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Juice Oh Yeah – Juice Oh Yeah

(andreas) Ein Bass-Schlagzeug-Duo in der groben Schnittmenge aus „Beehoover“ (Indie-Flair), neueren „King Crimson“ (düstere Heaviness), und „Morphine“ (Tiefgang) – „Juice Oh Yeah“ sind es nicht nur aufgrund ihrer verhältnismäßig exotischen Besetzung wert, von möglichst vielen Klangforschern gekannt zu werden.

Dieses selbst betitelte Album ist schon das zweite der beiden pfiffigen Typen aus der illustren Musikszene Sankt Petersburgs und bringt es auf fünf Songs in immerhin 40 Minuten. Der Einstieg mit „Rels“, dem kürzesten Track im Aufgebot, lässt prompt an „garagigen“ Stoner Rock denken – was Schnelleres von den frühen „Kyuss“ kommt als Vergleich in den Sinn“ und hebt gleich das deutlichste Erkennungsmerkmal des Projekts hervor: Der bundlose Bass von Boris Shulman sägt und singt immerzu, während Schlagzeuger Slava Lobanow so feinfühlig auf die jeweiligen Linien eingeht, dass jedes Stück ein anderes Gesicht verliehen bekommt.

Der schlicht betörende zweistimmige Gesang tut sein Übriges, um die eigene Identität jeder Nummer zu gewährleisten, selbst wenn er nicht durchgehend zum Einsatz kommt. „Dnaa“ geht fast als Ballade durch und trägt dezent folkloristische Züge, bevor wir zum Zentrum der Platte gelangen: „Mane“ veranschlagt zwölf Minuten für sich und enthält zwar die für solche Longtracks anscheinend unvermeidlichen Ambient-Parts (lies: geräuschvolle Langeweile), kriegt aber letztlich doch noch die Kurve zu einem betont stimmungsvollen Song im fast herkömmlichen Sinn.

Danach folgt mit „Poleno“ im Walzertakt (!) der definitive Anspieltipp des Langspielers, und nachdem schon im zweiten Stück zusätzliche Sounds neben den beiden Instrumenten zum Zug kamen, gibt´s im abschließenden „Vnyz“ sogar Trompetentöne zu vernehmen.

Einfach gesagt: „Juice Oh Yeah“ sind einfallsreich, einzigartig und darum für Prog-Fans auf keinen Fall ignorierbar.

Rels

Dnaa

Mane

Poleno

Vnyz

addicted label

https://juiceohyeah.bandcamp.com

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Garage Rock, Prog, Rock, Stoner,

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