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Vvlva – Silhouettes

(as) „Path of Virtue“, die erste LP von „Vvlva“ (nur echt ohne „u“), war schon nicht zu verachten, doch mit dem Nachfolger setzt die Band locker einen drauf. Das hat auch damit zu tun, dass sie nur dreimal die Zügel schießen lässt, ansonsten aber löblich kompakte Songs bietet, die sich dank schmissiger Refrains geradewegs ins Langzeitgedächtnis fräsen, nachdem man sich an mitunter etwas sperrige Strukturen gewöhnt hat.

Und noch besser: Unter rein handwerklichen Gesichtspunkten ist „Silhouettes“ ein Fest sowohl für altgediente Krautrocker als auch nachgewachsene Anhänger der Vintage-Bewegung. Mit ihrem näselnden Sänger, der sich phasenweise richtiggehend zu verausgaben scheint, dürften „Vvlva“ außerdem gehörigen Eindruck bei jener Klientel schinden, die auf verschrobene Käuze von „Legend“ über „Ashbury“ bis zu „Manilla Road“ und sogar „Cirith Ungol“ stehen.

Jawohl, der Orgel-lastige Stil der Aschaffenburger lässt sich durchaus als Proto-Metal verstehen, wenn man etwa auch die frühen „Rainbow“ oder „Uriah Heep“ zu dessen Vertretern zählt. An sie gemahnt auf „Silhouettes“ nicht nur das abwechselnd sehnsuchtsvolle und kämpferische „What Do I Stand For?“, wohingegen „Gomorrah“ ein kurioses Stück Psychedelic mit finsterem deutschen Text ist.

Durch solche liebenswürdige Kleinigkeiten überraschen „Vvlva“ immer wieder, was sie gleich mehrere Meilen weit über die Masse der trendigen Retro-Kapellen hinweghebt. Der spielerische und kompositorische Pfiff, den sie auch und gerade in ihren epischen Momenten („Night By Night – The Choir“, „Dance of the Heathens“) an den Tag legen, katapultiert sie endgültig in die erste Liga der Szene, sollten sie sich ihr überhaupt zugehörig fühlen.

Einzig ihre exzentrische, unbequeme Art, es bei aller Leichtigkeit eben nicht jedem dahergelaufenen Schlaghosenträger recht zu machen, dürfte „Vvlva“ die Zusammenarbeit mit einem größeren Label vorerst verwehren … aber das ist nicht schlimm, solange sie wissen, wie sie ihre Hörer finden, oder?

World In Sound Records

42:29

http://www.vvlva.bandcamp.com

Cosmic Pilgrim

What Do I Stand For?

Tales Told By A Gray Man

Gomorrha

Night By Night – The Choir

Hobos

Dance of the Heathens

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Classic Rock, Krautrock, Proto-Metal,

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