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La Iglesia Atómica – Impromptus

(as) Anders als die erstaunlich vielen anderen Veröffentlichungen der wiedererstarkten Puerto-Ricaner in jüngerer Zeit handelt es sich bei „Impromptus“ seinem Titel entsprechend um eine Kompilierung von Stegreif-Kompositionen. Folgerichtig bietet die Band das Ding gratis zum Herunterladen aus dem Netz an – und ganz ehrlich: Geld für eine CD oder LP des Ganzen möchte man allenthalben als beinharter Fan ausgeben.

Der Fade-in und das unvermittelte Ende von „Across Wounded Galaxies“ entlarven die Performance, die sich im Rahmen von etwa zwölfeinhalb Minuten dazwischen abspielt, als mehr oder minder spontane Improvisation – von den späteren Titeln „Astro Jam“ und „Jam 77“ ganz zu schweigen –, die das Feld für alles weitere absteckt: „La Iglesia Atómica“ dudeln sich sechsmal an den Rand des Nirwana, wobei die Gitarren-Leads von Martin Latimer meistens im Zentrum stehen.

Dass im erwähnten dritten der Bass-Groove ausschlaggebend fürs Gelingen der Nummer ist, stellt eine wohltuende Ausnahme dar, denn offengestanden wäre das dieser Stoff live genossen zweifellos eine Konzertkarte wert, wohingegen er auf Tonträger konsumiert rasch ermüdet …auch und gerade in Ermanglung fassbarer Hooks.

Hinzu kommt erschwerend, dass die erste Hälfte von „Sal de la Tierra“ und das Intro des ersten von zwei Gig-Mitschnitten („Atomo Verde“) reiner Drone sind, aus dem sich jeweils zurückgelehnter Psychedelic Rock entwickelt, ohne dass man sich daran besser „festhalten“ könnte. Bei all dem an Effekten reichen, aber letztendlich nicht ausgesprochen effektiven Freimut kommt man im Übrigen mal wieder auf den Trichter, dass nichts über eine solide Rhythmusgruppe geht.

Darüber verfügen „La Iglesia Atómica nämlich definitiv, auch wenn Tieftöner Agustin und Schlagzeuger Herb nicht immer verhindern können, dass das wilde Treiben strukturell völlig ausfranst. Ergo beschränkt sich die Klientel von „Impromptus“ auf unbeirrbare Verfechter des Ungeplanten, das hier leider größtenteils planlos wirkt.

Clostridium
https://laiglesiaatomica.bandcamp.com
71:41

Across Wounded Galaxies 12:18
Sal de la Tierra 08:41
Astro Jam 11:05
Atomo Verde (Live@Sk8 Bar) 10:59
On a Voyage to the Moon 11:24
Jam 77 (Live@Club 77) 17:11

Agustin Criollo (b, g, perc)
Martin Latimer (g )
Herb Pérez (dr)

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Jam, Psychedelic, ,

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