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AquaMaria Festival – 6. und 7.8.2021

(hjs) „Auferstanden aus Ruinen“ kam mir in den Kopf als ich mich am Freitag, 6. August in Richtung Osten aufmachte. Ziel war die Plattenburg auf der alljährlich das AquaMaria Festival stattfindet. Ja, das Festival fand tatsächlich statt. Trotz der nicht unerheblichen Probleme im Vorfeld. Ich nehme nichts vorweg wenn ich sage: „Hut ab, das war ein Kracher“! Okay, es war nicht DAS Top Line-Up, aber darum ging es ja auch nicht. Das Festival war eine Botschaft, die da lautete: „Es geht weiter…“.

Nach außen hin schien nichts improvisiert, nichts den Zufall überlassen. Es war für alles gesorgt, sei es der Gaumen- oder der Ohrenschmaus. Über 1000 Zuschauer an dem Wochenende, das war eine Botschaft. Während der Headliner am Samstag spielte musste der Getränkestand die Segel streichen. Das Bier war alle. Keine Ahnung, ob es so etwas schon mal gab. Das war auf jeden Fall mal eine Hausnummer.

Musikalisch gestaltete sich das Festival gut gemischt. Den Anfang am Freitag machten VUG, mit einer Mischung aus 70er Hard Rock und einem Schuß Proto-Metal. So füllte sich auch der Bereich vor der Bühne recht schnell und das Publikum übernahm sehr schnell den Beat. Ein toller Opener!

Als Geheimtip wurden Circus Electric gehandelt. Die Berliner Band um Sänger und Gitarrist Adrian Dehn versteht es mit ihrem Mix aus Blues, Soul und einer Prise Psych die Luft zu elektrisieren. Die beiden Ruhepole der Band, Leonard (Drums) und Oskar (Bass) legen einen perfekten Teppich für die, sich in alle Richtungen windende Gitarre. So geht Rock!

Den Freitag beschlossen die Jungs von The Hirsch Effekt. Angereist mit eigenem Lichtmann stellten sie gleich klar, dass es sich hier um ein Gesamtwerk handeln würde. Der Platz vor der Bühne war wiederum sehr gut gefüllt und die dort verharrenden erwartete ein Donnerhall. Mal schnell, dann wieder Fahrt rausnehmend, eine Prise Core, dann wieder Klänge die wie eine mathematische Formel klangen. Steril, live, voller Power und untermalt von einer kernigen Lichtshow. Zweifelsohne ein Abräumer.

Das war schon mal ein amtlicher Abend. Abgerundet wurde dieser durch ein paar nette Getränke, noch nettere Gespräche und eine Frikadelle.

Am Samstag gab es Zeit sich auf dem Gelände umzuschauen. Der Campground war gut besucht, die Stimmung fantastisch. Randnotiz: Das Wetter spielte auch mit.

Mit einem brandneuen Longplayer im Gepäck eröffneten My Little White Rabbit den Samstag. Die, ich sag mal, kauzige Band aus Hamburg schaffte es auch, die Leute auf das Gelände zu ziehen. Mit Recht. Ihre Mischung aus Post Punk, sogar etwas Pop, und Hard Rock hatte auch das Zeug beim Publikum zu zünden.

Ohne Gesang, aber mit einer gewaltigen Ladung Heavy Stoner Psych Rock gaben Pyramid mal richtig Gas. Komplexe Songstrukturen und einen gewaltigen Klangteppich gab das Trio zum Besten. Jetzt kam auch richtig Bewegung ins Publikum.

Mit Toccoa war anschließend eine regionale Band am Start. Handgemachter Rock, gerne auch mit Folk Einschlag stand auf dem Programm. Leider war die Resonanz zu diesem Zeitpunkt eher gering. Das war vielleicht der Uhrzeit (Abendbrot) geschuldet, aber in keinster Weise der Band.

Den Abend läuteten The Wake Woods aus Berlin ein. Die Brüder Siara plus ein neuer Schlagzeuger und fertig ist das Power Trio. Lupenreiner Rock, klassisch angehaucht mit einer guten Portion Rock’n Roll. Das Publikum ging mit. Tanzbare Musik wurde in den ersten Reihen sehr gerne angenommen. Wenn mich nicht alles täuscht, war leider nicht bis nicht viel von der letzten EP dabei. Sei’s drum, die Band hat genug hochklassiges Material in Petto.

Polis scheint eine Art Geheimtipp zu sein. Psychedelic Rock mit deutschen Texten kam sehr gut an. Die Musiker verstehen ihr Handwerk, Lyrik und Poesie kommen nicht zu kurz, verträumte Pianoparts wechseln sich ab mit kreischender Hammond Orgel. Bass und Kessel bilden ein kongeniales Rhythmusfundament, die Gitarre bekommt ihre Freiräume. Das Ganze kommt live sehr gut rüber. Im Übrigen brachte auch ein technischer Defekt die Band nicht aus dem Gleichgewicht. Leichtigkeit kam auf…

Ein weiteres Trio sorgte als Headliner für einen amtlichen Abschluss, Colour Haze aus München. Stoner Rock in Reinkultur. Gut aufeinander eingespielt versorgten sie die Zuschauer mit einer Mischung aus altem 70er Flair, markanten Klanggefilden und einem soliden Rhythmus – nie langweilig, immer mit Druck nach vorne und einem besonderen Song im Gepäck: Aquamaria.

Mein Fazit: Sehr gerne nächstes Jahr wieder! [hans-juergen]

Running Order:

Freitag, 6.August
20:00 VUG
21:30 Circus Electric
23:00 The Hirsch Effekt

Samstag, 7.August
15:00 My Little White Rabbit
16:30 Pyramid
18:00 Toccoa
19:30 The Wake Woods
21:00 Polis
23:00 Colour Haze

Links zum Festival:
AquaMaria Festival (aquamaria-festival.myshopify.com)
AquaMaria | Facebook

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