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Cracked Machine – I, Cosmonaut

(as) Die rührigen Karlsruher von PsyKA Records haben sich mit „Cracked Machine“ eine junge Band aus der Wiege des Psychedelic Rock geangelt, deren erstes Album einzig schärfere Konturen missen lässt, aber davon abgesehen jeden Explorer außerirdischer Musikwelten zufriedenstellen dürfte.

Die Briten unterhalten eine kompakte Dreiviertelstunde lang mit innerhalb ihrer stilistischen Grenzen facettenreichen Kompositionen, deren Gitarren- und Synthesizer-Anteile sich ungefähr die Waage halten. „Twin Suns Rising“ kriecht zum Einstieg mit um sich selbst kreisenden Melodien und viel Reverb durch Hanfdampfschwaden, ohne ein festes Ziel zu erreichen – ein Schönheitsfehler, den auch „New Vostok“ aufweist. Unter diesem in Hinblick auf die (russische) Raumfahrtgeschichte assoziationsreichen Titel entspinnt sich spannungsarmes atmosphärisches Gedudel im selben Modus wie zuvor, bloß dass der Bass stärker zur Geltung kommt.

Dieser erweist sich dann in „Baikonur Cosmodrome“ als Triebfeder. Der stoische Vorwärtsdrang des Quartetts lässt an „Hawkwind“ zu besten Zeiten denken und garantiert Space Rock in Reinkultur mit leichter Überlänge und fiebriger Dynamik. Nach der Halbzeit erkennt man, dass „I, Cosmonaut“ im wahrsten Sinn des Wortes zwei Seiten – selbst in der CD-Version, die freilich neben dem mit Download-Code ausgelieferten Vinyl (in Schwarz und Blau) erhältlich ist –, denn beginnend mit dem Titeltrack rollen „Cracked Machine“ dickere Klangteppiche aus, die in ihrer Opulenz bis in den Orchestergraben reichen, gleichzeitig da sie beachtenswerte Härtegrade erreichen.

Gitarrist Bill Denton improvisiert sich auch weiterhin den Wolf, während Clive Noyes‘ verhuschte Stimme eher als zusätzliches Instrument statt Textbotschafter fundiert. „Svetlana“ allerdings, das vorläufige Gesellenstück der Engländer, kommt wieder ohne Gesang aus, doch den vermisst man angesichts der hingebungsvollen Leads auch gar nicht.

Der mit zehn Minuten längste Track „Transorbital“ verschränkt schließlich die körperlose Elektronik der Berliner Schule (Schulze, Froese und so) mit flirrender Klampfe – eine Kombination, die dieser hoffnungsvolle Newcomer in Zukunft weitertreiben darf; bis dahin ist „I, Cosmonaut“ eine gefällige akustische Weltraumreise ohne Anspruch auf Originalität.

Andreas Schiffmann

Cracked Machine – I, Cosmonaut

http://www.crackedmachine.bandcamp.com

PsyKA Records

45:50

Twin Suns Rising

New Vostok

Baikonour Cosmodrome

I, Cosmonaut

Svetlana

Transorbital

Bill Denton (g)

Chris Sutton (b)

Clive Noyes (kb, v)

Blazej Gradziel (d)

Filed under: Album Reviews, Elektronik, Psychedelic, Rock, Space, , , ,

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