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Electric Acid – II

(js) Sie selbst bezeichnen ihren Sound als Melange eigener musikalischer Vorlieben. Als da wären insbesondere Metal, Blues, Reggae, Southern-, Psychedelic- und Hard-Rock zu nennen. Daraus erschufen Richard Schwertner (gui), Annett Berger (voc), Thomas Kolk (bs), Mark Hohlefeld (keys, org) und Steffen Grafe (dr) von „Electric Acid“ aus Leipzig veritable Töne, die nicht zuletzt – und sicherlich auch nicht zufällig – an 70er Jahre-Größen wie „Deep Purple“, „Lynyrd Skynyrd“ und „Led Zep“ erinnern. Jetzt mag sofort ein Aufschrei erklingen, dass man derartiges doch in einer Zeit, in der der Retrorock bisweilen wirklich gnadenlos gemolken wird, nicht mehr zwingend benötigt. Dies mag man gegebenenfalls tatsächlich so sehen, ich halte dies aber bei jungen aufstrebenden Bands für absolut legitim. Wie eben auch hier.

Man ist in der Lage, erst einmal auf sich aufmerksam zu machen. Und dass es sich hier längst nicht um x-beliebige wiedergekäute Konservenmusik handelt, zeigt allein schon die Tatsache, dass es „Electric Acid“ vollbrachten, mit dieser EP auf Anhieb in die Printausgabe des „Classic Rock Magazins UK“ zu gelangen. Darüber hinaus hüpfte ihr Song „The Lights Of Accra“ so mirnichtsdirnichts auf den Sampler der „Classic Rock Ausgabe #246“ und ließ es sich dort neben Tracks von „Witchcryer“, den „Blues Pills“ oder auch „Electric Wizard“ einfach nur gutgehen.

Mit eben jenem „The Lights Of Accra“ beginnt dann auch die aus drei Liedern bestehende zweite EP der Band. Mit einem feinen Gitarrenriff startend, entrollt sich spätestens dann der typische Klangteppich der Band, als die Hammond Einzug hält und die Dynamik des Songs nach vorn peitscht. Sängerin Annett Berger fügt sich mit ihrem warmen, angenehmen Organ nahtlos in den Song ein, der in einem wunderbaren, weil druckvollen, Gitarrensolo mündet. Das sich anschließende über 9 Minuten währende „Rock’n’Roll City“ begrüßt uns mit einem leicht sabbathesken Riff, um sich dann flugs in etwas seichteres „Heavy Blues“-Fahrwasser zu begeben. Ohnehin überzeugt der Track durch eine raffinierte Aneinanderreihung verschiedener musikalischer Genres. Die langen Instrumentalpassagen kommen mal recht hardrockig daher, dann auch wieder herrlich psychedelisch und werden nicht selten getragen von Lord’schen Orgelklängen. Bei diesen ausschweifenden Improvisationsparts kommt trotz der Länge des Liedes einerseits garantiert keine Langeweile auf und andererseits wirkt es überhaupt nicht zu überladen. Ein gelungener Ritt auf schmalem Grat.

Viel Vintagerock-Nostalgie verpacken die fünf Leipziger dann ebenso in den finalen Song dieser EP, „A Fatalistic Life“. Auch hier scheinen sich Gitarrist Richard Schwertner und Organist Mark Hohlefeld immer wieder gar spielerisch zu duellieren. Wobei mir die vernehmbare Dominanz der Hammond fast ein wenig zu deutlich herüber kommt. Zumal ich Richards druckvolles Gitarrenspiel mit jeder gespielten Note mehr ins Herz geschlossen habe.

Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass „Electric Acid“ durch eine nicht zu leugnende Zielgerichtetheit einen authentischen Sound kreierten. Spannend wird jetzt zu beobachten sein, inwieweit die fünf Leipziger sich die bisweilen schon erschaffene Eigenständigkeit in den Songs ihres ersten Longplayers bewahren, aber auch neue musikalische Autonomie hinzugewinnen. Das noch in 2018 erscheinende Album dürfte darüber hinaus gerne noch etwas kantiger, etwas rauer werden. All das, was ich aber jetzt schon vernehmen durfte, macht unglaublich viel Lust darauf, die weitere Entwicklung der Band zu begleiten. Und genau das werde ich mit Vorfreude tun.

Tracklist

01. The Lights Of Accra 04:46
02. Rock´n Roll City 09:27
03. A Fatalistic Life 03:28

Live könnt ihr „Electric Acid“ anno 2018 hier noch bewundern:

01.09. Rock im Wald #7, Ohorn
31.10. Kulturlounge, Leipzig
03.11. Szenario, Marburg
24.11. Klubhaus Alte Mensa, Freiberg
28.12. KL 17, Döbeln

https://www.electric-acid.de/
https://www.facebook.com/electricacidmusic/
https://electricacid1.bandcamp.com/album/ii

Filed under: Blues, Hardrock, Psychedelic, Reggae, Southern Rock,

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