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IAH – III

(vo) Die drei Herren aus Córdoba/Argentinien befanden sich im Sommer 2019 auf einer erstmaligen Europa Tour um die bisherigen beiden Veröffentlichungen ihrer bis dahin, wohlgemerkt bis dahin noch sicherlich sehr kleinen europäischen Fanschar vorzustellen: die EP IAH – I vom Januar 2017 und die LP IAH – II aus dem Oktober 2018. Ich hatte das Glück die Drei beim in der Szene sehr renommierten Lake On Fire Festival 2019 (hier nachzulesen) zu erleben und war begeistert auch von der Livequalität des Trios, denn die Musik auf Konserve kannte ich ja und die war eh großartig. Sie hatten damals reichlich Merch dabei, u.a. die beiden Platten, T-Shirts, Aufkleber etc. und so wurde nach dem Auftritt reichlich vom Hör-Volk geordert: recht so nach diesem brillanten Menü aus Doom, Hard-, Heavy- und Postrock, Psychedelic und Stoner.

Ich konnte sie vor ihrem Auftritt hinter der Bühne photographieren: sie wirkten sehr locker und entspannt, waren aber auch sehr gespannt auf die Reaktionen da draussen vor der Teichbühne (die Lake On Fire Bühne liegt auf dem Wasser des Nepomukteichs!) und das vorweg: ihr Auftritt kam sehr gut an. Nun aber zur neuen: sechs Songs, rein instrumental, nie langweilig oder gähn, sehr abwechslungsreich gestaltet, und eben mit Zitaten aus etlichen Musikgenres die unsere Herzen und Seelen erfreuen, das musste als Band erstmal hinkriegen, aber das Trio schafft das locker. Mauricio-Gitarre, Juan Pablo-Bass und Jose-Schlagzeug haben auf diesem Album, das Anfang 2021 auch auf Vinyl erscheinen sollte, sehr viele und gute Ideen um ihren Sound von der Masse abzuheben, eine Weiterentwicklung der Band ist hörbar hörbar, nicht nur in einer Hörbar (der musste jetzt sein).

Los gehts: „kleiner Spaceausflug gefällig? „Der Einsteiger „Uaset“ besänftigt zu Beginn die Seele, herrliche Gitarrenausflüge, sanfter Groove, herrliches Intro. Aber so nach vier Minuten werden harte Rhythmen für den mit wippenden Nacken freigelegt, ich seh schon vor meinen geistigen Augen die Freakschar vor der Bühne begeistert mitmachen. Der Ausklang dieses Songs klingt nach wunderbar schwirrendem, flirrendem Post Rock, der auf dem Boden der Tatsachen bleibt. „Raju“ zerrt verzerrt im Midtempo an deiner Nackenmuskulatur bis zum Break, es fiept und schwirrt bis wieder zur heftig arbeitenden Stonerschaufel gegriffen wird……bis zum Outro hin wieder wie beim Vorgänger der Post Rock aus dem Schatten tritt.

„Cilene“: Post Rock? Ja, zu Anfang, verträumt, wiegt dich in den Schwebezustand…..aber dann: Es wird munter rhythmisch verzerrt dem Stoner Rock gehuldigt, in wechselndem Tempo, sozusagen als Salz in der Suppe. Break. Post Rock Ausflüge über die Anden bis zum Aconcagua. Break. Es geht wieder ab wie vor dem Break und zum Outro wird es wieder sanfter Post Rock, herrlich.

„Ennui“: Wieder so ein wunderbar schmeckendes Gebräu von abwechslungsreichem Hin und Her zwischen Post und Stoner.

„Lo que hoi es evident“: der Post Rock Flug über die Anden startet herrlich entspannend, der farbige Cocktail ohne Schirmchen mundet vorzüglich, du bist völlig relaxt und genießt diese Reise hoch über den Wolken. Dazwischen das Spiel mit heftigen Turbulenzen durch ein Gewitter, das aber nach drei Minuten vorbeigezogen ist und der Flug schwebt weiter hinein in ruhigen Gleitflug bis zur Landung.

„Una vez fui imaginario“: ähnlich wie der Vorgänger, nur hier noch sehr passend eingebaut: verhallter Gesang im Hintergrund.

Knapp 45 Minuten großartiges Liedgut, das unsere heißgeliebten Festivals wie u.a. FVF, LOF (dort ja schon mal präsentiert), STFU, Krach am Bach auf alle Fälle bereichern würde. III ist in meiner persönlichen Top 5 der Alben des Jahres 2020 auf alle Fälle vertreten….und hoffentlich sehen wir uns in absehbarer Zeit mal wieder auf und hinter einer Festivalbühne unseres Vertrauens…..(volker)

Raju – 06:24 min

Cilene – 10:37 min

Ennui – 08:25 min

Lo que hoi es evidente – 11:19 min

Una vez fui imaginario – 07:07 min

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Filed under: Album Reviews, Doom, Hardrock, Heavy Rock, Postrock, Psychedelic, Space, Stoner, , , , ,

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