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Love Machine – A Present To The Galaxy

Love Machine 1Es gibt hin und wieder Momente im Leben, die einem zufälliger Weise begegnen und vollkommen ausknocken.
Man kneift sich und denkt: Ist das gerade wahr, was ich da höre?
Wie bei der Düsseldorfer Band „Love Machine“.
Die legen ein psychedelisch angehauchtes Chilloutalbum wie aus dem Bilderbuch an der Grenze zum Jazzrock vor.
Es klingt wie von gestandenen Profis – ist aber tatsächlich das Debüt von fünf bis sieben Jungs zwischen 20 und 27 Jahren …

Wow! Da muss ich erst Mal meine Gedanken und Gefühle ordnen.

Und das ist das Ergebnis:

Love Machine ist ein Phänomen!

Sie liefern mit „A Present To The Galaxy“ ein unglaublich versiertes Erstlingsalbum ab.

Mit einem Selbstbewusstsein, das die Götter des Musik-Universums vermutlich nur wenigen zuteil werden lassen.

Die Texte kreisen um Utopien, Transzendenz und psychische Abgründe.

Das Album beginnt mit „Hermes Red Shoes“ (11:19).

Hermes: Auch so ein „Götterbote“.

Jedenfalls wandeln Love Machine in seinen Schuhen so souverän, als hätten sie davor niemals etwas anderes gemacht.

Der Song ist im dominierenden Slow-Modus gehalten und besticht unter anderem durch exquisite Orgelsoli.

Marcel Rösches tiefe sonore Stimme erinnert an Brad Roberts von den Crash Test Dummies (schätze: „Hmmm Hmmm Hmmm Hmmm“ ist allen noch in bester Erinnerung!)

Der Übergang zu mehr Dynamik bei 5:23 min kommt zwar ein wenig abrupt – dennoch hat Drummer Noel Lardon als technischer Supervisor des gesamten Aufnahmeprozesses (einschließlich Mixing und Mastering) einen verdammt guten Job gemacht.

Ein starker Anfang!

Weiter geht’s mit „Flower (4:42)

Dort kommt das elektrische Fender Rhodes Piano von Lukas Lohner zum Strahlen.

Ray Manzarek von den Doors lebt leider nicht mehr – aber sollte er es auf der besten Wolke so far – also Wolke sieben – irgendwo im Himmel hören: Er wird frohlocken.
Grandiose Mucke in der Tradition der Doors.

„The Vision of how the Office becomes an Hurricane“ (6:19) wechselt in den Midtempo-Modus.

Die betörende Vielfalt (unter anderem afrikanische und lateinamerikanische Rhythmen) lässt erahnen, dass die Band vielfältig aufgestellt ist und über sehr viel Potenzial verfügt.

Und sie hat – sehr wichtig! – genau die richtige kritische Distanz zu sich selbst.
Da agieren keine eingebildeten „Überflieger“, sondern Musiker mit Herz und Verstand.

In der Regel halte ich von den sogenannten „Waschzetteln“ als Produktinfos der Plattenfirmen eher wenig. Aber hier bei Love Machine ist auch die beigelegte Info zur Band absolut stimmig.

Der Titelsong „A Present To The Galaxy“ (19:31) adelt die Band endgültig zu bemerkenswerten Newcomern, die als Bandverbund oder solo die hiesige Szene (mit Aussicht auf die halbe Welt) hoffentlich weiterhin befruchten mögen.

Der Song – ebenfalls midtempotemperiert – ist das eigentliche Sahnehäubchen des Albums.

In doppelter Hinsicht.

Zum einen, weil mir scheint, als habe die Band in „My Sleeping Karma“ aus Aschaffenburg Brüder im Geiste – in bestem Spacemusic-Sinne.

Zum anderen, weil Love Machine durch Marvin Kirchhofs’ Saxofon (nicht nur, aber auch!) einen nachhaltigen Eindruck bei Klaus Doldinger hinterlassen wird.

Schickt dem „Schirmherrn“ der Düsseldorfer Jazz Rallye unbedingt euer Album zu.

Sollte er nicht zugreifen, möchte ich an Doldinger zweifeln.
Er muss (!) euch einladen.

Exakt: Weil ihr die großartige Fähigkeit besitzt, das Beste vieler musikalischer Welten zu antizipieren und umzusetzen.

Ihr lasst euch zudem nicht von irgendwelchen Plattenfirmen unter Druck setzen, sondern produziert kurzerhand selber.

Respekt!

Euer zweites Album wird den sogenannten „Spreu vom Weizen“ trennen, wie es häufig so schön heißt.

Ihr schafft den Spagat – locker! Da bin ich mir ganz sicher!

Jedenfalls gehört ihr in 2015 unbedingt zum Programm der Düsseldorfer Jazz Rallye.

Ihr habt einen alten Kritiker wie mich nachhaltig überzeugt.

Lasst mich zum Schluss ein Songzitat aus eurem Album („I can see the fire burning through your eyes”) ein wenig modifizieren, indem ich schreibe:
„I can feel the spirit shining through your perfectly natural performance“.

Die Band, die das bei mir ausgelöst hat, besteht aus:

Marcel Rösche (27) – Vocals, Percussion
Hendrik Siems (20) –Guitar
Felix Wursthorn (22) – Guitar, Synthesizer
Thibaut Sanli (21) – Bass
Noel Lardon (23) – Drums, Percussion, Prepared Cymbals
Gastmusiker:
Marvin Kirchhofs (22) – Saxofon auf „A Present To The Galaxy“
Lukas Lohner (22) – Orgel auf „Hermes Red Shoes“, Rhodes auf „Flower“.

Love Machine 2

 

 

 

 

(By the way: Vier Musiker sind per Foto im Booklet abgebildet – siehe Scan)

Dieser Band gehört die Zukunft!

Ein ganz heißer Tipp!

„A Present To The Galaxy“ ist für 10 € erhältlich bei A&O Medien in Düsseldorf oder direkt bei der Band per download.
Auf der Website kann man sich auch das Album in Gänze anhören.

TT: 42 min

Kontakt über
lovemachinegermany@hotmail.com

(Heinz W. Arndt)

Love Machine

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