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Steel Held High Festival – B58 in Braunschweig – 3.3.2018

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(hjs) Wenn man genau hinschaut, dann findet man doch die eine oder andere Perle unter den Eintagesfestivals. Organisiert von Fans für Fans, von Metal-Enthusiasten für eben genau diese. Preise die Spaß machen, außergewöhnliche Speisen und eine liebevolle Organisation. Genau hier passt das Steel Held High rein. Ausgerichtet vom hotel666, einem Metal Fanclub aus Braunschweig, in einem schönen Jugend- und Kulturzentrum, dem B58.

Das Event erstreckte sich räumlich über zwei Etagen. Im Erdgeschoß gab es einen umfangreichen Merchbereich und die Möglichkeit sich zu verpflegen. Im ersten Stock befinden sich der Saal mit Bühne und der Tresen. Etwa 120 Leute fanden an diesem Samstag  den Weg ins B58. Leute, da geht noch mehr, die 150 sollte man knacken.

Das Billing las sich nicht schlecht. Zweifelsohne holte man mit dem Senkrechtstarter Attic und der Heavy Metal Institution Sacred Steel zwei gewichtige Headliner nach Braunschweig (oder doch Braunschweich?). Ergänzend dazu teilten sich Shadowbane aus Hamburg, Erasement aus Bad Lauterberg (sie sprangen kurzfristig für für die verhinderten Wanted.inc ein) und Booze Control, ihres Zeichen auch Mitveranstalter, die Bühne. Außerdem gab es eine „All-Star Band“, die mit durchaus gängigem Songmaterial („Powerslave, Children Of The grave, Necropolis,…“) für Stimmung sorgte.  Chronologisch lief es wie folgt ab:

Erasement hatte die Aufgabe, die doch schon zahlreich vor der Bühne versammelten Kuttenträger und Metalfans in Stimmung zu bringen. Sie taten es mit einer gehörigen Portion Thrash und einem nicht minderen Selbstvertrauen, „Wir werden euch geile Musik liefern“.  Dazu gehörte auch der Judas Priest Coversong „Rapid Fire“. Das letzte reguläre Stück „Machines Of War“ wurde dann mit Zuschauerbeteiligung intoniert. Als Zugabe gab es dann noch den Titeltrack vom Album „It Comes To Live“.

Shadowbane hatten jede Menge Fans mitgebracht. Sprechchöre schon vor dem Auftritt. Ein Zuschauer sagte mir, sie spielen  eh immer die gleichen Songs, sie haben nur ein Album. Okay, zumindest haben sie mindestens mit „Black Christmas“ ein neues Stück im Gepäck. Die Leute vor der Bühne gingen steil, die Band hatte Spaß und zu „After The Fallout“ sorgte Mr.Radiation für eine giftgrüne Gegendosis. Mir hat’s geholfen, keine bleibenden Schäden sind zu verzeichnen. Dass man auch für den Nackenmuskelaufbau ein passendes Rezept hatte, bewies man mit dem Song  „Traitor“. Alles in allem eine runde Sache.

Bei Booze Control konnte ich am Merch punkten. Erstens wegen dem Shirt, ein älteres und nicht mehr zu bekommendes Shirt und zweitens habe ich ein Tape gekauft. Diese Art von Tonträgern sorgte dann später noch für herrliche Diskussionen im Publikumskreis.  Im Saal war es etwas weniger gefüllt, scheinbar war eine kurze Verschnaufpause angesagt. Booze Control spielten altes und bewährtes Material sowie auch neue Songs vom nächsten Album „Forgotten Lands“. Übringens das erste Mal, dass Booze Control einen Titeltrack auf einem Album hat. Viele Informationen wurden kundgetan, z.B. dass „Vile Temtress“ auch optisch auf Youtube zu bewundern ist. Natürlich kam die, sagen wir mal, Bandhymne zum Schluß: „Booze Control“. Lautstark wurde „we are, we are…“ aus den Kehlen geschmettert, dann war auch schon das dritte Set vorbei.

Auch der Schreiber dieser Zeilen und gleichzeitiger Bildermacher muss mal essen und trinken. Die All-Star Band schien mir die passende Gelegenheit. Wie schon eingangs erwähnt gab es einige Ohrwürmer zu hören. Leider verpasste ich auch den Gesangspart des Fotokollegens Leon Pfaff bei Manilla Roads „Necropolis“.

Auf die nächste Band, Attic, war ich persönlich sehr gespannt. Als Fan der ersten Scheibe „The Invocation“ und Freund des Zweitwerkes „Sanctimonious“ freute ich mich schon auf ein sehr kurzweiliges Programm. Leider entsprach die Setlist nicht so meinen Erwartungen (O-Ton eines anderen Fans: „Attic ohne „Edlyn“ ist wie Strand ohne Meer…“). Killersongs wie eben „Edlyn“ und „Satan’s Bride“ wegzulassen ist mutig. Das Dargebotene allerdings lies keine Wünsche offen.  Die Setlist war immer noch gut, die Performance super. Auch das Stageacting, trotz kleiner Bühne, war toll. Ich bleibe auf jeden Fall Fan dieser Band. Ein kurzer Moment des Innehaltens und Nachdenkens war dann beim vorletzten Stück angesagt. In Gedenken an Warrel Dane wurde Sanctuarys „Die For My Sins“ gespielt. Das wurde vor der Bühne dann richtig abgefeiert. Dann noch der kopflose Reiter („Headless Horsemen“) hinterher und eine geballte Packung okkulten Metals ging viel zu schnell vorbei.

Sacred Steel, ihres Zeichens Heavy Metal Abrisskommando, waren an diesem Abend nicht nur für eine amtliche Rundumversorgung in Sachen Stromgitarren unterwegs, sondern auch als linguistische Bildungsträger (man sagt Braunschweich und nicht Braunschweig) und als Seelsorger für die Partnerlosen und Liebenden, „Sword Of The King“. Dass man im Alter statt Bier eher Rum trinkt durften wir genauso erfahren wie auch, das Sacred Steel nichts an Power verloren hatte. Auch das Verhältnis zum Klerus wurde geradegerückt, „NoGod/No Religion“ und „Broken Rites“. Eine amtliche Setlist, abschließend mit zwei Zugaben, „Metal Is War“ und „Wargods Of Metal“. Das war schon klasse.

Eine Stunde später als geplant fand dann dieses kleine aber feine Festival dann sein Ende.

Vielen Dank an hotel666 für die tolle Organisation und Jonas Conradt für die Akkreditierung. Ich freue mich schon auf Teil drei des Steel Held High in 2019. (hans-juergen)

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