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Hey Colossus – In Black And Gold

Hey Colossus(ch) Eingehüllt in eine Wolke aus verdrehter Riffkunst und alkoholgeschwängerter Hingabe haben es sich HEY COLOSSUS aus London in den düsteren Ecken des britischen Untergrundes gemütlich gemacht. Über das letzte Jahrzehnt hinweg haben sie uns Platte um Platte vorgelegt und sich dabei auf eine urwüchsige Art des gemeinsten Noise aus überhitzten Verstärkertürmen spezialisiert. Doch der ganze Hass ihrer bisherigen Veröffentlichungen erscheint nun als bloße Fingerübung, wenn man das neue Album „In Black And Gold“ betrachtet, das ihre monströse Attacke auf Hochglanz poliert.
Ihr erstes Album erschließt Neuland für HEY COLOSSUS. Hier trifft bitterböse Galle aus dem Untergrund auf himmlische Üppigkeit. ,In Black And Gold“ markiert den Punkt, an dem HEY COLOSSUS ein Territorium markieren, das über ihre typische, mürrische Überbelastung hinausreicht. Die Songs kommen schlanker und kunstvoller daher als der furchterregende Sound, mit dem sie sich einen Namen gemacht haben, verfügen aber noch immer über den selben ungebrochenen Zorn wie den der STOOGES, der ihre Übertretungen des Noiserock ausmacht.
Eine Evolution hat dafür gesorgt, dass ihre maximalistischen Tendenzen Platz für Raum und Zurückhaltung lassen, um nicht sogar von einer erfrischenden stilistischen Offenheit zu sprechen, die für eine verwirrende Alchemie sorgt. Hier fühlt sich die Band ebenso wohl dabei, elektronische Dub-Mantras wie „Lagos Atom“ umzusetzen oder wie das CLUSTEReske Schlaflied „Hold On“.
Oh nein, der urwüchsige Rock ist nicht verschwunden. Auf „Sisters And Brothers“ beschwören HEY COLOSSUS einen durchgeknallten Groove, der sich auf den Hörer stürzt, während der Noise-Psych des Titeltracks einem cinematischen Soundauswuchs folgt, in dem sich THE BAD SEEDS und THE 13TH FLOOR ELEVATORS um 12 Uhr mittags während eines Psycho-Duells in die Augen starren.
Das klang in der Vergangenheit viel niederträchtiger als jetzt, wenn sie die Verstärkertürme rauchen liessen. Hier ist es eine auf unterschiedlichen Ebenen angelegte Bösartigkeit, die sich Raum verschafft, denn sie integrieren kunstvoll auch krautrockige Repetitionen bis hin zu Dub und Psych-Rock, rocken einem aber auch bitterböse mit verzerrtem Gitarre den Hintern weg, nicht ohne wabernde Verzerreffekte und allerlei Wahnsinn, der sich am Rande stilistischer Offenheit bewegt. Eine Wundertüte in Sachen halluzinogenem Noise-Psych-Rock, besser wie jeder Zombiefilm. Sehr Hörenswert!…..(Charly)

Erschienen am 9. Februar bei Rocket Recordings auch auf farbigem Vinyl.

http://rocketrecordings.bandcamp.com/album/in-black-and-gold

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01. Hold On [4:14]
02. Sisters and Brothers [4:13]
03. Hey, Dead Eyes, Up! [3:07]
04. Wired_Brainless [5:51]
05. Black and Gold [5:58]
06. Lagos Atom [9:54]
07. Eat It [4:00]
08. Sinking, Feelingt [4:06]

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