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Ripplefest Cologne 2022 im Club Volta am 26.11.22

(vo) Ein Fest dieses Fest, vor allen Dingen ein rappelvoll besuchtes Fest: wunderbar für den Veranstalter Ripple Music in Gestalt von Max Rebel, dem Deutschlandvertreter des Labels, der uns ein Line-up präsentierte bei dem für jeden was dabei war: bluesig, garagig, hard, bissel hardcore, heavy, psychedelisch, sludgeig, stoned, stonedmetallisch….sieben Bands für unser Pläsier.

Pünktlich um 16 Uhr stand der Marburger Fünfer „Red Stone Chapel“ bereit um uns harden Rock um die Ohren zu schlackern, aber vor der Chose sprach Veranstalter Max einige Worte zu uns und dann ging´s mit dem Marburger Bund rund im eckigen Saal, der nicht nur mit vielen Hörwilligen um diese Zeit gefüllt sondern auch mit Merchständen der verschiedenen Bands und dem Stand von Stef Dimou, der auch etliches im Angebot hatte. Die Aufwärmphase von RSC dauerte geschätzte fünf Sekunden und dann ging es ab mit Schmackes, das Quintett rockte sich um Kopf, Kragen, Nacken, Saiten und Felle, da wurde das Publikum windelweich gedroschen und die Halle auf Rockbetriebstemperatur gehoben. Sehr viel Bewegung auf und auch schon vor der Bühne, die Jungs wirkten gut aufgedreht in positivem Sinne, das war ein kerniger Anfang…..

In der Umbaupause gab es die Gelegenheit den Veranstaltungsort zu inspizieren: alles machte einen guten Eindruck und die Getränke- und Essenpreise waren angemessen. Dann noch ein bißchen rumsabbeln mit Freunden und Bekannten. die zahlreich erschienen und schon ging der Punk ab, im wahrsten Sinne des Wortes: „Kavrila“ aus Hamburg schüttelten sich kurze, schnell auf die Punkte gebrachte Brachialität aus den Shirts, mit wild herausgebrüllten Texten und knackigem Instrumentarium. Keine Gefangenen gemacht, alles richtig gemacht kann ich da nur schreiben, das Hörvolk war sehr angetan.

Nach dieser Durchrührung des Publikums kamen als nächste die Schweizerinnen „Velvet Two Stripes“ auf die Bühne, die mit ihrem wunderbar bluesigen GarageRock rotzig und rauh die Gemüter in anderes Fahrwasser geleiteten: die drei Mädels sind der Kern der Band, an Bord war aber auch noch männliches mit Ramon, ihrem Tourschlagzeuger. Neben dem großen musikalischen Können des Quartetts – die Saitenbearbeitung von Sara ist superb – möchte ich noch extra die Stimme ihrer Schwester Sophie rausheben: herb, rauh, kratzig, beissend, kurzum: super! Franca an den Basssaiten (ich wollte unbedingt ein Wort mit drei „s“ schreiben), die seit Bandgründung 2012 mit dabei ist und auch Background singt hat alles im Griff und grooved zusammen mit Ramon aufs Beste. Das war was für den Blueskopp Volker, der die Ohren weit aufsperrte und beeindruckt vom Gehörten und Gesehenen war: Musikalität in Verbindung mit Seele und Inbrunst kam da von der Bühne, ich verneige mich!

Nicht nur landschaftlich und kulinarisch hat die italienische Toskana was zu bieten sondern auch musikalisch: das Trio „Mr.Bison“ stammt aus dieser Gegend und servierte uns deftige Kost in Form von Heavy, Psych und Stoner mit bluesigen Wurzeln. Seit 13 Jahren beackert der Mister die Bühnen Europas und für mich war das die Premiere in Sachen Live mit dem Fazit: knallt! Die volle Hütte ging mit mir, wie ich an der Bühne mitbekam, in meiner Einschätzung konform: das Ganze wurde gut abgefeiert.

Und nun Bühne frei für Veranstalter Max und seine beiden Side Tornados: „Plainride“ barsten vor Energie mit ihrem Heavy Rock, den ich schon einige Male live erleben konnte. Heute abend gab es sieben Spielfreuden aus ihrem bisherigen Repertoire plus einem neuen Song und eben so wie das in ihrer DNA festgeschrieben ist: heftig, ruppig, rauh, treibend nicht trabend und immer mit viel Spaß in allen sechs Backen. Das Volk vor der Bühne ging genauso gut ab wie die Band, der einzige Baldriantropfen war der bei uns Photographen besonders beliebte Bühnen Nebel, der das Ablichten nicht begünstigte. Vernebeln kann bei manchen Bands das Ganze noch mehr verinnerlichen, aber bei Heavy Rock? Ein paar lichte Momente konnten wir doch einfangen…..aber egal, es ging ja nicht um uns kleine Objektiv-Schar sondern um das Ganze, und das wurde freudig abgefeiert.

Das Berliner Dreigestirn der Brüder Andreas und Stephan Voland und Behrang Alavi existiert schon seit über 20 Jahren und ihre Band „Samavayo“ hat in dieser Zeit etliche Venues in Spaßbäder verwandelt. So natürlich auch heute. Ich hatte vor 14 Tagen schon das Livevergnügen mit dem Berliner Dreigestirn beim Check Your Head Festival in Dortmund, wo ich sie zum ersten Mal! erlebte und schwer begeistert war. Die heutigen sieben Songs hatten es wie anno dazumal in sich, das ist schon ne perfekt eingespielte, goile Truppe mit unglaublicher Power, gnadenlos und gestenreich angetrieben von Stephan als Peitsche und Andreas als wummerndem Taktgeber: Behrang fährt dazu seine Gitarrenreisen ab und singt sogar zwei Kompositionen in seiner Muttersprache persisch, wobei er uns die Texte erklärt und natürlich auch erwähnt was da gerade im Iran an Gewalt gegen das Volk vom Regime exerziert wird und der Protest des Volkes das nicht für solch einen Staat gekämpft hat! Gegen das vorsintflutliche und Mittelalterliche Gebaren! Und zum unpolitischen Schluß singen wir Hörvolk beim Song Rollin den Refrain auf Takt mit…..das prasselt.

Und zum Abschluß des Ripplefestes wird es eng und kuschelig vor der Bühne: Colour Haze laden ein zu einer Reise durch einen klitzekleinen Teil ihrer Kompositionen: bei 14 Alben ohne die Liveinspielungen könnten sie locker drei komplette Festivaltage abfeiern. Der Soundcheck ist, wie immer beim Münchner Szene-Urgestein, so wie er ist…..und dann gehts los. Ich stehe unmittelbar, nur ein paar Meter getrennt in Höhe Manni Merwald: was für ein mörderisch guter Schlagzeuger. Es ist für mich immer wieder faszinierend was er so alles einpeitscht, einprügelt, streichelt, taktet und er ist, wie immer, mit allen Fasern im Einsatz und im Einklang mit den Melodeien, die seine drei Mitstreiter Stefan – Gesang,Gitarre, Mario-Bass und Jan an den Tasten mit ihm zusammen zelebrieren, das hat schon einsame Klasse was die da so rauslassen: Jam, Rock, Jazz, Bluesiges, Psychedelic und Stoner, herrlich!

Noch eine kleine Bilderstrecke zum Thema Manni Merwald:

Ein Abend im November, der es in sich hatte, geht zu Ende: ich bedanke mich bei Max für die Akkreditierung, beim Hörvolk für die gute Stimmung und bei meinen Freunden und Bekannten für ihr Erscheinen und die Gespräche, DANKE!

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