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Saalepartie Festival 2022

(vo) Das für mich letzte Open Air Festival 2022 fand in der sehr beschaulichen und hügeligen Gegend in der Nähe von Auerstedt/Bad Sulza, ganz im Osten Thüringens gelegen, statt. 420 km Anfahrt die sich aber sowas von gelohnt haben: eine wunderbare Festivallandschaft in einem kleinen Wäldchen (Weidenpalast) mit Bands deren Musik dank gutem Booking jeden Geschmack traf, gutes Essen und Trinken, viele Sitzgelegenheiten (in meinem Alter wichtig), picobello Toiletten und Wasserversorgung auf dem direkt nebenan gelegenen Campingplatz. Merch, Sound und Licht (Danke Benni!) auf der Bühne super und großartige musikalische Beschallung in den Umbaupausen: von charmanter Hand aufgelegtes Vinyl, top!Und erfreulich bekannte Gesichter im Publikum: Stoned From The Underground Leute wie Fred und Heiko (danke nochmal für die interessante Runde bei euch im Camp mit Kaffee und Gesprächen und euren Freunden und besonders an Fred, der als Einheimischer mir Samstagvormittag die sehr schöne Gegend zeigte, z.B. an der Saale entlang, Himmelreich, Naumburg), einige Freak Valley und sonstige Festival Gänger, Musiker natürlich auch und Altrocker die schon zu DDR Zeiten Konzertsäle stürmten: kurzum eine bunte Mischung Freaks und Leute die sich friedlich, freundlich und feiernd versammelte.

Freitag: um 19 Uhr betrat die erste Band des Festivals die Bühne und was machten die so? Bluesrock und Rhythm ´n ´Blues. Für mich als alteingessenem Fan dieser Musikrichtungen ein gefundenes Leckerli. Die vier Jungs mit dem außergewöhnlichen Bandnamen Schneckenkönich aus der sächsischen Metropole Leipzig machten die ersten 45 Minuten der Partie im Auerwald sehr kurzweilig, besonders beeindruckend fand ich, neben dem hervorragenden Zusammenspiel der Band, die Stimme….diese Stimme: rau, ruppig, kratzend, beißend, mit einem Wort wie die von John Fogerty oder von einem meiner Lieblingsblueser, Fred James (Freddie & The Screamers). Volker gibt 12 Points from North Rhine Westfalia.

Fein. Und dann kamen sie, sie die ich seit zig Jahren leider nicht mehr live erleben konnte und durfte, die drei bretthart federleicht marschierenden Instrumentalberserker aus dem Vogtland, die mit Absturz, Hangar, Muttermaschine für mich drei Highlights des instrumentalen Rocks erschufen, die jedes Festival mit ihren Auftritten verkaisern, Mother Engine. Chris, Christian (er war für das wunderbare Festival Lineup verantwortlich) und Dr. Prügelpeitsch (danke Otto W.) Cornelius knallten, wummerten, bretterten uns ihre instrumentalen Post-, Prog-, Psychedelic- und Stoner Rock Orgien um die Ohrwascheln, meine Fresse war das GEIEL! Dazu passte das fast durchgehend Enzianblaue Bühnenlicht, das die Musik des Trios noch beeindruckender erscheinen ließ. 75 Minuten ließ der Zeitplan zu, 75 Minuten die mir die Halswirbelsäule auf Vordermann drehte, Danke Jungs!

Da die Umbaupausen heute mit jeweils 30 Minuten bemessen waren gab es genug Gelegenheiten zum inhalieren, Biertrinken und Musikquatschen. Aus Milano kam das nächste Schmankerl: Giöbia. Das Quartett Melissa-Synthesizer&Gesang, Stefano-Gitarre&Gesang, Paolo-Bass und Pietro-Drums ist seit Jahren eine feste Größe bei diversen europäischen Festivals einiger unserer verehrten Musikrichtungen, sie zelebrieren ihre Rock-Mischung aus Acid, Garage, Prog, Psychedelic und Space eben nach dem Motto: alles so schön bunt hier, und heute abend besonders bunt. Das Publikum, in einigen Teilen immer vorne dabei mit Bier und Spaß in allen Backen, ging ziemlich ab, kein Wunder bei den Reisen, die Giöbia in ihrem Katalog führen.

Zwischendurch nochmal der Hinweis auf die großartige Beschallung in den Umbauzeiten, siehe Bild.

