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Basement Saints – Bohemian Boogie

A southern kind of bluesy folk and fuzzy riff rock … aus der Schweiz

(ro) Die Eidgenossen Anton Delen (vocals, rhythm-guitar), Tobias Arn (lead-, slide-guitar. harmonica) und Samuel Jaussi (drums, percussion), die ihr viel versprechendes erstes Album „Get Ready“ mittels einer Crowdfunding Kampagne veröffentlichten, besteigen den Berg des Erfolges weiter.
Auch auf der nun selbst finanzierten zweiten CD, betitelt „Bohemian Boogie“, pflegen die „Basement Saints“ auf sympathische Weise die handgemachte Qualität. Und auch diesmal warten sie beileibe nicht mit Sounds auf, die man  als „heilig“ bezeichnen kann. Im Gegenteil !

Während viele neue Bands einen gewissen intellektuellen Chic pflegen, scheren sich die Jungs einen Dreck um Trends und Hipstertum.
Sie stehen für einen unverbrauchten, ungestümen, perfekt instrumentierten Crossover-Rock mit bluesig-folkiger Note und Anflügen von fuzziger Verschrobenheit.
Dafür finden sie eine unbändige Energie in sich, eine unerhörte Kreativität, die sie davonträgt wie ein wilder Sturzbach bei Frühlingsanfang.

Gerade einmal 30 Minuten hat diese CD zu bieten, doch ähnlich stimmige, facettenreiche 30 Minuten findet man in der Tat nicht an jeder Ecke.
Ja, es gäbe sehr viel Lob, mit dem man das Werk überhäufen könnte.

Denn „Bohemian Boogie“ hat es wirklich in sich. Schon nach dem ersten Hördurchlauf stelle ich fest, dass es sich nahtlos an das Debüt „Get Ready“ anschließt, über das ich hier bei uns vor ca. eineinhalb Jahren schon berichten durfte.

Gleich mit dem Eröffnungstrack „Skatopia“ wird ein Ausrufezeichen gesetzt.
Dies ist ein Song, dessen instrumentales Fundament absolut gelungen ist und der sowohl von technischem Können zeugt, als auch vom Verständnis dafür, Songs zu erschaffen, die ins Ohr gehen.
Die frische, lässige und auch aufgekratzte Melodie ist Seelenbalsam, und die scheinbar aus der Plattenkiste der Eltern gekramten „Status Quo“-ähnlichen Einschübe runden die retroesk bluesrockige Instrumentierung ab.
Und was sich großartig angelassen hat, wird auch in der Folge nicht müde.

Das nächste Beispiel, „Free Time“, beginnt als umschmeichelnd-geheimnisvoller Folk, der allmählich zu einem Alternative mit knackigem Touch transzendiert, um schließlich ganz in einen unbarmherzigen, elektrisierenden Rock zu schwenken.
Eine starke Nummer!
Und ist die beseelte Nachdenklichkeit in Lyrics wie: „Because i`ve worked hard / on things I do not need / Now I just do not know / what to do with me“ nicht für die meisten von uns nachvollziehbar?

Einer meiner Favoriten ist auf jeden Fall auch „Buffalo Bay“. Dies ist wahrlich ein unwiderstehlicher Song mit ganz viel Southern-Rock Flair, der unter die Haut geht.
Hierbei werden so manche Gemütsregungen und Erinnerungen entfacht, die irgendwo in den Hirnwindungen fast dem Vergessen anheim gefallen schienen.
In seinem schwärmerischen Vorwärtsdrang inklusive Mundharmonica-Sequenzen ist dieser Song wunderbar stimmig – ohne aber auf leichtgängige Simplizität getrimmt zu sein.
Denn hier erwachen nicht nur nostalgische Gefühle über eine Zeit des Überschwangs, sondern auch Reminiszenzen an jugendliche Zweifel und Sehnsüchte.
Somit kann es durchaus passieren, dass das heimische Quartier zum Ort lebenslustiger Tanzübungen wird.
Ist das nicht ein überzeugendes Argument dafür, diese Band ins Herz zu schließen?


*
Also, wenn es an diesem Album etwas zu bekritteln gibt, dann ist das für mich am ehesten der Umstand, dass das Cover durchaus an ein religiöses Traktat erinnert.
In naiver, kindlicher Märchenbuchmalerei werden die Jungs von „Basement Saints“ hier in eine heile, bunte Welt mit Blümchen, Wasserrad und Ochsenkarren transportiert.
Tja, möchten die drei Herren den Hörer vielleicht damit in ein schwärmerisches, paradiesisches Weltbild einstimmen?

Übrigens: Von der Booking- und Management Agentur „Black Pike Favorites“ unter Vertrag genommen, lieferten die drei Schweizer zwischenzeitlich Auftritte in Deutschland, Spanien, Niederlande und in Tschechien ab…. (…Rosie)

Songliste:
01. Skatopia // 02. Shyness Highness // 03. Free Time // 04. Snow On The Road // 05. Buffalo Bay // 06. Faith // 07. Rooftop Riddles // 08. That Kind Of Lover // 09. Bohemian Boogie

Mitglieder:
Anton Delon – vocals, guitar
Tobias Arn – guitar
Samuel Jaussi – drums

Wer die Jungs gern einmal live erleben möchte, kann dies z.B. bei folgenden Gelegenheiten tun: (Angaben ohne Gewähr, weitere Termine auf der website)

19/01/2018 Übersee (DE), Freiraum
20/01/2018 Meidelstetten (DE), Adler
23/01/2018 Mannheim (DE), Kurzbar
25/01/2018 Jena (DE), Kulturbahnhof
26/01/2018 Berlin (DE), Kiste
27/01/2018 Hamburg (DE), Monkeys

http://www.basementsaints.com
Black Pike Favorites

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