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Transport League – Twist And Shout At The Devil

(js) Bereits 1994 als Sideproject von Sänger und Gitarrist Tony Jelencovich ins Leben gerufen, sind die schwedischen Jungs der „Transport League“ momentan mit ihrem bereits siebten Longplayer am Start. „Natürlich ist auch wieder Boogie- dabei, aber ebenso Doom und Hardcore, schnelle Songs und harte Riffs“, so Tony Jelencovich über den neuen musikalischen Output. Und weiter: „Unser Sound mag sich ein paar Male geändert haben, nicht jedoch die urwüchsige Kraft der Band, ihr Faible für starke Grooves.“

Ja, das darf man genau so auch stehen lassen. Im Gegensatz zum letzten Album „Napalm Bats & Suicide Dogs“ gibt es eine Neubesetzung in der schwedischen Combo. Aus gesundheitlichen Gründen musste Bassist Lars Häglund seinen Dienst quittieren und wurde durch Dennis Österdal ersetzt. Peter Hunyadi (guitar) and Mattias Starander (drums) sind hingegen weiterhin Teil der League. Die neuen Songs fühlen sich wohl durchdacht und gut zusammengestellt an. Es kommt bisweilen einem äußerst riffigen Roadtrip samt eines „heavy impacts“ gleich. Mit starken Einflüssen von „Danzig“, aber diesmal sogar auch Stoner-Bands wie „Clutch“.

Ihre Affinität zu spaßigen Songtiteln beweisen Transport League einmal mehr. Nicht nur dass der Albumtitel eine Mixtur aus den Beatles („Twist And Shout“) und Mötley Crüe („Shout At The Devil“) in sich birgt, lässt auch der Opener „Destroy Rock City“ eine gewisse Nähe zu einer zumeist maskiert auftretenden US-amerikanischen Band aufkommen. Nicht nur der Titel, sondern auch das Riff zu Beginn des Songs können eine gewisse Kiss-Referenz nicht verleugnen. Schnell aber findet man innerhalb des Songs zur eigentlichen Stärke zurück: druckvoll, rhythmisch, auf den Punkt gespielt. Eine weitere musikalische Referenz bringt „Bad Voltage“ mit sich. „Led Zeppelin“ und „AC/DC“ geben sich hier die Ehre. Marshall Amps und Gibson Guitars vereint in zeitlosem arschtretenden Rock’n’Roll. Fein.

Schwer auf die Schnute gibt‘s mit „Power To The Sloth“. Heavy Riffing, düsteres Gewand und Jelencovichs schreiender Gesang bieten eine nahezu perfekte Einheit. Mit „Cannibal Holobeast“, einer sprachlichen Reminiszenz an das italienische 80er Jahre Trashhorrorkino, wartet dann mein persönliches Albumhighlight auf uns. In einer Zusammenstellung meiner mir liebsten Songs des Jahres 2017, hätte dieses musikalische Kleinod schon ein feines Plätzchen sicher. Eine staubtrockene Riff-Dampfwalze, in der wirklich jeder Ton am rechten Fleck sitzt. Mit Sicherheit auch Teil jeder kommenden Live-Show. „Swine To Shine“ trägt dann gesangstechnisch fast schon ein leises „Foo Fighter“-Gefühl in sich bis auch dieser Track sehr doomig explodiert. Klingt cool.

„Zulu Zombie Zodiac“ ist nicht gewillt, Gefangene zu machen, und bietet dabei einige schöne Breaks innerhalb dieses schnellen, sehr groovigen Monsters. „Pantera“, ick hör dir trapsen. Das vom Sprechgesang getragene „Dead And Awaken“ ist dann nicht so meins und dringt nicht wirklich zu mir durch. Liegt womöglich auch daran, dass es leise Ähnlichkeiten zu „Systems Of A Down“ nicht verhehlen kann. Einen gesanglich ganz anderen Weg schlägt man dann mit „Werewolves in the Sink“ ein. Dieses klasse eingesungene Duett mit „Hardcore Superstar“-Vocalist Jocke Berg überzeugt auf ganzer Linie.

Im Rausschmeißer „Winter War“ wird die Geschichte des finnischen Soldaten Simo Häyhä besungen, der in der Kälte des 2. Weltkrieges als Scharfschütze eingesetzt war und von der Roten Armee den Beinamen „Weißer Tod“ erhielt. Nicht minder kompromisslos und unerbittlich wie jener Häyhä geht auch die Liga abschließend noch einmal zu Werke. Brachiale, düstere Klänge, die zuletzt auch an „Down“ erinnern beschließen ein druckvolles wie auch eindrucksvolles Album.

Die „Transport League“ ist mit Sicherheit eine Band, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. Ohne das dies aber eine negative Auswirkung auf deren Musik hat. Oder den Sound. Die zumeist kurzweiligen Songs, die man vielleicht noch mit „Death’n’Roll“, „Neo-Thrash“ oder „Doomcore“ umschreiben könnte, aber nicht muss, wurden professionell produziert und in Szene gesetzt von Roberto Laghi, der unter anderem auch schon für „In Flames“, „Sonic Syndicate“ oder „Mustasch“ abgemischt hat. Der Sound der Scheibe ist bewusst natürlich gehalten und bietet ein analoges Flair, vor allem die Drums klingen sehr organisch. Für das wahnsinnig geile Cover-Artwork zeigt der großartige Axel Widén verantwortlich, der zudem schon für viele Stoner und Doom Cover und Konzertplakate Pate stand.

Wer Groovemonster mag die mehr Stoner-Einflüsse in sich tragen als alle Vorgängeralben, sollte sich diesem schwedischen Quartett zwingend widmen.

Tracklist:

01 Destroy Rock City
02 Power of the Sloth
03 Cannibal Holobeast
04 Swine to Shine
05 One Last Way
06 Zulu Zombie Zodiac
07 Dead and Awaken
08 Bad Voltage
09 Werewolves in the Sink
10 Thousand Eyes & One
11 Gravestation
12 Winter War

https://www.facebook.com/transportleague/

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