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Outside The Box – Bridge

(ro) Es gibt Alben, die mag ich einfach. Bei denen mir beim ersten Hören schon tausend Dinge auffallen, die ich klasse finde. Und je mehr ich mich mit ihnen beschäftige, desto besser gefallen sie mir. Bei „Outside The Box“ ist das zum Beispiel so. Die aus New Jersey/New York stammende Rock-Combo, bestehend aus Jeff Cafone (Lead Vocals, Guitars), Mark Masefield (Hammond B3 Organ, Piano, Keyboards), Francis Valentino (Drums), Ryan Wheeler (Bass), legt hier ein Debutalbum mit dem Titel „Bridge“ vor, das in der Tat mehr als nur aufhorchen lässt.

Klar, ein Debüt-Album kann für Musiker Segen und Fluch zugleich sein. Wenn also die ewige Frage im Raum steht, ob das Debüt nun Woodstock oder Waterloo bedeutet, benötigen „Outside The Box“ genau 42 Minuten und 11 Songs, um jeden Musikfreak, der Bands wie Southside Johnny & The Asbury Jukes, Georgia Satellites, den frühen Elvis Costello und den frühen Bruce Springsteen mag, völlig zu überzeugen. „The Bridge“ ist traditionell und old school , aber beileibe nicht langweilig, voller Farben, aber nicht knallbunt und voller Ideen, jedoch nicht überladen. Oh ja, „Outside The Box“ wissen genau, welche „Knöpfe“ zu drücken sind, um den Hörer quasi mit einem Fingerschnippen in ihren Bann zu ziehen.

Die großartige Stimme von Sänger Jeff Cafone bestrickt über alle Maßen, durchdringt scheinbar anstrengungslos jede Pore und trägt jeden einzelnen Song. Seine famose Gitarrenarbeit, die ohne Frickeln am Schloss einer imaginären Schatztruhe und ohne die weit verbreitete, hechelnde Gitarrenakrobatik auskommt, bleibt markanter Fels in der Brandung jedes Tracks. Wunderbar auch des Keyboarder`s Mark Masefield lässige Art, Song um Song mit einem feinen Gewand zu umlegen.

Foto Innencover: Mia TorresSchon der rockige Opener „Love Is The Villain “ lässt den Hörer sogleich die Ohren spitzen. Er nimmt ihn mit, lässt ihn aufsteigen in höhere Sphären und wieder herab in den Abgrund gleiten, bietet aber trotzdem stets ein Seil der relativen Sicherheit, eine Art Geländer, geboten von der dynamischen Kraft und Variationsbreite der Rhythmus-Section (Francis Valentino & Ryan Wheeler).

Eine fünfminütige Sternstunde, die Zeit und Raum schnuppe werden lässt, ist die eindrucksvolle Ballade „Wisconsin“, in der nicht nur das gesangliche, sondern auch das lyrische Talent des vielseitigen Jeffrey G. Cafone, aus dessen Feder übrigens alle elf Songs stammen, zum Tragen kommt. Im Gegensatz dazu donnert leidenschaftlich „The Ballad Of Jackie Chan“ mit einem unaufhaltsam in die Beine gehenden Schlagzeug von Francis Valentino aus den Boxen.

Für mich persönlich sticht auch das langsam ansteigende „So Confused“ auf dem Album heraus, es ist vergleichbar mit einem Herzschlag, der unaufhaltsam heftiger wird und den Hörer ebenso mitnimmt, wie Jeffrey G. Cafone Stimme, wenn er sich quasi fast um Kopf und Kragen singt.

„I did it again / i told you that i wouldn`t / i couldn`t / cause you`re my friend“, heißt es im vorwärts polternden „I’m A Bridge“, und es ist beeindruckend, dass all diese verschiedenen Facetten zu ein und derselben Person gehören. Eben singt Herr Cafone noch, als gäbe es keinen Morgen mehr, auf dem letzten Song, dem Gänsehaut erzeugenden „Love To See You Leaving“, reduziert er sich selbst, bis man glaubt, das sei es nun gewesen. Aber dann bricht plötzlich doch wieder alles los, jedoch nur für einen kurzen Moment.

Ja, „Outside The Box“ beziehen ihre Hörer in ihre Musik mit ein, sie spielen mit ihnen, ziehen sie mit sich, wohin auch immer. Dieses Album ist nicht nur für „Outside The Box“ ein Segen, sondern auch für ihre Hörer, und so bleibt jetzt schon zu hoffen, dass sie in der Tat im Herbst, so wie gemunkelt wird, in Good Old Germany live zu sehen und zu hören sein werden. Also, ich werde ganz bestimmt dabei sein!……(…Rosie..)

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März 2012
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