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Dazed & Confused – A Stoned-Out Salute To Led Zeppelin

Dazed & Confused(ch) Dieses Tribute-Album von Cleopatra Records ist das dritte in der Art, die Rolling Stones und die Beatles eröffneten den Reigen. Es geht in den Stoner-psychedelischen Bereich, ist auch der Bandliste zu entnehmen und spricht mich sehr an. Das Album beginnt mit der Siena Root-Version von „Whole Lotta Love“, das Original ist auf Led Zeppelin II.
In die Version, mit sehr schöner Orgel unterlegt und einer Slide-Gitarre gespielt, hat sich Siena Root sehr gut reingekniet. Die Stimme von Samuel Björö ist nicht so hoch wie die von Plant….das macht aber nichts.  Der experimentelle Mittelteil ist vielleicht etwas kurz geraten. Eigentlich ist das Led Zeppelin-Original eine Abzocke von Willie Dixons „You Need Love“ das er für Muddy Waters schrieb. (Im Januar 1985 berichtete das US-Magazin Variety, dass Dixon Klage gegen Robert Plant eingereicht habe, weil Whola Lotta Love ein Plagiat von You Need Love sei. Der Plagiatsprozess kam jedoch nicht über eine erste Anhörung hinaus, sondern der für Dixon klagende Musikverlag Arc Music einigte sich mit Atlantic Records auf einen außergerichtlichen Vergleich). Dabei war „Whole Lotta Love“ erkennbar mehr an „You Need Loving“ von den Small Faces angelehnt, das auf ihren 1966er Debüt veröffentlicht wurde.
Fireball Ministry folgt mit „The Rover“, aus dem sechsten Album Physical Graffiti von 1975. Ihre Version ist eine typische Hard-Rock-Version.
Eine wirklich originelle Interpretation kommt von The Cult Of Dom Keller. Ihre Version von „Dazed and Confused“ taucht ein in die interessante, schwere Elektroniklandschaft der Band. Es wurde übrigens von Jake Holmes und nicht von Jimmy Page geschrieben. Jake Holmes veröffentlichte seine Version im Jahr 1967, zwei Jahre bevor es Led Zeppelin aufnahmen. „Dazed and Confused“ ist auf dem Led-Zeppelin Debüt von 1969. Erst in den frühen 80ern sendete er einen Brief an Jimmy Page, in dem er auf seine Autorenschaft bestand und um eine Entlohnung bat, erhielt aber keine Antwort. Im Juni 2010 reichte Holmes eine Klage wegen Copyright-Verletzung ein und benannte Jimmy Page als Mitangeklagten. Er erklärte, dass er „Dazed and Confused“ zwei Jahre vor der Veröffentlichung von Led Zeppelin geschrieben und aufgenommen hatte. Vor Gericht führte Holmes Dokumente an, die seine Copyright-Eintragung von 1967 und deren Erneuerung 1995 für „Dazed and Confused“ bestätigten. Die Klage wurde im Januar 2012 jedoch abgewiesen.
„Heartbreaker“, eine feine Riff-Hackerei von „Mothership“, aus Led Zeppelin II. Der Song passt gut zum Drive der Band aus Dallas, sie spielen voll auf.
Der fünfte Track, „We’re Gonna Groove“, wird von „JOY“ aus San Diego interpretiert. Der Song stammt aus dem neunten Album „Coda“, das 1982 posthum erschien, Zeppelin löste sich ja 1980 auf.
Ist nicht nur der Opener des Albums, sondern war auch die Eröffnungsnummer bei den UK-, Europa- und US-Tourneen von Januar bis April 1970.
Laut den Coverangaben wurde das Stück während der Sessions zu Led Zeppelin II in den Morgan Studios in London aufgenommen. Später wurde bestätigt, dass der Song vom Royal Albert Hall Konzert in London stammt, bei dem die Gitarrenparts neu aufgenommen wurden und der originale Gitarrenpart entfernt wurde.
Er wurde komponiert von B.B.King/J.Bethea. „JOY“ spielen den Song im Sinne von Led Zeppelin mit Groove und Geschwindigkeit. Das Gitarrensoli und der Gesang passen sich sehr gut an.
„No Quarter“ ist ein sehr interessanter Song und Dead Meadow scheint hier ganz im psychedelischen Reich zu sein. Der Song stammt aus dem fünften Album „Houses of the Holy“ von 1972. Eine feinfühlige Ballade mit schönen Instrumental Einlagen, geheimnisvoll, dezent, zurückhaltend, ruhig, aber auch energisch, kraftvoll zupackend.
