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The Infinite Trip – Illustrated Mind

(as) Man darf zweifellos über den Sinn und Unsinn der regelrechten Schwemme von Song-Zusammenstellungen einer Untergrund-Kapelle wie „The Infinite Trip“ streiten, doch was das Psych-Liebhaber-Label Clostridium anpackt, ist nie eine halbe Sache, womit wir bei der Causa „Illustrated Mind“ wären. Nach der kürzlich erschienenen CD „Trips“, die einen Ausschnitt der Diskografie des englischen Duos bot, tut dieses Vinyl das Gleiche bei variierender Tracklist.

Ausgehend vom einleitenden Exzerpt „All Aboard The Mothership“ von der gleichnamigen Veröffentlichung aus dem Jahr 2016 entfaltet sich ein zumindest unter Kennern der Materie hinlänglich vertrauter Reigen aus Songs im Fahrwasser der frühen Pink Floyd und Hawkwind mit einem Hauch Berliner Schule (vor allem in den Keyboard-lastigen Momenten, wovon es im Vergleich zum erwähnten Digipak-Sampler diesmal mehr gibt).

Beispielhaft für die Grundausrichtung der Briten: das fast zehnminütige „Element“ vom 2017er Langspieler „Unearthly Treasures“. Es driftet mit stoisch schleppendem Groove fast schon in Doom-Gefilde ab, was der Gruppe aber ausgezeichnet steht. „Black Holes Inside“, der Opener dieses Albums, zeichnet sich hingegen durch folkloristische Flöten-Synthesizer und eine latente Düsternis aus; letztere lässt den Weltraum als dominantes Leitmotiv der Band nachgerade bedrohlich erscheinen, selbst wenn der Track – es ist in den Ohren dieses Schreibers der beste der Compilation – über einen eher wehmütigen als angstvollen Kehrvers verfügt.

Weitere gemeinsame Nenner aller enthaltenen Tracks sind das kräftig scheppernde Schlagzeug (die Produktion ist generell hochwertig, der Vinyl-Sound herrlich warm und der Gesamtklang trotz der Selektion aus unterschiedlichen Schaffensphasen der Musiker einheitlich) sowie die immerzu mit Effekten belegte Leadstimme, die wie so oft in diesem Bereich als zusätzliches Instrument fungiert, statt dezidierte textliche Inhalte zu vermitteln. Sowieso geht es „The Infinite Trip“ anscheinend nur um Stimmungsmache, weshalb sie sich in sprachlicher Hinsicht an den üblichen Klischee-Linien entlanghangeln.

Ein, zwei Worte noch zur LP: Clostridium sind für ihr Edelplastik aus dem Traditionspresswerk Pallas bekannt, und uns liegt die Die-Hard-Edition der Scheibe vor, ein echtes Schmuckstück in farbig marmoriertem, selbstverständlich 180g schweren Vinyl mit zusätzlichem A4-Einleger und einem Cover, das wie für das große Format geschaffen anmutet. Besser kann man solche Musik nicht in Szene setzen, auch wenn „The Infinite Trip“ eine Angelegenheit ausschließlich für Retro-Freaks ist, die keine Neuerungen (heißt: musikalische Impulse nach … sagen wir: 1975 maximal) zulassen.

https://theinfinitetrip.bandcamp.com

All Aboard The Mothership

The Illustrated Man

Follow

Black Holes Inside

Mind Eaters

Element

Besetzung:

Peter, Julex

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Classic Rock, Folk, Psychedelic, Rock, Space, ,

August 2018
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