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Papir meets Electric Moon – The Papermoon Sessions – Live At Roadburn 2014

Papir-meets-Electric-Moon-The-Papermoon-Sessions-live-at-Roadburn-2014(to) Zugegeben, bei dieser einzigartigen Live Show, die mir genau so gewaltig durch meine Hörnerven rauscht als wenn ein satter Meteoritenbrocken den Planeten verwüstet, könnte ich hier beim Belauschen der digitalen Notenvielfalt fast jedes Mal aufseufzen. Liebend gern wäre ich persönlich und in voller Klangfarbe mit dabei gewesen um diese ganze eindringlich berauschende Atmosphäre am eigenen Leib wahrzunehmen. Bevor ich hier aber in einen „nicht selber Live miterlebt haben“ Seufzkrampf verfalle, kommt mir nun zum Glück der komplette Konzertmitschnitt im heimischen Wohnzimmer-Live Format als zusätzliches, perfektes Vinyl-Trostpflaster gerade recht!
Jede/r von Euch kennt das vielleicht selbst. In der eigenen musikalischen Gedankenwelt oder bei einem Getränke beseelten Abend mit Freunden stellt man sich doch immer mal wieder zu gern vor, wie es denn wäre, die ein und andere Lieblingskapelle im monströsen Live-Paket, mit der ein- und anderen weiteren Band seiner Begierde zu kreuzen, um dann exklusiv dieses genüssliche Soundspektakel in einer noch nie da gewesenen Konstellation zu belauschen.
Dabei kommt es nicht mal nur auf das Genre an, sondern auf die spezielle Klasse der Protagonisten, die man sich zusammen im Traumpaket auf dieser imaginären Wunschbühne vorstellt.
Nun ist es ja so, das dieses grandiose ‘Papir‘ Konzert vom Freak Valley Festival 2014 noch immer in meinen Sinnen nachhallt. Zusammen mit dem begnadeten ‘Øresund Space Collective‘ Auftritt bildete das wahrlich eine Speerspitze meiner durchlebten letztjährigen Konzerthighlights. Nun steigt hier zusätzlich noch ein Teil der elektrischen Mond Besetzung mit in diesen Megasound-Erlebnisring. Eine Band, die ja ebenfalls schon für sich allein ein begehrliches, akustisches Live-Highlight darstellt. Also finden sich hier zu einhundert Live-Prozent alle ‘Papir‘ Musiker, Sula Bassana und Komet Lulu von ‘Electric Moon‘ sowie Mogens Deenfort von ‘Øresund Space Collective‘ zusammen, um zwei monströse Klangwerke dem willigen Hörer in die überreizten Ohren zu reiben. Was kann das jetzt eigentlich noch toppen? Rein gar nichts!
Natürlich dürfte dabei auch klar sein, das hier nicht einfach mal die legendären Studioaufnahmen der Papermoon Sessions von 2013 runtergespielt werden. Die sechs Meister der Interpretations- und Improvisationskunst legen hier Live noch `ne Schippe drauf. Hier wird jeder Moment ausgelebt und jede Note des gesamten Trips durch die Galaxie zelebriert. Ob man dazu ganz liebevoll die Sterne einpudert, kreuz und quer die durch die Milchstrasse wirbelt oder dabei gleich die besagte Milch akustisch aus der Straße bläst! Hier wird nicht einfach nur auf der großen Bühne des Sonnensystems rumgekleckert. Hier werden gleich mal wieder zwei neue psychedelische Klangsterne geboren, die in zauberhaftes ‘Papir‘ gehüllt den leuchtenden ‘Electric Moon‘ umkreisen. Dazu bringt Morgens Deenfort von ‘Øresund Space Collective‘ mit seinen gravitationsfreien Klängen diese spielerisch und filigran kreisende Konstellation in eine majestätische Umlaufbahn.
„Powdered Stars“ startet mit gepuderten Synth-Effekts in typischer Morgens Deenfort Manier. Ein abhebendes Gitarrengebilde mit der Anziehungskraft eines massereichen Sternes schiebt sich dazu ins begeisterte Hörfeld. Schwerelos driften die unglaublich perfekt aufeinander abgestimmten Instrumentierung in den schwerelosen Orbit. Mit Ihrem ganzen navigatorischen Können ziehen die Musiker Ihre Kreise in diesem instrumentalen Puderschweif durch alle möglichen akustischen Sternenlandschaft. Alles fließt ineinander und blitzt hier und da in einzelnen Parabeln als funkelnder Planetenstaub wieder auf. Nach einer variablen Strecke durch diese flirrende Endlosigkeit wird kontinuierlich Fahrt aufgenommen. Getragen von vielseitigen Papirdrumsequenzen durchfluten geschmeidige Bass- und Gitarrenparts diese Kreisbahnen. Aufblitzende Neutronensterne, pulsierende Quasare und unwirkliche Nebelgebilde kreuzen nun den Weg dieses mächtigen Klangkörpers. Mit beherztem Feingefühl wird der anmutige Puderstaub unablässig über die vorbei driftenden Sterne gestreut. Das ist wahrhaftig eine fantastisch klingende Reise, die uns hier in vierundzwanigeinhalb Lichtzeitjahren, durch all diese glitzernden Soundweiten geboten wird.

