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Spidergawd – V

Norwegische Qualitätsprodukte in der fünften Generation

(yv) Ganz zu Anfang erschallt ein ordentlicher Weckruf aus der Messing-Tröte, man will sich ja der ungeteilten Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft vergewissern, aber dann – Holla, the forest fairy, wie der Insulaner zu sagen pflegt.
Heissa, das macht Spaß! Classic Rock meets heavy stuff, UFO meets KISS meets Motorpsycho und tanzen mit Iron Maiden Ringelpiez oder sowas in der Art, sollte man die allseits unbeliebten Vergleiche bemühen wollen. Da wippt der Fuß und wackelt der Kopf und einfach nur ruhig dasitzen mutiert zum Ding der Unmöglichkeit.

Die vier Herren schneidern zum wiederholten Male komplexe und zugleich eingängige Melodien, stricken tolle Gesangs-Harmonien à la Kansas&Co., jedoch kommt dabei kein bisschen Gedudel auf, weil alles fein säuberlich in ein anständiges Schmackes-Gerüst hineingehäkelt wurde.
A propos Gerüst – Kenneth Kapstad (ex-Motorpsycho et al.) liefert am Schlagwerk einfach meisterlich ab, allerhöchstes Niveau, was er seinen Bandkollegen an Richtschnur und Fundament quasi zu Füßen legt. Unglaublich, dieser schlaksige blonde Hüne.
Der Bass galoppiert, als ob Steve Harris persönlich beim Einspielen dabei gesessen hätte und im Hintergrund zustimmend mit dem Kopf genickt hätte. Der Abgang von Bent Saether (Motorpsycho et al.) an dieser Position war für viele Fans ein kleiner Schock, jedoch tritt der werte Herr Gaardløs (Orango) recht leichtfüßig in die großen Stapfen und gibt ihnen seine eigene Form, dass es an mancher Stelle nur so blubbert und herausquillt.
Zum Thema Saxophon (ja, ich weiß, für einige ein Schreckgespenst): keine Angst, das hier ist ein warmes, tiefes Bariton-Sax. Obendrein kann man so ein Instrument tatsächlich band- und titeldienlich einsetzen, ohne die Nerven der weniger Blasinstrument-affinen Hörer allzu sehr zu strapazieren. Im Gegenteil, vielleicht haben Spidergawd sogar das Potential, den einen oder anderen davon zu überzeugen, dass das Ding doch gar nicht so schlimm ist, wie immer gedacht.
Und wieder fehlen mir die Lyrics in Textform, insbesondere bei „Green Eyes“, einem solchen Song mit eben beschriebenem geschmeidigem Messing-Beschlag. Echt schade, auch Tante Google gibt sich leider ahnungslos. Wäre schön, das alles im vollen Umfang zu verstehen, statt zu versuchen, mitgehörte Satzfetzen zu interpretieren, z.B. wenn die Recherche nach dem Sinn des Titels „Knights of CGR“ zu keinem vernünftigen Ergebnis führt.
Zu guter Letzt geht nochmal ordentlich die Post ab, den dynamischsten Track haben die Jungs sich bis zum Schluss aufgehoben, und die Frage „Do I Need A Doctor“ bezieht sich wohl eher auf die Anwesenden im Konzertpublikum der anstehenden Tourdaten, nämlich dann, wenn Spidergawd „fertig“ mit ihnen ist.

Alles in allem… Mein Fazit:
Güteklasse A. Stil ist immer Geschmackssache, Qualität jedoch ist ein Faktum.
Spitzenmäßiger, harmonischer old-school Heavy/Classic Rock auf der Höhe der Zeit mit stimmigen dekorativen Saxophonsprenkeln.
Songs, die sich im Nachgang als sehr ohrwurmtauglich erweisen, der erste Track hat sich flugs im Hirn zur Untermiete eingenistet, will da erstmal ’ne Weile bleiben und das darf er auch sehr gerne.
Eine fantastische Scheibe, die Bock drauf macht, das Ganze nochmal in der Live-Version zu genießen.
Persönlicher Tipp am Rande: Bestimmt prima Langstrecken-Auto-Mucke!….(yvonne)

Tracklist
All And Everything
Ritual Supernatural
Twentyfourseven
Green Eyes
Knights of CGR
AvatarI
Whirlwind Rodeo
Do I Need A Doctor

Mein(e) Lieblingstrack(s):
Öhm, sehr schwierig, da etwas rauszupicken.
Am ehesten wohl „All And Everything“ und „Whirlwind Rodeo“

Spidergawd – Stand 2019,
das sind:
Per Borten Gitarre & Gesang
Kenneth Kapstad Drums
Rolf Martin Snustad Saxophon
Hallvard Gaardløs Bass

Bandpage
http://www.facebook.com/spidergawd/

Vertrieb: Stickman Records
http://www.stickman-records.de/

Tourdaten Winter/Frühjahr 2019
24.01.2019 NL Groningen, Vera
25.01.2019 BE Aarschot, JC De Klinker
27.01.2019 NL Amsterdam, Melkweg pres. Sugar Factory
06.03.2019 DK Odense, Posten
07.03.2019 DK Aalborg, 1000 Fryd
08.03.2019 DK Copenhagen, Beta
09.03.2019 DE Dortmund, FZW
10.03.2019 DE Bremen, Tower
13.03.2019 DE Hannover, Lux
14.03.2019 DE Frankfurt, Nachtleben
15.03.2019 DE Bielefeld, Forum
16.03.2019 DE Köln, Luxor
17.03.2019 DE Karlsruhe, Stadtmitte
20.03.2019 CH Winterthur, Gaswerk
21.03.2019 AT Salzburg, Rockhouse
22.03.2019 AT Wien Arena
23.03.2019 DE München, Strom
26.03.2019 DE Nürnberg, Hirsch
27.03.2019 DE Leipzig, UT Connewitz
28.03.2019 DE Hamburg, Knust
29.03.2019 DE Dresden, Beatpol
30.03.2019 DE Berlin, Musik & Frieden

und auch hier nachzulesen:

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