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Acid Moon and the Pregnant Sun – Speakin´ of the Devil

(as) Die nächste vermeintlich neue Band, die sich dem Sound der Hippie-Hochphase widmet, erweist sich bei näherer Betrachtung als Zusammenrottung teils erfahrener Musikerinnen und Musiker: „Acid Moon and the Pregnant Sun“ bestehen unter anderem aus Aviran Haviv, der gemeinsam mit seinem Bruder Omer bei „The Great Machine“ edlen Psych Rock spielt, und seiner Ehefrau Eden Leiberman. „Speakin´ of the Devil“ ist das Debütalbum des Oktetts und bereits im Sommer 2020 erschienen, doch dass sich die Experten des Labels Tonzonen nachträglich einer internationalen Promotion der Platte widmen liegt nahe. Die Israelis verweben hier nämlich ganz gemütlich farbenfrohen Retro-Rock wie das satte „Wide“ mit astreinen Halbballaden wie „I Love You“ („Blue Öyster Cult“ treffen Arthur Lees „Love“), wobei sie es auf sympathische Weise nicht so genau mit der Authentizität nehmen.

Die visuelle Ästhetik und der Gesamtsound, den man ohne weiteres in der „Vintage“-Schublade ablegen kann, gemahnen zwar an die ach so goldene Vergangenheit, doch die Gruppe wirkt nicht krampfhaft wie aus der Zeit gefallen. Das sanft mit Orgel unterlegte Titelstück versprüht sogar ein wenig des Flairs von Bruce Springsteens Schaffen Ende der 1970er und Anfang der 1980er.

Wohingegen das experimentelle Beinahe-Instrumental „Creatures of the Abyss“ wie eine Collage und deshalb irgendwie störend wirkt, entpuppt sich das zarte „Bright Sky at Night“ auf seine hypnotisch wippende Art als heimlicher Ohrwurm der Scheibe. Das perkussive „Save Me“ rockt wie die „Rolling Stones“ (insbesondere auch wegen der an Mick Jagger denken lassenden Vocals) zu besten „Their Satanic Majesties Request“-Zeiten und markiert das zweite Highlight.

Mit „Speakin´ of the Devil“ möchten „Acid Moon and the Pregnant Sun“ offensichtlich keine kompakte Fastfood-Musik zur Diskussion stellen. Das Album hat eine Menge zu bieten und mutet in seiner Janusköpfigkeit im Guten wie im Schlechten ausschnitthaft an – nicht wie Anbiederung an Trends oder steifes Nachahmen, aber in sich eben auch nicht völlig rund.

So gesehen könnten auch und gerade reine Prog-Fans ihre Freude daran haben.

Tonzonen / VÖ: 15.10.

acidmoonandthepregnantsun.bandcamp.com

I Love You

Speakin´ of the Devil

Creatures of the Abyss

Wide

Bright Sky at Night

Save Me

Sparrow

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Prog, Psychedelic, Rock, ,

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