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Walter Trout – Survivor Blues

(hwa) Nach Trouts gelungener Lebertransplantation in 2014 kam er stärker zurück denn je. Seither sprüht er nur so vor Energie. Trout dankt es dem Herrn und seinen Ärzten – aber insbesondere seiner Frau Marie, die er als Glücksfall bezeichnet und „Frau Dr. Marie Trout“ nennt. Sie war für ihn ganz offensichtlich der perfekte Rückhalt in einer existenziellen Krise…

Und sie war auch die Ideengeberin für den aktuellen Albumtitel. Das Ergebnis der neuen CD kann sich wahrlich hören lassen. Trout zaubert. Er gehört ohne Frage zu den Größten. Auf das bewegende Comeback-Album „Battle Scars“ (2015) folgten sein mitreißender Konzertmitschnitt „Alive in Amsterdam“ (2016) und wenig später der von Trout mit einem Allstar-Lineup eingespielte und bald nach Erscheinen viermal als „Blues Album Of The Year“ ausgezeichnete Longplayer “We’re All In This Together“ (2017). Jetzt also „Survivor Blues“.

By the way: Innnerhalb einer knapp zehnminütigen EPK-Videobotschaft erzählt er seinem 17jährigen Sohn und uns die Entstehungsgeschichte des Albums plus Episoden seiner Musikerkarriere in Huntington Beach, California. Wie Trout betont, handelt es sich bei „Survivor Blues“ um sein insgesamt 28. Album als Musiker. Ich kann es allen Walter-Trout-Fans nur wärmstens ans Herz legen: Longplayer und Video öffnen Horizonte.

„Survivor Blues“ speist sich aus Bluestiteln, die Trout aus Bluesarchiven recherchierte, weil „sie schlichtweg gehört gehören“. Von den über fünfzig ausgewählten Titeln dampfte er 12 Tracks ein, die locker auf eine CD passen. Trout fügt hinzu: „Dabei hatte ich nicht so etwas wie eine Zusammenstellung viel strapazierter Hits im Kopf. Nein, ich wollte etliche fast in Vergessenheit geratene alte Bluessongs neu aufnehmen, die bisher selten oder noch nie gecovert wurden.“

Darunter Titel von Jimmy Dawkins („Me, My Guitar And The Blues“), Sunnyland Slim („Be Careful How You Vote“), Otis Rush („It Takes Time“), Luther Johnson („Woman Don’t Lie“), Floyd Lee (“Red Sun”), Hound Dog Taylor (“Sadie”), Mississippi Fred McDowell ((“Goin’ Down To The River”) oder J.B. Lenoir (“God’s Word”). Darüber hinaus zieht Trout vor seinem Freund und Mentor John Mayall erneut den Hut mit einer Neuinterpretation von Mayalls “Nature’s Disappearing” aus dessen “USA Union”-Album von 1970.

Das Album wurde von Eric Corne in Los Angeles im Studio des früheren legendären Doors-Gitarristen Robbie Krieger produziert. Krieger hat in „Goin’ Down To The River“ einen bemerkenswerten Gastauftritt, ebenso wie Sugaray Rayford in „Woman Don’t Lie“. Für mich ragen auf diesem Album heraus: „Red Sun“, „Me My Guitar And The Blues“ und „Goin’ Down To The River“ – um nur drei zu nennen. Aber das ist wie immer Geschmackssache.

Walter Trout ist der Chef und weiß genau, mit welchen Bandmembers er weiterhin praktizieren möchte. Die hatten zwar auch durch die Bank gravierende gesundheitliche Probleme (erzählt er in der EPK) – aber wurden wie Walter Trout „Survivors“ im besten Sinne: Johnny Griparic am Bass, Skip Edwards an den Keyboards und Michael Leasure an den Drums. Ohne Zweifel eine bemerkenswerte Einheit!

(Heinz W. Arndt)

Walter Trout „Survivor Blues“

Provogue / Mascot Label Group

12 Tracks

TT: 65 min

Als CD, Doppel-LP und Digital

VÖ: 25. Januar 2019

Filed under: Album Reviews, Blues, Bluesrock,

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