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Savoy Brown im Spirit of 66 In Verviers/Belgien am 30.04. 2012

Ein Savoy Brown Konzert erlebte ich zuletzt im April 1991 in der Bochumer Zeche. Höchste Zeit also, einem Urgestein der europäischen Bluesrock Szene wieder die Ehre zu erweisen.Seit Gründung Mitte der 1960er Jahre bis 2012 zelebrierten in dieser Band ca. 50! verschiedene Musiker Blues, Rock und Boogie, u.a Chris Youlden, Dave Walker, Miller Anderson, Lonesome Dave Peverett, Roger Earl und Stan Webb. Und die einzige Konstante seit der Anfangszeit ist Gitarrist und Sänger Kim Simmonds.

Um 20 Uhr 30 betraten Kim Simmonds und seine Musiker Joe Whiting – Saxophon und Gesang, Pat DeSalvo – Bass und Garnet Grimm – Schlagzeug, die Bühne des Spirit of 66.   Mit einem ihrer Klassiker, dem „Louisiana Blues“, legte die Band los, um uns nachfolgend einen kleinen Einblick in ihr umfangreiches Songmaterial zu gewähren. Bei bisher ca. 33 veröffentlichten Tonträgern könnten die Jungs locker 48 Stunden am Stück spielen, ohne sich zu wiederholen. Anfangs noch unter dem Namen Savoy Brown Blues Band, feierten sie seltsamerweise in ihrem Heimatland England nur kleine Erfolge, aber umso größere in Resteuropa und den USA. Und am heutigen Abend feierten wir mit ihnen eine Party, auch mit Szenenapplaus für einige musikalische Kabinettstückchen. Die teilweise humorigen Ansagen von Joe und Kim sorgten für zusätzliche Stimmung in der Bude. Die Erläuterungen von Kim zu manchen Songs schlossen einige Wissenslücken bei mir, Musikspaß mit Fortbildung, was willste mehr. Eine Anmerkung zu ihren CDs oder LP von 1967 bis November 2011: Die sind für mich bis auf eine Ausnahme ein Genuß. Ihre im November bei >Ruf Records< veröffentlichte CD „Voodoo Moon“ ist für mich eine der besten Bluesscheiben des Jahres 2011. Diese Aufnahmen wurden auch vor kurzem auf Vinyl gepresst, für mich als Vinyltrunkener eine große Freude. Von „Voodoo Moon“ stellten uns die Jungs einige Titel vor, wie das mit durchgehend harten Slidegitarrenklängen ausgestattete „Shockwaves“. Oder der „Natural Man“ mit Saxophon, markantem Gitarrenriff und der sehr souligen Stimmung durch die Gesangseinlagen von Joe. 24/7 konnte mich auch live überzeugen, ein feiner Bluesrocker mit Saxophonbegleitung. Zur Rhythmustruppe: Garnet Grimm und Pat DeSalvo groovten prägnant,treibend und bumpernd bei Boogieeinlagen wie „Tell Mama“. Ausgewogen bei Midtemposongs wie z.B. „Street Corner Talking“ oder „Voodoo Moon“ von den gleich benannten CDs oder LP.  Und gerade noch hörbar bei einigen Slow Blues Titeln wie z.B. „I`m Tired“. Speziell bei diesem Blues konntest du das Perlen in dunklen und hellen belgischen Bieren auf der Theke, den Tischen und in den Händen der Zuhörer hören. Zu Joe Whiting: Beim größten Teil der Songs hörten wir seine Gesangsstimme. Er hat den Blues. Und einen gehörigen Funken Soul in den Stimmbändern. Und seine Interpretationen, speziell bei den Blues Songs für die Ewigkeit,“Wang Dang Doodle“ und „Little Red Rooster“ waren uns einen Extra Applaus wert. Sein Saxophonspiel bereicherte einige Titel, denen Kim die Stimme lieh. Kim Simmonds ist natürlich das Herz und die Seele von Savoy Brown, ein großartiger Gitarrist, akustisch und elektrifiziert. Ob brachialen Boogie oder rockigen Blues, ob Slow Blues oder „Gib ihm“, er hatte alles im Griff. Und seine Slide Gitarrenkünste sorgten für etliche Gänsehautattacken.  Und er fehlte auch heute Abend nicht, der „Hellbound Train“. Der Song ist für mich und viele Gleichgesinnte das Highlight aus dem Repertoire der Band. Das Schlagzeug sorgt am Anfang des Songs für ein kurzes Lichtaufflackern, der einsetzende Bass löscht dieses aber weitgehend und weist dem Zug den weiteren, düsteren Weg in die Hölle. Das dann beginnende Gitarrenriff und die Gesangsstimme lösen noch die Sicherungen aus, es wird stockdunkel. Und immer härter und düsterer wird gerockt, bis zur Mitte des Songs. Zum Tempo bis dahin der treffende Textteil: „Hellbound Train, Driving Slow“. Und dann bricht die Hölle los, bis zum letzten Ton drehen Gitarre, Bass und Schlagzeug immer weiter auf, immer wilder und schneller, im Gleichklang oder im Duell und dann endet diese Höllenfahrt schlagartig. Eine großartige Komposition, mit prasselndem Applaus gefeiert. Die Band wurde zusätzlich durch zahlreiche CD- und T-Shirt Verkäufe an ihrem Merchandising Stand für ihren furiosen Auftritt belohnt. Wieder mal eine Fahrt über 140 km von Hilden nach Verviers, die sich lohnte. Und, liebe Leser dieses Blogs: Schaut euch Livemusik im Spirit of 66 an, es lohnt sich, solche Läden werden heute nicht mehr gebaut. Und noch ein Tipp außerhalb der Musik: Genieße den Spirit des Spirit of 66 auch mit leckeren Spirituosen aus dem Kühlschrank des Spirit of 66…..(Volker)

>>Savoy Brown<<

>>Spirit of 66<<

 

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