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Rocco´s Red Cloud – Circus Of Plague

(vo) Eine so oder so großartige Erinnerung an meine Internetradiozeit als Moderator, u.a. beim Juke Joint Blues Radio (R.I.P.), das wir ab 2007 ins Leben riefen und für einige Jahre betrieben, beschert mir dieses bei Clostridium Records in diesen Tagen als Vinyl und CD erschienene Album von Rocco´s Red Cloud. Ein musikalisches Wiederhören mit Rocco Wiersch, Ende der 2000er Jahre ein noch sehr junger Gitarrist und Sänger aus Dortmund, den mir ein Hörer (Peter Haupt) empfahl und mich mit seiner Musik bekannt machte, und? Volker war damals begeistert….…und ist es auch hier und jetzt. Zusammen mit seinen beiden großartigen Groovemastern Luce Bertermann am Bass und Louis Lenger (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: sein Vater Achim, R.I.P., war Sänger der großartigen Pottblueser Koslowski u.a. mit dem Blockwart Blues) hinterm Schlagzeug und Percussion geht es zur Sache: im weiteren und näheren Sinne mit allerlei Zutaten wie Blues-, Classic-, Hard- und Psychedelic-gespickter Heavy-Rock nach dem Motto: Hauptsache ohne Politur!

Tief verankert im Sound Ende der 1960er, Anfang bis Mitte der 1970er…..herrliche Erinnerungen wach rufend. Rocco kennt diese Musikzeit sicherlich aus dem Effeff aus den Erzählungen seines viel zu früh verstorbenen Vaters, der ihn massiv förderte.

Und zu Rocco´s Gitarrenkünsten, die von Saitenheroen wie u.a. Paul, Peter, Rory, Jimi, Stevie Ray inspiriert sind, kommt noch diese Stimme: von Dortmunder Bier kriegste die bestimmt nicht…..und noch was: wenn es denn in hoffentlich absehbarer Zeit mal wieder Liveauftritte geben kann: zählt mal auf seinem Pedalboard die Geräte!

Ein sehr kompaktes, aber trotzdem variables Powertrio, das uns da neun Songs vor die Fell-, Jeans-, Holzfäller- und Lederjacken knallt, Parka gilt natürlich auch.

Die Reise durch knapp 65 Minuten Hard Rock Geschichte beginnt mit einem Sechspfünder der Marke „jetzt gibbet erstmal eine große Prise Nacken, woll, aber mit Rücksicht auf ältere Exemplare mit Entspannungsphase“! Danach marschieren wir mit den Jungs knietief durch den melodischen Heavy Rock, auch mit Luft für die Luftgitarrenfraktion, biegen ab zu einer angenehmen Halb Ballade Marke Stoner-Prog und kommen zu Song Nummer Vier: „Clockwise“. Verspieltes, aber natürlich nicht verspieltes Intro (Wishbone Ash Reminiszenz?), herrlich. Und dann stampft´s….

Feuerzeuge raus  (ja wir sind in den 1960er und 1970ern, nix Smartphonelampe), der Song heißt ja schließlich „Another Time“. „Pearls Before Swine“ haut uns dann kräftig was auf die Glocke während „Frozen“ einen wunderbaren Psychedelic Touch besitzt….und wie hier besonders Rocco´s schmutzstarrende Stimme dazu passt, könnte auch gut zum Output unser aller Blues Rock Heroen „Free“ passen, aber sowas von. Respekt Jungs! Und zügig mit balladesken Sprengseln geht´s natürlich auch: höre „Electricity“.

Knapp 13 Minuten gehören am Ende der silbernen oder schwarzen oder bunten Scheiben „Vague“. Nix ist vage sondern gibt uns noch einen mit auf den Weg: ein prächtiges Werk aussem Pott, mit Koks- und Stahlgeruch, kaum Löschkalk, mitunter harten Bandagen und singend wie die Stahlstrassen……aber nicht nur Hard- und Heavy Rock für Kumpels in Kutten, auch der Grunger und Stoner kann bedenkenlos die Nadel senken oder den Laser aktivieren….(volker)

Webseite

Clostridium Records

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