„Blazing Milky Way“ wird mit einem sanften und leichten intergalaktischen Wellenritt eingeleitet. Damit begibt sich der soundgetriebene Spacegleiter erneut auf eine große psychedelische Sternenreise. Mit erhabenen und extraterrestrischen Antriebsklängen wird dabei gekonnt durch den Galaxiemittelpunkt gesteuert. Ästhetisch ansteigende sowie intensiver werdende Rythmusfrequenzen künden von dieser Verdichtung der kosmischen Materie, auf der Reise durch das Zentrum der Milchstrasse. Wabernde Wahwah-Meteoriten und fuzzelig aufblitzende Kometenschweife durchkreuzen dabei diesen genussvollen Flug. Transzendental verwobene Klangwelten, in Ihrer reinsten Form, durchdringen diese nahezu zeitlos erscheinende Endlichkeit des über zweiundzwanzig minütigen Werkes. Dazu werden hier die kosmischen Kräfte am Ende aller unendlichen Zeitspiralen beschworen. Eine Atmosphäre von Einklang und Harmonie legt sich in diesen schier allwissenden Klangteppich. Dies ist ein monumentalen Soundtrack zur galaktischen Schöpfungsgeschichte, die nach Ihrer Entstehung mit dem kosmischen Caos-Effekt spielt aber gleichzeitig alles im stellaren Gleichgewicht hält.

Hingebungsvoll und emotionsgeladen lassen die sechs Protagonisten diese ausufernde und geballte akustische Vielfalt über den Zuhörer rollen. Wie auf dem aussagekräftigen Covermotiv, verschmelzen Sie miteinander zu diesem stark verwurzelten Notenbaum, der sich unablässig, mit seinem weit verzweigten Schallwellengeäst, in den sternendurchtränkten Himmel schraubt.
Während die CD im Digipac (lim. auf 1000) bereits seit Mitte März 2015 erhältlich ist, lechze ich nun förmlich schon nach besagter Vinylausgabe, die voraussichtlich am 17. April 2015 bei Sulatron Records, einem Label meines akustischen Vertrauens, das langrillige Licht der Welt erblickt. Das komplette Konzertmaterial ist hier somit auf 500 durchsichtigen sowie 500 schwarzen Qualitätsvinyls verewigt. Die leckere Langrille wartet auf all Diejenigen, die so ein großartiges musikalische Erlebnis in dieser Form lieben und zu schätzen wissen! Dieses Stück Klangkunst im psychedelisch-space-durchfluteten Sinfonieorchesterformat ist einfach ein ultimatives Muss, egal ob man nun live vor Ort mit dabei war oder das einfach nur in seinen eigenen irdischen Wänden genießen möchte. … (Tom)
Coverdesign von Lulu Artwork! Mix von Papir, Mastering von Eroc.
Line-Up:
 Nicklas Sørensen / Guitar
, Christian Becher Clausen / Bass, 
Christoffer Brøchmann Christensen / Drums, 
Komet Lulu / Bass, Effects, 
Sula Bassana / Guitar, Effects
, Mogens Deenfort / Synths
Tracklist:
 Powdered Stars (24:36)
Blazing Milky Way (22:15)

http://www.sulatron.com

http://www.electricmoon.de/

http://papirband.com/

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