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The Shadow Lizzards – The Shadow Lizzards

(pmck) Wild, dreckig und oldschool ist der Sound von The Shadow Lizzards, ein Powertrio aus Nürnberg, deren Debut Platte im Februar über Tonzonen Records veröffentlicht und über H’Art vetrieben wurde. 2015 gegründet, gelang es den jungen Rockern große Spannung aufzubauen, die mit dem Release des 65 Minuten langen Albums größtmöglichst befriedigt wurde.
500 Stück als wahlweise orange oder violette LP und 1000 Stück auf CD – ob auf Vinyl oder Digipack, das Hören lohnt sich. ‚Nichts ruft die Erinnerungen an die Vergangenheit so lebhaft wach wie die Musik‘ und The Shadow Lizzards werden womöglich bei jedem, der die Platte hört, individuelle, nostalgische Emotionen erwecken – für die einen die ‚good old days‘ der wilden 60er/70er oder, wie bei mir, Kellersessions am Wochenende auf dem Dorf, wo wir auf dem alten Plattenspieler des Kumpels durchgehend dieselben The Doors und Cream Alben gehört haben.

Jim Morrison hat sich in den 60er Jahren ‚The Lizard King‘ genannt. Ob sich diese Bezeichnung seines Alter Egos auf uramerikanische Schamanen oder auf Anhänger einer Gruppe von unbekümmerten, waghalsigen Männern bezieht wären beides Möglichkeiten und durchaus passende Definitionen seiner künstlerischen Person. Und ob der Name der Nürnberger Gruppe eine Anspielung auf Morrison ist? Könnte durchaus sein – und ich nehme das gerne an. Denn The Doors, CCR, aber auch Grand Funk Railroad und Deep Purple – das und viel mehr prägt sehr stark ihre Musik. Man hört aber auch durchaus mehr als ’nur‘ die typischen Klassiker des Bluesrocks – der Gesang ist zum Beispiel so dreckig wie bei Dune Pilot aus München und ihre instrumentale Passagen so heavy wie die Blues Parts von Domadora aus Paris.

Die allgemeine Atmosphäre des Albums ist hervorragend. Die wunderschöne Wucht der Gitarrensoli, gefolgt von der kräftigen Stimme voller emotioneller Potenz, kombiniert mit dem klassischen Feeling des groovigen Keyboards löst beim Hören ein Gefühl der Freiheit aus – man lockert sich völlig, lässt die Vintage Töne fließen und Frohsinn breitet sich aus. Der herrliche und elegante Blues Stil wird in dem 10 Track Album durchgezogen, während aber gleichzeitig jedes Lied sehr individuelle Merkmale widerspiegelt. Meine Vermutung: The Shadow Lizzards haben alle ihre Lieder, die bis dato existierten, in´s Debut reingepackt, sodass man die Entwicklung ihrer Musik entlang der Platte feststellen kann.

Der erste Song ist instrumental und ein gelungenes Intro für das gesamte Album. Bei ‚Power On‘ stechen 3 Akkorde besonders heraus und es wird Zeit loszulassen und zu den Vintage Klängen der freudigen Orgel zu schmunzeln. Der zweite Song heißt ‚Rip Me Off‘ und da geht der dreckige, eher klassische und härtere Bluesrock erst richtig los. Der Gesang fängt mit dem Satz ‚See you grooving‘ an als wüsste die Band, dass man bereits beim Intro in den Beat eingefangen wurde und nicht anders kann, als mit zu grooven. Man spürt die Solo Tendenzen jedes Instruments und versteht hier erst, wie die Band wirklich funktioniert. Bei ‚Warzone‘ hört man die typische und eingängige Blues Tonleiter, die von der Bassgitarre durchgespielt wird. ‚Go Down‘ dagegen ist eher sanft und von starken Emotionen geprägt, die durch den dumpfen und expressiven Gesang ausgelebt werden. ‚Go down, way down to the ground…‘

Mein Lieblingsstück der Platte ist die Nummer 7 ‚Overhaul‘. Den Song gibt es nur auf CD – so wie die nächsten zwei Tracks ‚Top Of The Mountain‘ und ‚Sea Of Curls‘. ‚Overhaul‘ ist anders getaktet als der gewöhnliche 4/4. Ein langes, psyschedelisch angehauchtes Intro versetzt einen in einen typischen Sommerabend Modus – ein Gefühl der tiefsten Enstpannung und reinsten Freiheit. Im mittleren Part greifen die Musiker wieder stark auf den härteren Bluesrock zurück, und das Outro baut wiederum exquisit auf das Intro auf – ein sehr schöner und gut durchdachter Powerrock Song.

Am Schluss kehrt die Orgel zurück und es wird beim letzten Song wieder alles auf den Groove gesetzt: ‚Move On‘ ist überdreht und sehr bunt und stellt einen typischen Abschluss Song für solch eine bluesige Platte dar.

Ob um wirklich voll abzugehen und mitzutanzen oder zum Herunterkommen an einem chilligen Feierabend – ich habe die Platte in beiden Situationen ausprobiert und wurde nicht enttäuscht. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass The Shadow Lizzards bei einem Live Auftritt urwüchsig umhauen – und sie stehen ab sofort auf meiner unmittelbaren ‚To See‘ Liste. (Pearl McKurdy)

Bandbesetzung:

Jochen: Vox, Orgel, Bass, Harfe

Oli: Schlagzeug

Simon: (wilde) Gitarre

Trackliste:

1. Power On (3’32)

2. Rip Me Off (5’14)

3. Warzone (6’06)

4. Rarity (7’32)

5. Go Down (9’04)

6. Breathtaker (5’26)

7. Overhaul (8’52) (CD Only)

8. Top Of The Mountain (CD Only)

9. Sea Of Curls (5’25) (CD Only)

10. Move On (6’56)

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