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Child – Child

cover(vo) Ein Rundum-sorglos-Paket in Sachen klassischer Heavy-Blues-Rock legt uns die 2012 im australischen Melbourne geborene Band Child ans Herz und auf den Teller, der für viele von uns „Vinylbekloppten“ die Welt bedeutet. In schwarzes oder rotes oder in hazed weiß-oranges Vinyl gepresst, erwartet den geneigten Freak ein Sound, der das Großartigste aus den Geschichtsbüchern des heftigen, bluestriefenden Rocks filtriert.
Sound, dessen Wurzeln in den Baumwollfeldern Mississippis prächtig an- und ausschlugen und göttliche Früchte hervorbrachten.
Die reifen Früchte wurden damals und teilweise auch heute noch gepflückt von Buffalo, Chain, AC/DC oder Rose Tattoo, in Melbourne und Sydney.
Sound, der auch aus England und Irland rüberschwappte, zum Beispiel: Taste, Free, die Groundhogs, Ten Years After, Oh Well ohne Albatross!
Und aus Texas und Kalifornien gab’s auch was auf die Mütze.
Im Hier und Heute hauen uns Child – Matthias, Michael und Jayden – in knapp 40 Minuten alle Trademarks und Duftmarken der vorgenannten Bands um die Ohren, aber: mit sehr viel eigenen Markierungen auf einem eigenen Weg.
Röhrend, schleppend, verzerrt und vor Dreck starrend quillt der Schmutz aus ihrem Sound.
Die Nadel hat den Blues, tanzt vor Freude und rockt und kratzt den Child-Blues über die Röhren aus den Boxen.
Qualmend, hart, energisch und voller Soul.
Nix glatt. Glatt ist für die Produzenten Paul Maybury und Dav Byrne, die Musiker und für das Label Kozmik Artifactz ein Schimpfwort.
Sound, der dir Löcher in die Jeans raspelt.
Sound, der nach Schaum auf der Oberlippe schreit.
Die komplette Blues-Rock Aufführung in fünf Akten startet mit „Trees“ und den unsterblichen Zeilen: „ Everyday, i have the Blues“…..und zum Frühstück gibt’s jeden Morgen Whiskey in den Kaffee.
Angesiedelt im Slow- und Midtempobereich streichelrn und schreien sich Gitarre und Stimme von Matthias Northway durch den Lebens-Blues, mal verfuzzt, mal in Brustkorberschütternd tiefen Bereichen, Stonegepresst.
Das Rhythmusduo Michael Lowe/Drums und Jayden Ensor/Bass schlägt, schruppt und strickt grobe Hüllen um „Trees“ und die vier folgenden Blues-Rocker, die sich auch in keinem Fall gewaschen haben.
„Stone By Stone“ erinnert mich in manchen Teilen an den verhallten und verzerrten Gitarrensound der Lil` Ol` Beards from Texas in ihrem Epos „Fool For Your Stockings“, allerdings ist im Falle „Stone By Stone“ zum Ende hin das Outro kreischender.
„All Dried Up“ brilliert mit einer Gitarre in fast ständiger Alarmstellung und die den Sound schwer unterfütternde Schweineorgel von Horce.
„Mean Square“ und „Blue Overtone Storm/Yellow Planetary Sun“ legen den Fokus schwer in Richtung Stoner-Blues.
Mit tief geschreddertem, verfuzztem Gitarrensound werden Wände eingerissen……und du liegst, mit einem seligen Lächeln im Gesicht, für diese knapp 18 und die vorherigen 22 Minuten unter dieser Soundwand…..(Volker)

Child

Kozmik Artifactz

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Februar 2015
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