Um 23:45 Uhr ging dann zum Abschluß des ersten Tages noch kräftig der Punk ab: DxBxSx aus Berlin prügelten gefühlt pro zehn Minuten 15 Songs in ihrem 60minütigen Vortrag unter´s Volk, mit launigen Sprüchen in den Ansagen garniert, wie z.B. über einen Discounter der mit tausenden von Filialen im Norden und Süden der Republik vertreten ist.

Danach war für mich Feierabend, ab zum Hotel, auf dem Balkon dort den Blick auf einen rot blinkenden Windpark in zig Kilometer Entfernung gerichtet und den Abend Revue passieren lassen: schön war´s.

Samstag: nach einer dann doch zu kurzen Nacht ließ ich mir das eine und andere vom opulenten Frühstücksbüfett munden, war ein paar Stunden in der Gegend mit dem Twingo und Kumpel Fred unterwegs (und Naumburg-Softeis, an der Saale-Bockwurst+Kartoffelsalat) Mittags/Nachmittagsschlaf und ab 16:40 Uhr leider nur noch drei Töne von The Confused Postman mitgekriegt, sorry. ICTRL aus Plauen im Vogtland eröffneten dann für mich die Sause am zweiten Partietag. Ich würde ihren Sound hauptsächlich in den Indie- und Alternativbereich verorten, guter Sound, charmante Stimme, kräftiger Backgroundgesang, gute Saiten- und Schlagarbeit. So zum Schluß hin gab es aber noch ein sehr altes Lied aus dem Volk (war´s spanisch oder?, weiß ich leider nicht mehr), aber es hörte sich außergewöhnlich wunderbar an.

Berlin war auch noch mit einer zweiten Band vertreten: Cannabineros. Die beiden Protopaten Igor-Saiten und Säsh-Schlagdrauf und Entertainment kloppten ihren Protopatischen Rock mit Schmackes und Trara und volles Rohr in das Hörvolk, das begeistert mitprotoparlierte, es gab zuhauf in die Fresse, den Nacken und in die Kniegelenke. Die Photos sprechen beredte Sprache was da so abging.

Stoner Metal, Post Metal, mitunter herbe Schreie zur Markierung der dunkleren Saiten ihrer Musik, das waren Echolot aus Basel/Schweiz, die einen interessanten Gegenpol ins Lineup mitbrachten. Augen zu und darauf einlassen hieß mein Motto. Das Kopfkino kann da ganz schön was an- und einrichten denn wenn du die brettharten Riffs, den wummernden Bass und diese Schreie kombinierst gehts ab im Hirnkastl.

Nach dieser sehr beanspruchenden Performance ging es zur vorletzten Band des Abends und zurück in die 60ies und 70ies, Schlaghosen mit Kellerfalten (siehe Tawny), bunten Klamotten und psychedelic-funkigem Latin, Blues- und Soul Rock aus dieser Zeit, ins hier und jetzt transportiert: El Perro. Die groovten wie die Sau, das gefiel dem mit dieser Musik aufgewachsenen Volker. Leider gab es an ihrem Merchstand ein langes Gesicht von mir denn sie waren Vinylistisch ausverkauft. So: Tawny-Percussion, Parker-Gitarre+Gesang, Jaron-Gitarre, Lonnie-Drums und Shawn am Bass waren voll drauf, kein Wunder denn der Abschluß ihrer Tournee fand eben an diesem Abend statt und sie gaben nochmal reichlich, heijeijei, das war ein Heidenspaß.

Nach diesem Feuerwerk nochmal alle Kräfte zusammengerafft denn jetzt kommen Toundra, die ich bestimmt seit 2012 13 – 15 mal live erlebt habe und ich kann immer wieder wieder nur konstatieren: mehr Spielfreude geht nicht, Punkt

Die vier Freunde aus Madrid fegten den Auerwald blitzeblank: famoses Bühnengeschehen, famose Musik, famos abgehendes Hörvolk (besonders Shawn von El Perro ging sowas von mit vor der Bühne), famose Playliste mit jeder Menge Geschichte der Band wie Magreb, Watt, Bizancio und Kitsune, was wollten wir mehr….nix mehr, es war ein famoser Abschluß eines für mich famosen Festivals.

Ein geklautes Bild von der Saalepartie FB Seite zeigt euch die Crew: ich verneige mich und bedanke mich für alles bei euch, ich habe mich unglaublich wohlgefühlt und werde jedem erzählen wie großartig das bei euch war, DANKE!….(volker)

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