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Kyla Brox – Pain & Glory

(as) Mit dem geradezu nach Beifall von der Vintage-Szene schreienden Artwork von „Pain & Glory“ betreibt Kyla Brox weniger Anbiederung als stichhaltige Imagepflege, denn besser zum Inhalt könnte die Gestaltung nicht passen. Die Engländerin, der die Musik quasi in die Wiege gelegt wurde, bietet nämlich nichts weniger als eine mustergültige Mischung aus Rock, zumeist urbanem Blues und Soul Marke Stevie Wonder sowie teils folkloristischen Singer-Songwriter-Anwandlungen.

Das Material hat genauso viel Pop-Appeal wie das jüngere Schaffen von Brox‘ amerikanischer Gleichgesinnter Beth Hart, kommt aber noch einen Tick uriger herüber. Beispielhaft dafür steht allen Tracks voran „Sensitive Soul“, wo auch das renommierte Septett „Haggis Horns“ unter Arrangeur Mark Ronson (u.a. Amy Winehouse, Take That) einen glänzenden Gastauftritt hinlegt.

Sämtliche Stücke wurden von Bassist Danny Blomeley – Brox‘ Ehemann – und Joss Stones Gitarrist Paul Farr (ebenfalls Musikdozent, betreibt selbst die funky Bläsertruppe „Paul Farr Band“) co-komponiert, wobei die Bandbreite an den gängigen Verhältnissen in diesem stilistischen Bereich außerordentlich ist.

Wohingegen das autobiografische „Bluesman’s Child“ (Kyla sang schon als Mädchen in der Band ihres Vaters) mit Gospel-Note daherkommt, stellt das Titelstück eine Liebesballade vom Klassischsten ohne jegliche Ironie dar, was viel über Brox‘ Selbstverständnis aussagt; sie versteht sich auf politisch kritische bis offen humanistische Texte (höre etwa das funkige „For the Many“), mit denen sie Zuversicht spenden möchte und zu einer positiven Lebenseinstellung aufruft.

Diese macht sich auch in den unaufdringlichen Ohrwürmern „Compromise“ und „Lovers Lake“ breit, aber der Abschluss mit „Top of the World“ versetzt überraschenderweise ins schwüle Louisiana, nicht zuletzt aufgrund des Beitrags von Harp-Meister Clive Mellish, nachdem man bereits wegen „Devils Bridge“ meinte, weit in den Süden (Lateinamerika) versetzt worden zu sein.

So gesehen ist „Pain & Glory“ also ein inhaltlich geerdetes Album und zugleich eine abstrakte Genre-Studie, was Blues mitsamt seinen Randbereichen angeht. In Hinblick auf die ohne Ausnahme körperlich mitreißenden bis emotional aufwühlenden Songs braucht man das Ding aber auch gar nicht weiter verkopft zu zergliedern …

Pigskin Records

Home

For The Many

Pain & Glory

Sensitive Soul

Bluesman’s Child

Bloodshot Sky

Choose Life

The Devil’s Bridge

In the Morning

Compromise

Let You Go

Away From yesterday

Lover’s Lake

Don’t Let Me Fall

Manchester Milan

Top of the World

Hallelujah (Bonustrack)

Kyla Brox (v, fl)

Paul Farr (g)

Danny Blomeley (b)

Mark Warburton (d)

John Ellis (keys)

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Blues, Classic Rock, Singer/Songwriter, Soul,

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