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Fontän – Polar Star EP

Fontän-Cover(ch) Echos aus der Zeitspirale erreichen „Fontän“ aus Göteborg. Die Soundspuren dieser zweiten EP kommen aus der Vergangenheit sowie der Zukunft und transportieren Klangstrukturen in die Gegenwart. Die Töne auf „Polar Star“ sind damit zeitlos und ohne Hemmungen. Die Urbanisierung und Industrialisierung verursachte Verzerrungen im menschlichen Empfinden zur Natur. Die alte musikalische Tradition ist im Lärm der Fabriken und wachsender Städte verloren gegangen. 

Aber dort im Verborgenen zwischen uns und der Natur liegt eine Urgewalt aus gesammelter Ausdrucksform der verlorenen Zeit und wartet auf einen sensiblen Geist, um die Frequenz zu heben, die Übertragung zu holen, die Nachricht zu entschlüsseln sowie zu verwenden um damit schöne Musik zu schaffen. Das gelingt „Fontän“ vortrefflich.

Der Opener „Polar Star“ könnte aus einer 1969er Session von Pink Floyd kommen, entwickelt sich dann aber genau zu dem was man von einer Neo-Psych-Band erwarten kann: polyrhythmischen Mustern a’la Philip Glass, unterstützt mit Synths, den verzehrt hinzu gefügten Gitarren, Drums und Keyboards mit Vocals in Harmonien als würden sie Jack Nitzsche von den Toten erwecken. Konstante Schläge bilden das Fundament für den Sänger, der seine Worte den komplexen Figuren anpasst. Die Polyrytmen können den Klang der Band z.T. kakophon wirken lassen, als würden sie gleichzeitig ein anderes Lied spielen.

Der zweite Track ist „Maschines“, bei dem die nordische Melancholie auf eine Weltreise, mit Zwischenstopp in Italien und Kalifornien, durch die Stratosphäre geht. Die Disco-Anleihen sind von Echos, Geräuscheffekten und Klangsamples durchzogen. Das Songgerüst variiert mit Brüchen und Vielfalt. Das Ganze hat einen Schwung, der immer und immer wieder angriffslustig gegen die Fassade von Trägheit und Unlust rammt. Einnehmende klare Wellen von sich überlagernden Tönen, denen man sich schwerlich entziehen kann, sowas wie Atem dazwischen, seltsame Interferenzen von Frequenzen, die Zeit scheint stehen zu bleiben… hoch suggestible Musik.

„Sen Sen No Sen“, ein Begriff der im Karate verwendet wird, und bedeutet, das Timing zu besitzen, den Angriff vorauszusehen und schon vorher den Konter auszuführen bevor der Gegenüber ihn setzt. Diese Aktion braucht die volle Konzentration. Man muß in dem Moment fähig sein sich von seiner Umwelt abzukoppeln. Dieser Schlusstrack mit dem Gefühl der Zuversicht, die Seele zu stärken und damit seinen Geist auf ein hochpräzises und kontrolliertes Niveau zu heben ohne Angst zu haben was auf einen zukommt. Dieser rein instrumentale Track führt diese Anspannung vor, immer im Gleichgewicht stehen – körperlich wie seelisch. Es wird hier musikalisch und inhaltlich übersetzt in einer Avantgarde-Melange aus Synth, Drums sowie Keyboards.

Das Duo Melin/Jarold  hat etliche musikalische Ausdrucksformen der psychspacigen Drehscheibe Drop-Down fallen lassen. Die Band hat keine Angst musikalischen Konventionen zu brechen, eine wahre Hommage an ihre Vorgänger und Avantgardisten. Herausgekommen sind dabei drei hochspannende, dynamische Soundreisen fürs Kino im Kopf. … (Charly)

Die EP erscheint am 26. August 2016 via Höga Nord Records als Picture Disc mit 299 Copys.

Line-up:
Johan Melin
Jesper Jarold

Fontän-Band

Tracklist:
01 – Polar Star (5:47)
02 – Machines (3:48)
03 – Sen Sen No Sen (8:29)

Fontän – Soundcloud

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