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Rico Repotente – Dust On The Halo

Rico Ripotente hat Zeit.  Langsam segelt „Dust On The Halo“ los,  dann wird die Gitarre schwerer, ein Groove setzt ein, und ganz gemächlich geht die Post ohne Zeitdruck ab.  Ja, Rico Repotente weiß, wie man es macht. In Manila geboren und in Hamburg aufgewachsen, lebt er seit Mitte der Neunziger in Berlin und präsentiert mit „Dust On The Halo“ sein zweites Album.  Acht Songs auf schwarzem Vinyl, die sowohl altersweise als auch jung zugleich sind und ohne Schnörkel oder Exaltiertheit auf den Punkt gebracht werden.

Lieder, die über die Welt da draußen voller Skeptizismus und in meditativer, desillusionierter Stimmung berichten.  Ja, hier wird eine Sprache gesprochen, die man nicht zu dechiffrieren braucht. Vielleicht hat Rico Repotente Vorbilder, Neil Young etwa oder Crosby, Stills & Nash oder auch Ry Cooder, aber diese rücken in den Hintergrund und machen Platz für Rico selbst.

Die Einsamkeit der Existenz, die Sehnsucht nach Unbeschwertheit, die Suche nach Nähe, die Bitterkeit gescheiterter Versuche – darum geht es auf diesem Album.  Allen Songs wohnt ein wundersamer Zauber inne, der sich ganz besonders nach mehrmaligem Hören ungemein entfaltet und den Hörer/die Hörerin dann nicht mehr loslässt.  Bittersweet nennt man dasAber weinen muss hier niemand, sondern weitergehen, immer weitergehen, mit offenem Augen und einem kleinen Lächeln. Um irgendwann vielleicht irgendwie irgendwo anzukommen.

Herr Repotente`s Stimme ist unprätentiös und manchmal brüchig, aber keinesfalls mit einer Attitüde weinerlicher Jammerei versehen, sondern durchaus mit erhobenem Kopf.

„You`ll Never Want Me“ ist z.B. eine weit über Retro-Gedöns hinausgehende, düstere und melodische Schönheit mit Platz für eigene Gedanken.  Dieser Song packt mich mit ganz bestimmten „Fat Old Sun“ oder „Wish You where here“-Assoziation bei den Ohren (jaja, immer wieder gibt es Momente im Leben eines Musikfans, die in der Unvergessenheit verharren).  Oh ja, hier reichen sich Vergangenheit und Zukunft, Schmerz und Zuversicht die Hand.  Rico Repotente und seine Mitstreiter probieren Ideen aus, nehmen dazu Versatzstücke in die Hand, drehen und wenden sie, prüfen sie auf Verwendbarkeit und betreten damit neues Land.  Wir wissen, dieses Leben ist unseres, aber uns allen ist bewusst:  „Everybody Dies Alone“.  Mit kaum gezähmter, wärmend dunkler Melancholie und einer zurückhaltenden Gitarre fängt dieses Lied den Hörer/die Hörerin ein. Fatalismus und stille Ergebenheit fallen hier zusammen.  Ebenfalls ohne jedwede Markigkeit dringt das atmosphärische „Norway“ ins Gemüt, ohne jedoch ein Spinnennetz der Tristesse darüber zu legen.

Alles in allem sind das unaufgeregte, doch dem Fühlen Gedanken mitgebende Produktionen, bei denen man hört, wie sie gemacht sind. Und genau das ist Repotentes Raffinesse.

Bei der Instrumentierung von „Dust On The Halo“ halfen Drummer Christopher Catillo, Bassist Joe Williamson, Pianist Chris Abrahams, sowie die Sängerinnen Jelena Kulic und Miss Kenichi. Das Mastering der Download-Version wurde von Boris Meinhold gemacht und das Vinyl von Nicholas Bussman.  Das Cover gestaltete Frank Höhne. Veröffentlicht wurde es am 16.11.2012 bei Goldrausch Records in Berlin.

Trackliste: 1. Dust On The Halo // 2. Everybody Dies Alone // 3. Norway // 4. Pure Emocion // 5. Snoestorm // 6. Ten Thousend Eyes // 7. Windbreaker // 8. You`ll Never Want Me

Hier kann man die LP bestellen: http://wp.ricorepotente.com/?page_id=80

oder hier: http://www.goldrausch-records.com/Home.html

Vielen Dank an Rico Repotente für die Fotos und die Erlaubnis, den Clip zu verlinken! …(..Rosie..)

Filed under: Album Reviews, Blues, Singer/Songwriter, Vinyl, , , , , , , , , , , ,

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