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Tentacula – Tentaculove

(as) Obwohl „Tentacula“ mit ihrem Debüt „Tentaculove“ scheinbar aus dem Nichts ins psychedelische Rockgeschehen, handelt es sich bei den Bandmitgliedern um erfahrene Musiker, die sich u.a. schon bei den mittlerweile aufgelösten „Lucifer Baby“ und der Alternative-Kapelle „ Phobos“ verdingt haben. Gitarrist Markus Kapeller singt in dieser neuen Aufstellung neben Frontfrau Penny Slick Perry und webt zusammen mit seinem Sechssaiten-Pendant Paul Eidenberger einen Teppich mit Kreuzmuster, falls man es dem Sound entsprechend blumig ausdrücken möchte.

Das Album ist nämlich ein Crossover aus erdigem Vintage-Zeug mit Sixties-Surf-Pop-Anleihen und konträr dazu durchaus gewichtigem Doom Rock bis Metal, wobei sich die Band für ihre österreichische Heimat fast schon typischerweise bestechend charakterstark zeigt. Aus diesem Grund spricht allein schon diese EP dafür, dass man die Gruppe vom Gros artverwandter Acts unterscheiden kann.

Die Sängerin agiert mitunter hart am Rand der Übermotivation, aber das passt gut zu der energetischen Performance der Instrumentalisten. Der Einstieg gestaltet sich mit „It‘s Only A Dream“ vergleichsweise düster, wobei Vergleiche mit dem anhaltenden „Okkult“-Stoner-Trend stichhaltig wären, aber nicht unbedingt gezogen werden müssen. Das Titelstück, dessentwegen man sich trotz wehmütiger Stimmung zum Tanzen oder wenigstens Wackeln mit dem Allerwertesten bewogen sieht, spricht ebenso gegen plakative Klischees wie die allgemeine Detailverliebtheit der Player auch auf rhythmischer Ebene.

Dies spiegelt sich insbesondere in „Fear Of Failure“ wider, das neben dem abschließenden Zweiminuten-Ausbruch „Weird“ (hier werden unvermeidliche Erinnerungen an Dick Dale und andere musikalische Wellenreiter wach) das Highlight der Scheibe markiert.

Für die ansehnliche visuelle Gestaltung dieses hibbelig melodiösen, im positiven Sinn zwitterhaften Albums – die eine Genre-Schublade gibt es nicht für die Band – zeichnete übrigens Bassist Chri Zaoldyek (auch „ Swanmay“) verantwortlich.

Das Vinyl gefällt mit gefütterter Innenhüllen und drängt sich als Format für das wunderschöne Cover geradezu auf. Bitte eintüten und so den österreichischen Untergrund unterstützen!

Stone Free Records

https://tentacula.bandcamp.com/

It‘s Only A Dream
Tentaculove
Liquid Thunder
Fear Of Failure
Stoked
Weirdo

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Classic Rock, Doom, Heavy Rock, Metal, ,

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