rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Cosmic Ground – Live

(tn) „Cosmic Ground“ ist ein Soloprojekt von Dirk Jan Müller, den man als Elektroniker von „Electric Orange“ kennt. Ungewöhnlich ist, das man Müller zu einem Konzert überreden konnte seine komplexen elektronischen Arrangements auf einer Bühne aufzuführen. Dies gelang den Veranstaltern vom E-Live Festival in Oirshot, De Enck, Niederlande, die Müller von einem Auftritt im Oktober 2016 auf ihrem Elektronikfestival überzeugen konnten. Dass man gleich noch ein zweites Konzert auf dem Psychedelic Network Festival in Würzburg im November 2016 nachlegte scheint auch eine glückliche Idee gewesen zu sein. Dokumentiert werden diese Auftritte auf dem neuen Album „Cosmic Ground – Live“, ein Konzertmitschnitt mit vier Reisen in den Space, jeweils auf eine Seite des Doppelvinyls gepresst.

Alle vier Tracks sind jewels zwanzig Minuten lang und zelebrieren die Möglichkeiten elektronischer Musik – mit einem Blick und dem Equipment der Siebziger- und Achtzigerjahre. Nicht ungewöhnlich für das Instrumentarium sind daher auch die umfangreichen und oft schrankhohen Türme mit musikalischen Gerätschaften. Man erinnere sich nur an die Keyboard-Burgen von Klaus Schulze in den Siebzigerjahren. Und hier sind sicherlich auch die musikalischen Wurzeln zu finden, denen Dirk Jan Müller nachspürt. Die Sounds erinnern an die frühen „Tangerine Dream“ Alben, als Peter Baumann noch Mitglied der Band war, an die Eskapaden von Klaus Schulze und vor allem aber auch an die Sound-Experimente von Conrad Schnitzler. Hier ist sicherlich auch noch viel Raum für weitere Soloalben – hoffen wir zumindest.

Hört man in das Album hinein, beeindruckt zunächst einmal die Live-Umsetzung des Studioprojekts. Erfreulicherweise hat sich Müller Unterstützung bei Tastenmann und Elektroniker Horst Porkert geholt, den man wohl vor allem als Labelchef von „Sunhair Records“ kennt. Da selbiger auch Veranstalter des Psychedelic Network Festival in Würzburg ist, war es denn auch nicht weiter verwunderlich, wenn das „Cosmic Ground“-Duo auf dem Psychedelic Network Festival einen zweiten Auftritt absolvierte. Beide Konzerte und alle vier Seiten des Albums verbindet eine konzentrierte Ruhe, eine Tendenz zum langsam sich entwickelnden Gewebe elektronischer Klänge. Dies wird vor allem durch die immer erst verhalten und langsam einsetzenden Sequenzer, durch fast droneartig wabernde Sounds und sehr sparsame Beats erreicht.

Das Album zeigt sehr differenziert, wie es Dirk Jan Müller schafft, sein Soloprojekt auf die Bühne zu bringen. Und dabei wird deutlich, dass die neue Präsentationsform auch neue Kreativität und neue Sounds und Soundgewebe ermöglicht. Alles passt ganz gut zu den Sounds, die man aus der Berliner Schule kennt – hypnotische Beats, freie Klänge und alles immer wieder in rhythmisch-treibender Elektronik sich wiederfindend. Wer Müllers Studioalben mag, wird hier noch zusätzliche Entdeckungen machen können. Freunde der Berliner Schule sollten ebenfalls nicht zögern, ihren Plattenschrank um diese Scheibe zu erweitern. Eine echte Überraschung für Freunde von „Neu!“, „Tangerine Dream“ und „Cluster“…../thomas)

Label: Adansonia Records (https://www.adansoniarecords.de)
Format: 2LP+DL | CD
Vinyl: 350 x schwarz/grün, 150 x grün/blau
VÖ: 12. Juni 2017

Tracklist:
1. dark enck 20:16
2. cairo grind 19:14
3. unground I 19:20
4. unground II 18:57
[Bonus CD] 5. anomaly 16:54

Einsortiert unter:Album Reviews, Elektronik, , , , , , ,

August 2017
M D M D F S S
« Jul    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Unsere Facebookseite

Link zu unserem You Tube Kanal

Bluesrock Tegelen am 02.09. 2017

Brainstock Generator Party im Band-House Düsseldorf Reisholz am 09.09.17

Storm Crusher Festival O´Schnitt Halle Wurz vom 14.09-16.09.17

Magnificent Music Festival am 06.+ 07.10. in Berlin und Jena

Gov´t Mule Fall Tour in Germany

Light Town Blues Eindhoven 03.11.17

Helldorado – The Incredible Rock & Roll Freakshow Klokgebouw/Eindhoven 18.11.17

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: