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The Shadow Lizzards – Someone´s Heartache

(as) Und noch ein sogenanntes Power-Trio… „The Shadow Lizzards“ haben früh (2015) angefangen und sind immer noch recht jung, zumal in Hinblick auf den Sound, den sie auffahren: Auch auf „Someone´s Heartache“ (das selbst betitelte Debüt erschien 2018) kreist alles um Jochen Leistners Orgel und „gut abgehangen“ klingende Stimme, während sich das Drumherum auf fantasievolles Gitarrenspiel und eine zurückhaltend agierende Rhythmusgruppe beläuft.

Auf der kompositorischen Ebene haben die Nürnberger im Verhältnis zu ihrem Erstling einen Sprung gemacht. Die Songs wirken insofern entschlossener, als die Musiker darin konsequent jeweils einer Richtung, einem Feeling und Ideenkosmos folgen, statt etwa ziellos zu improvisieren oder sich mit akrobatischen Kunststücken zu verrenken. So liegt in den ruhigen Passagen insbesondere der beiden längsten Tracks „No One Can Save Me“ und „Home Or Lost“ tatsächlich eine Kraft, die eher prosaische Rocker mit viel Zerr-Tamtam zu erwirken versuchen.

„Stardust“ gereicht der Gruppe mit Mundharmonika-Einschub und flirrender Gitarre zu einem stimmungsvollen längeren Intro, danach kristallisiert sich das „The Moody Blues“-Vibes versprühende „Ricochet“ als „Hit“ des Albums heraus, auch wenn einem die Refrain-Hooks nicht mit der buchstäblichen Brechstange ins Langzeitgedächtnis gehebelt werden. Als subjektiven Anspieltipp würde ich das unterschwellig treibende Titelstück mit seiner dezenten Space-Rock-Aura empfehlen, denn der Zugang fällt dadurch denkbar leicht.

Unterm Strich begeistert an „ Someone´s Heartache“ diesmal nicht in erster Linie (aber selbstverständlich auch) das handwerkliches Können – das Meiste, was sich mit seinen drei Power Chors auf dem Retro-Feld tummelt, erblasst angesichts dessen vor Scham –, sondern auch die emotionale Komponente, denn gerade Leistner ist mit seinem melodischen Feingefühl und alterfahren anmutenden Organ (nicht klugscheißerisch) ein Gänsehaut-Garant.

Kopfhörer auf, und ab dafür!

Tonzonen / Soulfood

VÖ: 19.08.2022

http://www.shadowlizzards.de

Stardust

You Can’t Runaway From Your Soul

Ricochet

Someone´s Heartache

No One Can Save Me

Train Song

Who Is Who

Home Or Lost

Andreas Schiffmann

Filed under: 60s, 70s, Album Reviews, Classic Rock, Psychedelic, Space, ,

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