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Nightstalker – Great Hallucinations

(as) Seitdem sich Heavy Psych Sounds als eine der führenden Adressen im Stoner- und Doom-Bereich etabliert haben, sondert das italienische Label überwiegend Durchschnittsware ab, deren Substanz selten über die Vorzüge eines flüchtigen Ohrenputzers hinausgehen. Bei „Nightstalker“ hört man allerdings bereitwillig genauer hin, denn bei ihnen handelt es sich nicht um den zigsten austauschbaren Newcomer.

Schließlich veröffentlichte die Band ihre erste EP „SideFX“ schon 1994, als man ähnliche Acts quasi noch an einer Hand abzählen konnte, und auch wenn ihre Diskografie bis heute keinen Genre-Klassiker enthält, glänzt „Great Hallucinations“ unter einer Patina von Alterfahrenheit heller als die meisten aktuellen Szene-Releases.

Die achte LP der vor genau 30 Jahren aus der Taufe gehobenen Griechen zeigt den längst vom Schlagzeug zum Mikrofon gewanderte Gründer Argy zwar immer noch nicht als außerordentlich charismatischen Sänger, enthält dafür aber einige ihrer ordentlichsten Kompositionen seit Langem. Hervorzuheben wären diesbezüglich der verspielte Groover „Sad Side Of The City“, der die fortschreitende Entwicklung der Band hin zu eher psychedelischen Sounds beispielhaft veranschaulicht, und „Cursed“ als sympathische Kopie von „Black Sabbath“ mit Ozzy Osbourne.

Der treibende Opener „Black Cloud“ kommt genauso wie ‚Half Crazy so frisch daher wie die Tracks des 1996er Debüts „Use“, erinnert aber auch ein wenig an die leider weitgehend vergessenen Schweden „Terra Firma“ und ihr Gesellenstück „Harm‘s Way“. Überhaupt lässt sich „Great Hallucinations“ gut mit jenem Album vergleichen, weil darauf vergleichbar vielen Songs ein sexy Shuffle-Rhythmus zugrunde liegt.

Das heimliche Highlight markiert hingegen der Slow Blues „Sweet Knife“, in dem der Frontmann dann doch noch richtiggehend aufopfernde Leidenschaft aus seinen Stimmbändern kitzelt – dicht gefolgt vom abschließenden Titelstück, das mit siebeneinhalb Minuten lediglich einen Tick zu lang ausgefallen ist.

Somit stellt „Great Hallucinations“ gewiss keinen Quantensprung für „Nightstalker“ dar, sondern ist „nur“ ein qualitativ hochwertiges Fuzz-Album, das von der Songwriting-Expertise und spielerischen Abgeklärtheit der Band zeugt.

Heavy Psych Sounds

42:11

http://www.nightstalkerband.com

Black Cloud

Sweet Knife

Sad Side Of The City

Seven out of Ten

Cursed

Half Crazy

Hole In The Mirror

Great Hallucinations

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Blues, Doom, Psychedelic, Stoner, ,

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