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Thorbjørn Risager & The Black Tornado – Come On In

(hwa) Risager kommt mit seinem neuen Album am 31. Januar und wird seine weltweiten Fans wieder Mal nachhaltig erfeuen. Sein stärkstes Album so far? Habe den Eindruck, dass nur noch grandiose Alben von ihm und seiner Band erscheinen werden…

„Come On In“ ist intensiv wie gewohnt, lässt aber auch Raum für mehr Melancholie. Nämlich aktuelle Probleme des Lebens mit bluesigen Grooves und leidenschaftlichen Texten zu kombinieren. Auf Risagers zehntem Album „Come On In“ spricht Risager u.a. eigene Ängste und den politisch-sozialen Umbruch an.

Thorbjørn Risager bringt es im Interview auf den Punkt: „Einige Leute meinen, der Blues sei traurig, weil er nach der Farbe der Melancholie benannt und aus der Musik der Sklaven in den USA entstanden ist. Aber man sollte bedenken, dass es auch eine Musik war, zu der sich die Leute versammelten, wenn sie die Mühen des Alltags vergessen wollten. Der Blues wurde bei festlichen Anlässen gespielt und war dem Grunde nach Tanzmusik. Und genau diese Tradition würde ich gerne weiterführen.“

Auch 2019/20 arbeitet die Band immer noch auf die gleiche Weise, wie sie einstmals zusammenfanden. Thorbjørn Risager sitzt zu Hause mit seiner akustischen Gitarre und entwickelt die Grundstruktur eines Songs, bevor die Band ins Studio geht, wo alternative Vorschläge für Grooves, Basslinien, Bläsersätze, Backgroundgesang oder Fills entstehen.

All das ergibt einen Sound, der einem das Gefühl gibt, alles drehe sich nur um Risagers Stimme. Aber das stimmt nicht. Ihren undogmatischen Umgang mit dem Blues kombiniert die Band demokratisch mit Elementen auch aus anderen Bereichen wie Funk, Gospel, Soul oder Rock’n’Roll.

Feeling und gegenseitiges Vertrauen dominieren: „Das hat sich instinktiv so ergeben“, wie Risager einräumt. „Dieses Mal habe ich einige Songs geschrieben, in denen es um meine Zweifel geht, ob ich in meinem Leben alles richtig gemacht habe. Allerdings geht es bei meinem Songwriting auch immer um das Licht am Ende des Tunnels. Was wiederum bedeutet: Zähne zusammenbeißen und weitermachen.“

„Never Givin’ In“ ist genau so ein Song. „Nobody But The Moon“ zeigt aber auch Thorbjørn Risagers selten artikulierte politische Seite. Indem er die empathische Frage stellt: ‚Wer hat die Kinder gesehen, die im Mittelmeer ertrunken sind, und wer hat ihre Schreie gehört’? Worauf seine definitive Antwort folgt: „Niemand außer dem Mond.“

Der Titelsong „Come On In“ postuliert hingegen das erbauliche Gefühl der Gemeinsamkeit. Im Song geht es um eine Bar, wo ein Jeder, egal welcher Herkunft und Hautfarbe, willkommen ist. Risager hatte offensichtlich den Song im Zusammenhang mit der Kopenhagener Mojo Blues Bar im Hinterkopf: „Dort sind wir groß geworden und viele von uns haben ihre Freundinnen und Freunde dort kennengelernt.“

Risager & Band gewinnen zunehmend an Popularität, indem sie ihre hohen Standards beibehalten und auch textmäßig ausbauen. In über 1.000 Konzerten in 21 Ländern hat diese dynamisch swingende und hochgelobte Risager-Formation das Publikum zum Mitsummen und Tanzen gebracht. Sowohl in Dänemark als auch im Ausland wird man sich immer mehr der Explosivität ihrer Konzerte bewusst, in denen Gitarre, Bass, Schlagzeug, Orgel und Bläser Risagers kraftvolle Stimme flankieren. Das erinnert bei Risagers Ansatz nicht selten auch an Ray Charles oder Joe Cocker.

Diese und viele andere hat Risager im Blut, seit er als Zehnjähriger etwas für ihn absolut Magisches hörte. Bei ihm zu Hause in Jyllinge legten seine Eltern, die beide Musik unterrichteten, nur Klassikplatten auf. Aber im Nachbarhaus eröffnete sich eine neue Welt. Thorbjørn war noch zu jung, um die Wurzeln dieser Musik zu verstehen, all das Elend und den großen Schmerz, aber eben auch die Erleichterung, wenn man sich das Leid von der Seele singen konnte.

„Daraufhin besorgte ich mir mehrere Kassetten mit dieser exotischen Musik und schlief über Jahre hinweg zu den Sounds von Fats Domino oder Muddy Waters ein.“ Das Ergebnis all dessen reflektiert erneut dieses Album. Nämlich den Blues im Umbruch der Zeiten zu präsentieren. Mich hat Risager mit diesem Ansatz schon seit langem im Sack.

(Heinz W. Arndt)

Thorbjørn Risager & The Black Tornado „Come On In“
Ruf 1271

Vertrieb: in-akustik

Laufzeit 42:05 min

VÖ: 31. Januar 2020

Tracklist:

01) Come On In

02) Last Train

03) Nobody But The Moon

04) Two Lovers

05) Never Givin’ In

06) Sin City

07) Over The Hill

08) On And On

09) Love So Fine

10) I’ll Be Gone

Musicians:

Emil Balsgaard (piano, organ, wurlitzer)
Joachim Svensmark (guitar, synthesizer, bg vocal)

Kaspar Wagner (alto saxophone, tenor saxophone, baritone saxophone)
Hans Nybo (tenor saxophone)
Peter W. Kehl (trumpet, flugelhorn, trombone, sousaphone)
Søren Bøjgaard (bass, moog bass, synthesizer)

Martin Seidelin (drums, percussion)

Last but not least: Thorbjørn Risager (vocals, guitar)

http://www.risager.info

Filed under: Album Reviews, Blues,

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