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Demonauta – Tierra del Fuego

Demonauta-Cover(ch+to) „Demonauta“, aus Santiago de Chile, kommen mit dem vierten und einem sehr ambitionierten Album. Drei der sieben starken Songs sind herausragende Instrumentals. Darin scheint ihre zusätzliche Stärke zu liegen. Satter Stoner mit orbital glühenden Partikeln trifft auf fetten Fuzz-Rock. Perfekt untermalte Rhythmen treffen auf massive Basslinien. Die kraftvollen Sounds flackern mit überschäumender Brillanz und epischer Dramatik.

Dazu werden die Vokals überwiegend noch in Landessprache präsentiert und haben deshalb Ihren ganz speziellen Reiz. Man muss sich somit erst einmal emotional auf dieses Soundwerk einlassen und es dann insgesamt auf sich wirken lassen. So ist es nur natürlich, dass der neue Stoff, nach mehrmaligen hören, vom Trommelfell aus direkt unter die Haut fährt sowie vibrierend und elektrisierend in sämtliche Zellen eindringt. Neben dem wohligen „Yeah-Lauscheffekt“ kommt noch bei jedem Song der dringende Wunsch, diverse Tabakwaren zu zünden.

Schon der Opener „Into the Darkness“ lässt die Mundwinkel umgehend nach oben gleiten. Ein hammergeil gnartzendes Riff leitet den Song gleich in das erste Break über, wo fliessend der zerrende Gesang von Gitarrist David einsetzt. Sofort ist alles da, was der geneigte Stoner-Fan innig liebt! Hart gezogene Riffs, im variablem Tempo, treiben mit sägender Amplitude durch den Song. Was für ein Einstieg!

Der instrumentale „Sahara Trip“ schliesst nahtlos an und groovt trocken, tief und wütend volle Fahrt vorraus. Gitarren flirren im Hintergrund. Es erschallen fette Riffs und coole Hoods, die vor staubendem Schmutz nur so triefen. Richtig überrollt wird man bei „Del Vendaval“, das Anfangs vor Kraft nur so strotzt und dabei Härte und Melodie in einer unheimlichen, beklemmenden Art vereint. Der Gesang bildet dazu den melodiösen, fast lieblichen Gegenpart. Der Song breitet sich unausweichlich, durch immer wieder einsetzende Riffwolken, wie die Dunkelheit beim Einbruch eines Wüstensturms aus.

„Astro II“ hingegen wälzt sich sogleich wieder volle Pracht durch die Soundlandschaft. Man könnte meinen, die gesamte aufgestaute Energie würde auf einen Schlag in die Tonspuren gespeist. Dynamische Drums und hallende Gitarrenklänge verfeinern diese Mixtur. Als nächstes kommt das instrumentale „Cosmos“. Düster und nachdenklich, aber gleichzeitig vorwärts pushend, rockt der Track fantastisch durch den Äther. Coole Chinemascopegitarren, monumentale Riffgebirge sowie weitläufige Tonlandschaften im variablem Tempo vermischen sich mit dem astrein agierenden Schlagzeug und einem drückenden, knurrigen Bass. Die sphärisch trockenen Klänge, die ihren Ursprung in der krustigen Wüste sowie den Tiefen des Weltraums haben, sind der akustische rote Faden in diesem Highlight.

„Venas de la Tierra“ kommt mit eingängigen Hooklines, melodiös und episch daher. Es ist ein groovender Mid Tempo-Stampfer mit vertrackter Raserei zwischendurch. Ein balladeskes Bollwerk von einem Song. Prägnant steinige Riffs und psychedelische Passagen verfeinern streckenweise das gesamte Gebilde. Das letzte Stück des Albums, „Psiconautas“, liefert zum Ausklang nochmals beste Instrumentalunterhaltung. Durch seinen schleppenden und alles verschlingenden Groove steigert es sich mehr und mehr, bis zur großartigen Soundexplosion. Das erstklassig arrangierte Stück enthält begeisternde Elemente und kann vollends überzeugen, wodurch man mit dieser gehaltvollen Achterbahnfahrt einen krönenden Abschluss des Albums erlebt.

Was hier „Demonauta“ vom Stapel lassen lässt jeden schimmernden Nachthimmel in ein glühendes Inferno abtauchen. Ihr klangvolles Universum funkelt deshalb mehr als je zuvor. Mystisch felsige Welten in kosmisch tiefes Schwarz gehüllt, ist ein Spiegel dafür und „Tierra del Fuego“ das beste musikalische Beispiel dazu! … (Charly+Tom)

Das Album erschien am 27. Juni 2016 und kommt bei Kozmik Artifactz als Vinyl und CD.

Line-up:
David – Guitar/Vocals
Miguel – Bass
Ale – Drums

Demonauta-Band

Tracklist:
01 – Into the Darkness (5:39)
02 – Sahara Trip (4:13)
03 – Del Vendaval (6:37)
04 – Astro II (4:41)
05 – Cosmos (5:31)
06 – Venas de la Tierra (7:21)
07 – Psiconauta (8:04)

Demonauta – Bandcamp

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