastermind und Kopf der amerikanischen Okkultrocker „Bloody Hammers“, Anders Manga, untätig wäre, kann man sicherlich nicht behaupten. Seit Gründung im Jahre 2012 kann man bis heute auf 4 Alben und 5 Singles verweisen. Und ist nunmehr mit der ersten EP der Bandhistorie am Start. Schon der letzte Longplayer „Lovely Sort Of Death“ aus dem Vorjahre deutete einen leichten musikalischen Wandel an, der mit dieser EP im Grunde fortgesetzt wird. Ein wenig fort vom bisweilen doch fuzzigen und riffigen Okkultrock, hin zum Keyboard lastigeren Gothrock.

Die „Gates Of Hell“ scheinen zu Beginn einzig mit einer Gitarrenbreitseite Mangas geöffnet werden zu können. Fast schon thrashig im Stile von „Testament“ dargeboten, versetzt dieses Riffing mein ach so fieses Herzchen in eine fast schon übermütige Grundstimmung. Um im Laufe dieses Songs aber letztlich doch von Orgel- und Elektroklängen eingeholt zu werden, die für eine recht gothige Ausrichtung sorgen. Ja fast schon an einen italienischen Horrorfilmsoundtrack der Achtziger erinnern. Nur passt diese musikalisch härtere Seite Mangas nicht wirklich zu seinem Gesang, der mich in diesem Lied an einen Mix aus Serg Tankian und Marilyn Manson erinnert. Trotzdem ist es ein gelungener Auftakt der EP. „Blood“ führt uns dann ein wenig in einen doomig-fuzzigen Part dieser insgesamt knapp 26 Albumminuten. Mir aber bietet dieser Song viel zu viel Vorhersehbares. Ein altbekannter Gitarrenbreak in den Strophen ist mir dann doch ein wenig zu uninspiriert und klingt mir zu sehr nach viel zu defensiv dargebotener Durchschnittsware. Diese Songtrukturen hat man doch zu häufig schon gehört, zumal eben auch der Refrain zwar eingängig, nicht jedoch markant oder wirklich interessant ist. Es wirkt, als scheue man künstlerische Risiken.

„The Beyond“ bietet Mangas Mitstreiterin Devallia dann die Bühne, sich selbst einmal auszutoben. Pure Goth-Klänge aus ihrer Orgel, die doch arg Erinnerungen an „The Cure“ aufkommen lassen. Aber auch hier ist es weder Fisch noch Fleisch. Düster zwar, aber nicht wirklich gruslig oder gar stimmungsvoll vergehen auch hier die Minuten, ohne tatsächlich dafür Sorge zu tragen, diesem Lied mehrmals hintereinander lauschen zu wollen. „Vultures Circle Overland” zieht im Anschluss das Tempo wieder etwas an. Getrieben von einem imposanten Bassgroove und treibenden Drumbeats steigt Mangas Stimme hier fast schon wie der von ihm besungene Geier empor. Auch hier mühen sich zudem wiederholt die Orgelklänge, für eine fesselnde Stimmung zu sorgen. Leider für meine Ohren nicht erfolgreich.

Das sich anschließende „All The Colors Of The Dark“ ist für mich das Highlight auf dem Minialbum. Ein stürmisches Riffing ergänzt sich hier ganz wunderbar mit ebenfalls lebendigen Keyboardtönen. Hier wirkt etwas nicht lieblos zusammengeschustert oder nach der Haudraufmethode ergänzt, sondern lebhaft und stringent. So würde ich „Bloody Hammers“ gern in Erinnerung behalten wollen. Wenn man mir nicht mit den finalen Klängen zu „The Bloodsucker Leads The Dance“ wieder die nächste, fast schon austauschbare, Gothrockballade vor der Türe stellen würde. Das ist leider weder äußerst innovativ noch belebend.

Der geneigte Leser mag nach diesen Worten nun den Eindruck gewonnen haben, der Rezensent sei von diesem Album komplett enttäuscht. Und ja, das ist er auch. Aber eher, weil er die Band schon seit Jahren begeistert begleitet. Und diese EP als absolut redundant ansieht. Diese Songs werden sicherlich ihre Liebhaber finden, zumal sie ja auch durchaus von zwei großartigen Musikern eingespielt wurden. Mir aber klingt es zu sehr nach „wir müssen endlich mal wieder etwas veröffentlichen“. Weniger wäre hier sicherlich mehr gewesen. Quantität ist eben auch hier nicht immer Qualität. Die zwei scheinen hier das künstlerische Risiko zu scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

Ich würde Anders Manga raten, die Veröffentlichungsfrequenz künftig ein wenig zurückzufahren und sich wieder intensiver mit dem Songwriting zu befassen. Sich mal über einen längeren Zeitraum, in dem man mal keine Scheiben auf den Markt wirft, inspirieren zu lassen, um wieder stärkere, lebhaftere Songs – wie auf den ersten Longplayern zu hören – zu veröffentlichen. Lieder, an denen man sich auch als geneigter Hörer wieder gern abarbeiten mag. Denn mit dieser auf 300 Stück limitierten EP hat man sich selbst leider keinen großen Gefallen getan, weil sie eben zu viel musikalischen Durchschnitt enthält, der zudem bisweilen gar etwas langweilt. Man könnte nun vielleicht der Meinung sein, dass das amerikanische Duo seine eingefleischte Fanschaft ohnehin mit jedem neuerlichen Output begeistern wird. Da ich mich allerdings durchaus als einer derer sehe, muss ich mir wohl gefallen lassen, bezogen auf diese EP, einfach mal als schlechtes Beispiel zu dienen.

 

Tracklist:

1. Gates Of Hell
2. Blood
3. The Beyond
4. Vultures Circle Overland
5. All The Colors Of The Dark
6. The Bloodsucker Leads The Dance

 


http://www.bloodyhammers.com/
https://www.facebook.com/BloodyHammers/

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