rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Ouzo Bazooka – Dalya

(jm) Wir sind etwas spät dran mit dieser Rezension, aber die Meister*innen des nahöstlichen Psych-Rock Ouzo Bazooka haben bereits Ende August ihr fünftes Album Dalya veröffentlicht.

Dabei bedient sich die Band aus Tel Aviv einmal mehr ihrer frisch klingenden, aber bereits bewährten, einzigartigen Mischung aus „east meets west“. Die kulturelle Vielfalt Tel Avivs dient seit ihrer Gründung als perfekte Kulisse für Ouzo Bazooka und die Reifung ihres Stils: Einer ausgefallenen Mischung aus mittelöstlichen Klängen und Skalen, die mit psychedelischem Surf-Rock und Garage verschmelzen.

Nicht ganz zwei Jahre nach ihrem letzten Album „Transporter“ und ausgestattet mit einem neuen Schlagzeuger und Bassisten, zog sich die Band in die Tiefen des dunklen Studios zurück, wo sie begannen zu experimentieren und den Grundstein für das neue Album Dalya legten. Verdächtig nach einer Mischung aus verbotenen Substanzen und mächtigen, selbst gebrauten Tränken riechend, schafft Dalya mühelos viele Dinge, die sich in einem ähnlichen Universum widersprechen würden: Es ist psychedelisch, aber zugänglich, abenteuerlich und kreativ – voller weltmusikalischer Einflüsse, die darauf warten, gehört zu werden. Der Sound bleibt vertraut, aber gleichzeitig einzigartig und eine Erweiterung der breiten kreativen Palette der Band.

Stilistisch können die Einflüsse des neuen Albums auf die Psych-Rock und Kraut-Rock-Legenden der späten 60er und 70er Jahre zurückgeführt werden, die mit einer deutlich erkennbaren Kreuzung aus Klängen, Rhythmen und Tonleitern des nahöstlichen Ökosystems gepaart wurden. Das Ergebnis ist ein homogenes Werk voller ungezähmter Kreativität, ausgeklügeltem Songwriting und wilder Instrumentierung, ergänzt durch eine Produktion, die vollständig auf einer totgeglaubten, aber unter mysteriösen Umständen wiederbelebten Vintage-Tascam-Tonbandmaschine aufgenommen wurde.

Dalya setzt sich aus sechs langen, Halluzinationen auslösenden Musikdosen zusammen, die mit großen Augen und vor allem Ohren konsumiert werden können. Ouzo Bazooka lotsen den weltoffenen Hörer durch die musikalische Landschaft in eine trügerische neue Welt und sind dabei die vertrauenswürdigen Reiseführer in einem Gebiet, wo die Wahrnehmung und die Fähigkeit, zwischen Realität und Fata Morgana zu unterscheiden, auf eine harte Probe gestellt wird. Eine schöne epische Klangreise! (Jens M.)

Tracklist:

1. Monsters

2. Million Years Of Light

3. Al Hagamal

4. Kruv

5. It’s A Menace

6. Nine

Kontakt:

Music | Ouzo Bazooka (bandcamp.com)

Filed under: 60s, 70s, Album Reviews, Psychedelic, , ,

international – choose your language

November 2021
M D M D F S S
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten. Informationen zum Umgang mit Deinen Daten findest Du in der Datenschutzerklärung.

Diese Artikel werden gerade gelesen:

Speck - Unkraut
The Spacelords – Unknown Species...
PeeWee Bluesgang – 40 Bluesful Years
Desertrain – Grunge Locomotive
%d Bloggern gefällt das: