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Hazy Sea – Death Trip

(as) Über „Hazy Sea“ weiß man nichts Genaues, außer dass die drei Musiker 2015 irgendwo in Griechenland zusammenfanden und zwei Jahre später mit einem ersten Studioalbum debütierten. Beschäftigt man sich mit dem, was das Trio seitdem veröffentlicht hat, stellt sich selbst bei kritischem Hören heraus, dass sich trotz eines außerordentlich hohen Arbeitspensums praktisch kein Füllmaterial in seinem Repertoire befindet.

„Death Trip“ ist der vierte Longplayer der Hellenen binnen zweier Jahre und besticht einmal mehr durch klar herausgearbeitete melodische Motive, die eine zusätzliche Stimme tatsächlich verzichtbar machen, wohingegen bei anderen Bands ohne Gesang oft etwas fehlt, das ihrer Musik ein scharfes Profil verleiht. Gesondert hervorheben muss man zudem das ungeheuer gefühlvolle Spiel des Gitarristen, der seinen ureigenen Ton bereits gefunden hat, obwohl seine Gruppe noch nicht sonderlich lange existiert.

Oder handelt es sich bei „Hazy Sea“ etwa um alte Hasen? Vielleicht liegt den Mitgliedern der Heavy Rock auch einfach im Blut, denn schließlich sind sie nicht die einzigen in ihrem Heimat, die diesen Stil inklusive unverblümter Rückgriffe auf die Alternative- bzw. Stoner-Väter der späten 1980er und frühen 90er wiederaufleben lassen.

Die Gesamtatmosphäre der Scheibe ist eine sonnige, nachzuempfinden speziell während ‚Dolphin on the Fly‘ und der mit fast sieben Minuten längsten Nummer „Nothing’s Done Until It‘s Over“, die dennoch nicht weniger kurzweilig ist als der gesamte Rest. Das tänzelnden ‚The Aviator‘ gleicht einem wahrhaftigen Höhenflug im Sinne des Titels, dicht gefolgt von ‚Siren‘ mit gleich mehreren herrlichen Spannungsbögen in relativ kurzer Zeit.

Subtil mediterrane Tonfolgen erklingen hier wie auch im hypnotischen „Samothraki“ das zauberhaft anmutet wie die gleichnamige Insel im Norden der Ägais, eine Hochburg eines vielen religiösen Kulte der Antike. „The Promise“ klingt demgegenüber positiv verstaubt und würde hervorragend zu Soundtracks passen, die Filme mit einer nordamerikanischen Wüste als Schauplatz untermalen.

Bis hierher hat man wiederholt regelrecht singende Leads vernommen, die wahrscheinlich teilweise mit Slide-Rohr gespielt wurden; das abschließende „Memories of a Different Life“ bringt wiederum zwei miteinander verzahnte Akustikgitarren zu Gehör, die diesem enorm eingängigen Juwel von einem Album das Krönchen aufsetzen.

ww.hazysea.bandcamp.com

Dolphin on the Fly 04:32

Siren 05:23

The Aviator 04:54

Nothing’s Done Until It‘s Over 06:09

Samothraki 05:30

The Promise 05:13

Memories of a Different Life 04:16

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Heavy Rock,

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