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Colosseum – Live At The Montreux International Jazz Festival 1969

(as) Unter den Live-Dokumenten von „Colosseum“, die Repertoire dieser Tage aus den Jahren 1969 bis 1971 veröffentlichen, sticht der vorliegendes insofern heraus, als das Montreux International Jazz Festival für jeden Künstler ein besonderes Event darstellte und darstellt. Als die Jazzrock-Ikonen am 21.Juni 1969 dort auftraten, ließen sie dementsprechend wenig bis nichts anbrennen.

Die im Vorjahr aus John Mayalls „Bluesbreakers“ hervorgegangene, noch junge Gruppe spielte zu jenem Anlass in ihrer Urbesetzung auf, die nicht umsonst von Kennern als schlagkräftigste eingeschätzt wird. Falls ein Live-Mitschnitt (der Sound geht für Bootleg-Verhältnisse zweifelsohne in Ordnung) zu einer summarischen Vorstellung der einzelnen Mitglieder der Formation taugt, ist es dieser.

Während „January’s Search“ steht Organist David Greenslade im Brennpunkt, wohingegen „February’s Valentyne“ die „Sternstunde“ von Holzbläser Dick Heckstall-Smith markiert. „Beware The Ides Of March“, womit COLOSSEUM einstweilen pfiffig auf „A Whither Shade Of Pale („ Procol Harums“) anspielen – wird wiederum größtenteils von Riff- und -Lead-Meister James Litherland bestimmt, Tony Reeves Bass-Solo macht den virtuosen Reigen in „Mandarin“ komplett.

Ur-Sänger und Gitarrist James Litherland (später ersetzt von Frontmann Chris Farlowe und Sechssaiten-Mann Clem Clempson) glänzt unterdessen in jeder Situation, wobei sich Fans bis heute darüber streiten, ob die Spitze der Band je besser besetzt war als mit ihm.

Das eigentlich sehr Blues-lastige frühe Material der Gruppe (man höre diesbezüglich ihre ersten beiden Studioplatten) wurden insbesondere durch Drummer Jon Hisemans ungeheuer verspielte Performance „angejazzt“ und trug zur Etablierung des Fusion-Genres bei, weshalb man den Montreux-Gig im Grunde als Blaupause für alle Kapellen verstehen kann, die „Colosseum“ sollten.

Dieser zweite Auftritt der Combo in der Schweiz (vorangegangen war ihm ein Auftritt beim Golden Rose TV Festival) gehört zum Pflichtprogramm aller Rockhistoriker und Band-Fans, auch wenn Repertoire nichts an der nur durchschnittlichen Klangqualität ändern konnten, dafür gibt’s aufschlussreiche Liner-Notes und ein erhellendes, zwölfseitiges Booklet im stylischen Digipak.

https://www.repertoirerecords.com

Repertoire Records

January’s Search

February’s Valenthyne

Beware The Ides Of March

Mandarin

Butty’s Blues

The Time Machine

Andreas Schiffmann

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