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Brant Bjork – Tao Of The Devil

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(je) Irgendwo außerhalb von Palm Springs legen wir endlich einen Stopp ein. Wir sind gerade an diesem legendären Schild „Welcome To Sky Valley“ vorbei gefahren, dessen Foto das Cover eines der besten Alben der Desert Rock Szene aus den Neunzigern ziert. Ich fühle mich inzwischen auch nach „Desert“…

… meine Lippen sind staubig, Sand knirscht zwischen den Zähnen, das Motorrad wird nach 50 Meilen unbequem und die Temperaturanzeige zeigt 40 Grad. Im Schatten, wohlgemerkt. Ich schäle mich so schnell es geht aus der schwarzen Lederkombi, werfe sie von mir wie eine Schlangenhaut und schleppe mich schnell unter das schattige Vordach des Clubs „Tao Of The Devil“. Nicht zu fassen, dass es in dieser Einöde einen Club gibt! Aus dem am späten Nachmittag auch noch coole Musik rauskommt. Zumindest hören sich die dumpfen Bässe, die da zu uns nach außen dringen, sehr vielversprechend an. „Roooooochen….?!“ fragt mich mein Begleiter, der es inzwischen auch unter die etwas kühlere Veranda geschafft hat. „Ich muss erstmal was trinken.“ erwidere ich.
In diesem Moment stolpert ein Typ durch die Schwingtür und grölt irgendetwas von “The Gree Heen” – offensichtlich das Stück, was da drinnen gerade läuft und einiges an Retro-Blues versprüht. Ich gehe rein und laufe gegen eine Wand mariuhanageschwängerter Luft, die aber auch irgendwie perfekt zur Musik passt und muss jetzt erst recht dringend was trinken. Die Musik weiß mir sehr schnell zu gefallen und erinnert mich an irgendjemanden aus der Musikszene, dessen Name mir gerade nicht einfällt. Die nächste Nummer “Humble Pie” ist purer Rock’n’Roll, ich erreiche endlich die Bar und bestelle mir sofort ein Bier, ohne darüber nachzudenken, ob es hier überhaupt Zimmer gibt oder ob wir heute noch weiterfahren wollen.
Ich genieße die Kälte der kleinen 0,33er Flasche in meinen Händen und das kühle Bier ist wie Balsam für meine staubige Kehle.
Die nächsten Stücke namens „Stackt“ und „Luvin“ kommen mit simplen, BLACK SABBATH-artigen Riffs daher und ich beginne, mich langsam zu entspannen.
Drei langhaarige Frauen in konsequenten 70er Outfits mit Schlaghosen und spektakulären Blusen in wilden Mustern und Farben betreten laut diskutierend den Club und stürzen an mir vorbei. Mein Begleiter, der auf den mysteriösen Namen „Mr. Black“ hört, grinst mich an. „Hier werden die 70er offenbar nicht nur musikalisch gelebt!“ ruft er mir zu. Ich deute schweigend auf das Bier, was ich ihm mitgebracht habe. „Aha… wir bleiben also hier!“ Er schaut mich lachend an und während wir anstoßen, weiß ich bereits, dass er einverstanden ist.
Inzwischen sind da drinnen noch zwei Nummern gespielt worden, die an uns mehr oder weniger vorbei geplätschert sind. Wir sollten endlich mal rein gehen, denn soeben hat eine längere Jam-Session namens „Dave’s War“ begonnen und die bringt uns gleich dazu, ein neues Getränk zu ordern. Plötzlich erzählt der Typ auf der Bühne etwas von „… Title Track of this Club…“ und die Band beginnt tatsächlich eine wabernde Nummer namens „Tao Of The Devil“ zu spielen.
Wir atmen tief durch. Jetzt kann ich plötzlich auch wieder rauchen. Das möchte ich sogar sehr gern. Die Zigaretten hier sind merkwürdigerweise ausschließlich selbst gedreht. Mr. Black drückt mir das dritte Bier in die Hand, die Musik ist plötzlich überall um mich herum und auch in mir drin, als ich an der Wand neben der Bar ein Tourplakat entdecke:

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Dann checke ich es endlich: Vor uns stehen BRANT BJORK & THE LOW DESERT PUNK BAND auf der Bühne. Aber die Musik ist irgendwie anders als früher, zumindest am Anfang. Zu wenig Jam-Passagen, viel zu geradlinig! Aber jetzt am Schluss geht es wieder. Ich nicke zufrieden und bestelle uns das vierte Bier. Trotzdem, irgendwas  passt hier nicht zusammen, das Tourplakat ist für Europa und wir sind doch in den USA…!? In diesem Moment klingelt das Telefon. Ich taste hektisch meinen Körper ab. Ich habe gar keins dabei! Doch das Klingeln hört nicht auf. Da sehe ich das Smartphone auf der Bar und gehe ran…

„Tach mein Junge, Volker hier!“ Am anderen Ende ist der Chef vom RockBlogBluesSpot! „Sach ma, was ist eigentlich mit der BRANT BJORK Rezi zum neuen Album…?! Hab ich Dir schon vor Wochen geschickt. Schreibste da noch was?“ fragt er mich. Ich schlucke kurz, finde mich überraschenderweise in meinem eigenen Wohnzimmer wieder und erwidere: „Ist so gut wie fertig, mein Freund!“ und lege auf. Aus meinen Boxen klingt das vertraute, regelmäßige Knacken einer Auslaufrille. Ich lehne mich zurück, sehe die Bierflasche auf meinem Tisch und habe keine Ahnung, wie dieses amerikanische Hopfengetränk in meine Wohnung kommt. Das ist dann wohl das Werk von Tao Of The Devil…(Jens)

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Kontakt:

www.brantbjork.net

https://www.facebook.com/BrantBjorkOfficial/

https://shop.napalmrecords.com/

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