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The Order Of Israfel – Wisdom

TheOrderOfIsrafel_CMYKHeute gibt es mal klassischen Doom auf den Teller. Nett hergemacht mit allem, was dazu gehört: Düstere Klänge, derbe Riffings und meist eher im niederen Tempobereich. Jetzt aber keine Angst vor Gebrülle: Die Stimme bleibt clean. Was The Order Of Israfel auszeichnet, das ist einerseits der wirklich gute, altbackene Sound, die Virtuosität gerade an den Gitarren und zum Anderen das tolle Songwriting. Auch macht sich die Mischung aus epischen, langen Tracks und kernigeren Songs mit kürzerer Spielzeit spitze. Das tiefschöpfende Songwriting bleibt nicht etwa auf der Strecke, tritt zwar zurück, macht damit aber nur Platz für klare Strukturen und formt den Song beizeiten sogar richtig zur Hymne – wie die Refrains in „On Black Wings, A Demon“ oder „Born For War“.
„On Black Wings, A Demon“ ist für mich persönlich ohnehin der Kracher-Song auf „Wisdom“. Der starke Ohrwurmcharme schmeichelt und stiftet an; die Soli sind schlicht Wahnsinn und der kurze Ausbrecher in den Groove zeigt, wie kreativ  ihre Songs angehen. Und das sogar bei den kürzeren Nummern.
In den langen Stücken kommt dafür vermehrt auch noch ein abgefahrenes Element durch: Eine Prise Folk so wie beim Start von „Wisdom“ (Titeltrack und erster Titel) oder noch deutlicher und ohne den Bonus als halbes Intro in „The Earth Will Deliver What Heaven Desires“. Folk heißt hier vor Allem die Reduzierung auf feine Klänge aus der Akustikgitarre, Trommeln und unterstützende „Ahs“ aus tiefen Kehlen.
Der andere mächtige Kracher ist mit Sicherheit das über fünfzehn-minütige Epos „Promises Made To The Earth“. Erwartungsgemäßg lassen sich die Jungs viel Zeit beim Songaufbau, aber sie bleiben insgesamt erdiger. (Earth – erdig: Ja, der Titel war gut gewählt) Typisch doomig geht es mit viel Gewalze über längere Strecken des Songs weiter, anders als in „The Noctuus“ geben Soli den Extrareiz statt hartem Riffing, aber „Promises Made To The Earth“ zeigt sich auch deutlich moderner als andere Stzücke.

Und so kommt es zu Stande, dass man sehr viel Doom auf „Wisdom“ finden kann. Schaltet man in die Mitte des Titeltracks, hört man viele Parallelen zu Katatonia, in den langen Tracks erdig wie Alunah („Promises Made To The Earth“), manchmal langsam und heftig wie Ahab (Mittelteil in „Morning Sun (Satanas)“, natürlich ohne die heftig tiefe Stimme), auch Sabbath findet man zum Beispiel in „The Earth Will Deliver What Heaven Desires“ – vielleicht aber mehr Pentagramm. Aber all das habe ich auch erst gemerkt, als ich etwas durch die Songs geklickt habe. Und dann noch diese folkigen Zwischenparts, die so tiefgründig und so weich klingen und dadurch einen irren Kontrast in die Lieder bringen. The Order Of Israfel liefern einfach unglaublich komplexe Musik. Klar, die Wurzeln sind die doomigen 70ger, aber sie zeigen sich viel zu eigen, als dass man ihre Musik auf dem Plattentisch sezieren könnte. Ein herrliches Debüt…..(Colin)

The Order Of Israfel

Tour mit Lonely Kamel

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September 2014
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