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Heavy Moon – 13

(as) Seit 2006 betreibt Jakob Rehlinger (auch Moonwood) mit „Heavy Moon“ ein Projekt, an dessen Namen man bereits erkennt, wo der kanadische Multi-Instrumentalist stilistisch steht: im krautigen Sternnebel jener Stromgitarrenmusik, die seit den späten 1960ern durch den Underground-Äther wabert.

„13“ ist nicht nur Rehlingers bisher härtstes Album, sondern beruht auch auf einem Konzept, das penibel konsequent umgesetzt wurde, denn bei „Heavy Moon“ schlägt es diesmal im wahrsten Sinn des Wortes 13; die Scheibe enthält genauso viele Tracks, wobei jeder quasi eine Stunde vertont, und zwar innerhalb einer Spanne von jeweils unter einer bis sieben Minuten.

Wie vom Urheber gewohnt wartet die Scheibe mit Klängen aus einem umfangreichen Arsenal von insbesondere Tasteninstrumenten auf, seien es das stilprägende Mellotron oder diverse andere Analogsynthesizer. Die fast schon zeitgemäße Heaviness hingegen relativiert jeglichen Eindruck von Retrospektive, den der archaische Gerätepark vermitteln könnte.

Mit den ersten Stücken gleitet man noch sanft auf Keyboard-Teppichen in die Vergangenheit, doch zwischendurch schert Jakob mehrmals mit feisten Riffs auf Stoner-Terrain aus („Dragon Blood Motor Spirit“) oder entführt mit orientalischen Melodien in den Mittleren Osten („Meat Grinder“). Das wehmütige „Clay Ceasar“, das dem verstorbenen gleichnamigen Künstler gewidmet ist, spannt schließlich den Bogen zurück zu den besonnenen Anfängen von „13“.

Das heißt andererseits jedoch nicht, dass das Album keine Zuspitzung auf einen Höhepunkt erfahren würde. Wenn der Mann aus Toronto schließlich mit der unheilvollen Melodie von „The 13th Hour“ zur Landung bittet, ist das zwar kein Klimax in quantitativer Hinsicht (Stichworte höher, schneller, weiter), aber insoweit ein stimmiges Finale, als es für die Zukunft von „Heavy Moon“ Fragen aufwirft.

Rehlingers tatsächlich auch 13. Langspieler ist somit eine spannende Angelegenheiten und gestaltet sich unter bekannten Vorzeichen relativ spannend. Gut zu wissen, dass sich der alten Tante Space Rock immer noch frische Nuancen abgewinnen lassen …

Clostridium

https://heavymoons.bandcamp.com

One O’clock – Spider Queen 04:50

Two O’clock – Circles of Stone 02:41

Three O’clock – Deep Crimson Om 06:42

Four O’clock – Dragon Blood Motor Spirit 02:57

Five O’clock – Hookah Mirage 05:10

Six O’clock – Meat Grinder 01:08

Seven O’clock – Spice Ghouls 06:59

Eight O’clock – Desert Cult Death Car 02:13

Nine O’clock – Ceasar’s Ghost 03:49

Ten O’clock – Cosmic Oasis 03:32

Eleven O’clock – Den of Thieves 04:00

Twelve O’clock – Interregnum 00:53

Thirteen O’clock – 13th Hour 02:36

Andreas Schiffmann

Filed under: 60s, Album Reviews, Krautrock, Space, Stoner, ,

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