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The Far Seeing Oracle – ‘67

„The Far Seeing Oracle“ bzw. kurz „The F.S.O.“ kompilieren hiermit selektierte Tracks zweier älterer Alben aus ihrer Diskografie, die bislang nur digital aus dem Netz beziehbar waren. Ihr deutsches Label veröffentlicht „‘67“ typischerweise als limitierte Digipak-CD, während die LP-Version vorerst auf sich warten lässt.

Dabei drängt sich das Format in Hinblick auf den Stil der Puerto-Ricaner geradezu auf. Das Trio, das zwischenzeitlich seinen Drummer austauschte, spielt sehr europäisch anmutenden Psychedelic Rock mit spleeniger Note, als handle es sich statt eines lateinamerikanischen Erzeugnisses um hiesigen Krautsalat. Bis auf „The Mountain Parade“ stammen alle enthaltenen Stücke von „Geist“ (2016), der Rest vom Nachfolger „The Häxan Tape“ (2017).

Man kann sich schwerlich an den vielen Klangschichten satthören, die der Dreier übereinanderlegt, auch wenn man ihn nicht darauf beschränken sollte, wie es bei vielen Bandcamp-Phänomenen (dazu gehören „The F.S.O.“ nämlich auch) der Fall ist. Die hypnotische Anmutung des Einstiegs „Wholetone Hindustani Om“ nimmt die einlullende Gesamtatmosphäre vorweg, die den Stil der Formation ausmacht, komplett mit mittelöstlichen Vibes, Dub- bzw. Reggae und „Drum-&-Bass-Elementen sowie einem Arsenal von exzentrischen Sounds.

Die Band scheint aus fanatischen Effekt-Testern und Sammlern alter Tasteninstrumente zu bestehen, wenn man sich etwa das Orgelfest „Frigg’s Day“ oder die markanten Harmonium-Klänge in gleich mehreren Passagen vor Augen hält. Der ansteckende Vorwärtsdrang von „Loop‘D“ lässt indes an Hawkwind denken, und wo wir nun schon im England der ausklingenden 1960er angekommen sind, ist es bis zu den frühen Pink Floyd nicht mehr weit; deren „Atom Heart Mother“- und „Meddle“-Phase klingt in den vier Segmenten von „Häxan Tape“ wiederholt an.

Verhältnismäßig können „The F.S.O.“ aber auch, obgleich diese Auswüchse im extremsten Fall an Prototypen wie Iron Butterfly kratzen. Die tägliche Dosis erdrückender Heaviness holt man sich ergo woanders ab. Unterm Strich ist „‘67“ urtümlicher Psych Rock, dessen Schöpfer Monotonie als Methode zum Mitreißen feiern.

Clostridium Records

https://www.facebook.com/ThisIsNotWarszaw/

Wholetone Hindustani Om 6:21

Loop‘D 10:19

Frigg’s Day 16:48

Häxan Tape Parts II-V 28:49

The Guru Walks On

The Heretic

Der Sensenmann

Halli Hallo

José Jorge Benitez (keys, perc)

Angel Carrasquillo (b, perc)

Ian Vidal (d, g, keys)

Daniel Sierra (d)

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Psychedelic, ,

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Psych In Bloom Festival vom 15.03. – 17.03.19 im Komma Kultur Esslingen

Alterna Sounds Festival am 30.03.19 in der Sputnikhalle Münster/Westf.

Clostridium Labelnight Vol.1 in der Pauluskirche Dortmund am 13.04.19

9.Blues/Rock Festival „Oppe Ruiver“ Reuver/NL am 21.04.19

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