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King Father Baboon – Salvation

(js) Gegründet anno 2015 ließen die Königlich-Nürnberger Paviane bereits Anfang 2016 mit ihrer Demo-EP „Vodoo“ erstmalig aufhorchen. Zudem erspielten sie sich im Rahmen der „NN Rockbühne“, einem musikalischen Nachwuchswettbewerb für regionale Bands, den zweiten Rang und somit auch einen Slot am namhaften Taubertal-Festival, der dann im August 2017 vollzogen wurde.

Zu diesem Zeitpunkt verbrachten Kris Karla (voc, gui), Max Wengert (gui) und Dominik Back (dr.) sowie Tobias Riesinger am Bass eigenen Angaben zufolge allerdings bereits Zeit im Inneren eines supermassereichen Lochs, um Erleuchtung und Erlösung zu erfahren. Und nebenher, so munkelt man, gar spielerisch die Aufnahmen für ihre erste EP namens „Salvation“ in Angriff zu nehmen und erfolgreich abzuschließen. Wieso das ebenfalls erlebte „Enlightment“ nicht in den Titel der EP Einzug halten durfte ist dem Rezensenten allerdings nicht bekannt.

Die vier Nürnberger, die sich musikalisch vor allem den 70er Jahren verschrien haben, geizen dabei keineswegs mit Einflüssen des Hard-, Blues- und Psychedelic Rock. Empfangen werden wir auf „Salvation“ vom Opener „Dusk“, der sich schon nicht willens zeigt, Gefangene zu machen. Ein druckvoll-dreckiges Heavy Blues Riffing begrüßt uns mit offenen Armen und geleitet uns in einen sehr Stonerrock affinen Sound, der von den treibenden Drums wunderbar eingebettet wird. Aus Mangel an fürs Headbangen unverzichtbarem Haupthaar wünscht sich der Rezensent flugs einen 69er Ford Capri herbei, dem mittels der herunter gekurbelten Fahrerscheibe einzig der linke Ellbogen zu entkommen versucht. Es rockt!

Nicht minder druckvoll begrüßt uns „Voodoo“, titelgebender Song des ersten Demos. Er trägt den „Rock’n’Roll“ der Straße in sich und bietet mir Gelegenheit, den Weg in meiner wackeren Karosse glückselig fortzusetzen. Wunderbar gelingt es den Jungs hierbei den kraftvollen Grundton des Songs immer wieder mit Boogie-Elementen zu versetzen, welche nicht zuletzt auch durch das prima akzentuierte Orgel-Spiel von Gastmusiker Clemens Hoga getragen werden. Kris‘ Organ stellt sich hier etwas rauer auf, bleibt aber stets warm und klar.

„Treerock“, ebenfalls schon vom Demo bekannt, ist ein fetter Stonerrocker, dessen wunderbar stampfender Sound sich überhaupt nicht zu schade ist, bisweilen leise Southern Rock Einflüsse in sich zu tragen. Der Song mündet in einem lustvollen instrumentalen Zusammenspiel, in welches sich einmal mehr Clemens‘ Orgelklänge passend einfügen. Eben wie ein roter Pavianarsch auf Eimer. „Gazing Eyes“ vermittelt anfangs den Eindruck, uns einmal mehr keine Ruhepause zu gönnen, um dann jedoch hastig aber nicht geschwitzt in einen 70er Prog-Rock Sound zu gleiten, der mich ein wenig an die frühen „Pink Floyd“ erinnert. Überhaupt ist dieser instrumentale Mittelpart, der von leicht psychedelischen Klängen begleitet wird, ein absolutes Prunkstück dieses Albums. Die Jungs spielen ganz wunderbar mit den proggigen Stilmitteln dieser Aera und stellen zudem unter Beweis, dass sie ihre Instrumente perfekt beherrschen.

Auch „Hades“ besticht durch einige Tempiwechsel innerhalb des Songs. Er erinnert mich beinahe an einen musikalischen Klon aus den „RHCP“ und „Prong“. Unglaublich energetisch und immer wieder mit funkigen Elementen versetzt, um aber auch im Laufe dieses Stückes einmal mehr eine kurze Prog-Phase zu durchlaufen. „King Crimson“ in seinen melodiösen Momenten könnte man fast meinen. Dreckig und rau ufert „Hades“ letztlich aus und gibt Kris die Möglichkeiten all seine gesanglichen Facetten in diesem Song unterzubringen. Dass er sie nicht ungenutzt lässt, will der Rezensent nicht verhehlen. Den Abschluss bietet der mit über 8 Minuten längste Track dieser EP. Der Titelsong „Salvation“ beginnt fast schon mit einem metallicaesken Gitarrenintro und bietet uns ein inmitten wunderbares Potpourri aus einem bluesigen Fundament, durchmengt von fuzzigen Gitarrenlinien, die final in einem fetten Solofeuerwerk enden. Einmal mehr zeigt sich, wie gewinnbringend die Instrumentalfraktion zusammen arbeitet. Ganz lösen kann ich mich bis zum Ende tatsächlich aber nicht davon, in „Salvation“ eine in Teilen ähnliche Struktur wie in „Nothing else matters“ zu erkennen. In einem einzig positiven Sinne, bevor man mich missversteht. Diese Meinung muss man aber nicht teilen, sondern darf sich gern ein eigenes Ohr davon machen.

Denn dies lege ich jedem Interessenten ohnehin anheim. Holt euch dieses grandiose Debut und macht die Jungs reich. Oder sexy. Oder eben beides. Mich haben „King Father Baboon“ durch eine wohl klingende Melange aus 70er Blues, Stoner und Hard Rock vollends überzeugt. Wobei ich persönlich aber vor Allem von den ruhigeren, proggigen Parts auf der 2. Hälfte der EP begeistert bin. Die Jungs klingen auf diesem Output jederzeit authentisch und sind eigenständig genug, um nicht als werweißwievielter Abklatsch irgendwelcher Retromucke herhalten zu müssen. Mehr davon. Gern auch mal live nördlich der eigenen fränkischen Landesgrenzen…..(jensS)

01. Dusk (4:12)
02. Voodoo (3:27)
03. Treerock (3:27)
04. Gazing Eyes (5:06)
05. Hades (5:05)
06. Salvation (8:50)


https://www.facebook.com/kingfatherbaboon/
https://kingfatherbaboon.bandcamp.com/

Filed under: 70s, Album Reviews, Bluesrock, Classic Rock, Hardrock, Prog, Psychedelic, Rock, Southern Rock, Stoner, , , , , ,

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