Die Japaner „Lostage“ kommen mit „Communication Breakdown“ aus dem Debüt von 1969. Das nach unten geschlagenes Gitarrenriff im Song war eine Inspiration für Johnny Ramones für seine nach unten geschlagene Anschlagstechnik. Er ist einer der wenigen Songs, auf denen Page auch die Background Vocals singt. Das Lied war eine populäte Live-Nummer auf Led Zeppelin Konzerten und der einzige Song, der jedes Jahr, in dem die Band tourte, gespielt wurde. Er wurde normalerweise am Anfang eines Konzerts oder als Zugabe gespielt.
Ein weiterer interessanter Track ist die Electric Eye-Interpretation vom „Immigrant Song“, einer der coolsten Songs von Zeppelin (auf III-1970). Der starke Rhythmus etwas verlangsamt, trippy Elemente darüber. Es ist eine so große Version, um neues Territorium zu erkunden, während der Kern des Songs bleibt. Dies ist einer meiner Lieblings-Tracks auf dieser Compilation. „Electric Eye“ kommen aus Norwegen.
„The Ocean“ aus „Houses of the Holy“ von 1973, von Brutus aus Norwegen, funktioniert sehr gut.
„Nobody s Fault But Mine“, von „The Machine aus den Niederlanden“, ist wieder ein Song von zweifelhafter Urheberschaft. Als die „Blind Willie Johnson“ Version Jahrzehnte zuvor herauskam, gab es auf jeden Fall einige Ähnlichkeiten zwischen den beiden, aber der Led Zeppelin-Song geht in eine ganz andere Richtung. Dennoch würde der Led Zeppelin Song nicht ohne die Version von Blind Willie Johnson existieren.
„In The Light“, aus dem sechsten Album „Physical Graffiti“ von 1975 wird von „The Fresh & Onlys“ aus San Francisco eher locker leicht, nicht unbedingt aufregend präsentiert.
„Kashmir“ folgt, aus dem selben Album. Einer der bekanntesten Songs von Led Zeppelin. Alle vier Bandmitglieder haben erwähnt, dass das Lied bis heute eine ihrer größten musikalischen Leistungen sei.
John Paul Jones sagte, es zeige alle Elemente, die den Led-Zeppelin-Sound ausmachen, während Robert Plant „Kashmir“ als seinen Lieblingssong der Band benannte. In einem Interview mit dem Rolling Stone von 1998 bezeichnete er ihn als den definitiven Led-Zeppelin-Song.
„Indian Jewelry“ aus Houston spielen ein geheimnisvolle Version. Das Lied verwendet eine ungewöhnliche Polymetrik: während sich Gitarre, Bass und Gesang im Dreier-Takt bewegen, spielt das Schlagzeug einen ganz normalen 4/4-Beat.
„Stairway To Heaven“ ist ein Song, mit dem Led Zeppelin wieder eimal in Schwierigkeiten gerieten. Sie übernahmen dass Gitarren-Intro von einem instrumentalen Stück mit dem Titel „Taurus“ von Spirit, mit denen sie 1969 auf Tour waren.
Es ist gar keine Frage, in „Taurus“ reinhören, und, daher kommt das Intro zu „Stairway To Heaven“.
Die Version wird von „The Tulips“ eingespielt, einer Psychfolk-Band aus Los Angeles. Sie bringen das in einer kühlen, psychedelischen Atmosphäre. Passt zur Hippie-Stadt, aus der sie kommen.
„Thank You“ aus Zeppelin II, eine ihrer schönsten, romantischen Balladen. Robert Plant hat mit diesem Titel den Durchbruch als wichtigster Song-Texter der Band geschafft. Plant schrieb diesen Titel für seine Frau, weil sie immer wieder über seine Seitensprünge und andere Eskapaden hinwegsah. Die Version von „The Black Moods“ aus Tempe Arizona kommt wunderbar im Sinne von Led Zeppelin und bildet damit den krönenden Abschluss dieser Compilation. Für alte Led Zeppelin Fans wie mich ein Muss, denn diese Neuinterpretationen sind einfach hörenswert…. (Charly)

Das Album erschien am 5. Februar 2016 via Cleopatra Records als Doppel-Vinyl und CD.

Tracklist:

01 – Siena Root – Whole Lotta Love (5:19)
02 – Fireball Ministry – The Rover (6:07)
03 – The Cult Of Dom Keller – Dazed And Confused (7:48)
04 – Mothership – Heartbreaker (4:46)
05 – JOY – We’re Gonna Groove (3:02)
06 – Dead Meadow – No Quarter (7:42)
07 – Lostage – Communication Breakdown (2:48)
08 – Electric Eye – Immigrant Song (6:35)
09 – Brutus – The Ocean (4:30)
10 – The Machine – Nobody s Fault But Mine (7:58)
11 – The Fresh & Onlys – In The Light (4:44)
12 – Indian Jewelry – Kashmir (4:54)
13- The Tulips – Stairway To Heaven (7:40)
14 – The Black Moods – Thank You (4:32)

https://dazedandconfusedalbum.bandcamp.com/album/a-stoned-out-salute-to-led-zeppelin

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