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Wax Mannequin – No Safe Home

waxmannequinAvantgarde-Folk aus Kanada

Chris Adeney, ein junger Mann aus Hamilton, Ontario, Kanada, scheint auf den ersten Blick dem preisgekrönten Film „Das weiße Band“ entsprungen zu sein – struppiger Bart, grobes Leinenhemd, Hosenträger, dazu ein schwarzer Trilby.
Ja, Chris Adeney ist ein Sonderling, aber im positiven Sinne.
Hat er mich schon im letzten Jahr insbesondere mit „End of Me“ (Saxon) auf das Höchste beeindruckt, so möchte ich hier und jetzt sagen, dass sein mittlerweile sechstes Album „No Safe Home“ wieder einen für mich persönlich emotionalen Volltreffer verkörpert.

Zehn rumpelige, folkige Songs zwischen eingängig schön und widersprüchlich vertrackt, zwischen Folk, Prog und Psych, zeigen deutlich, dass sich Herr Adeney konsequent sämtlichen Schubladen verweigert. Und genau das ist das, was mich ungemein fasziniert.
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Teilweise erinnern mich seine Songs in ihrer Unangepasstheit und Sonderbarkeit an Tom Waits oder auch an Towns Van Zandt, vielleicht auch ein wenig an Nick Cave oder gar an Frank Zappa?
Nun, wie dem auch sei: Chris Adeney hat eine völlig eigene, ganz besondere Art zu singen. Er hebt die Stimme an unvorhersehbaren und untypischen Stellen, lässt sie dann innerhalb des Songs zupacken, die Seele des Hörers durchkreuzen und sich schlussendlich in sie verknoten.

Seine Texte sind zutiefst persönlicher Art. Betrachtungen familiärer Entfremdung, Träumereien, die Suche nach irgendetwas, von dem man nicht weiß, was es ist, moralisches Scheitern, deplazierter Ehrgeiz oder eine allgemeine innere Unruhe ( die jeden von uns dann und wann heimsucht ) – das sind die Themen, über die er in seinen teils skurillen, teils sehr düsteren, grüblerischen oder metaphorischen Texten erzählt.

Und obwohl sich der Kanadier nur einfacher, akustischer Mittel bedient – eine kratzende Gitarre, ein Pfeifen, manchmal eine Country-Fiedel oder ein Akkordeon, bleibt seine Musik abwechslungsreich und spannend. So werden Harmonien und eingängige Melodien manchmal von Off-Klängen und schrägen avantgardistischen Elementen gebrochen. Nur um den Hörer dann wieder mit konventionelleren Songs wie z.B. „Black Bell“, „Body White / Body Black“ und „Don´t Want To Go“ zu beruhigen.
Oh ja, himmlisch und doch auch traurig sind seine Lieder, heiter und doch grüblerisch, hart und doch verletzlich zugleich. Einfach großartig.

Und welches ist jetzt mein persönlicher Lieblingssong auf diesem Album? Was soll ich sagen? Alle? Ja. Oder vielleicht das zweiminütige „Tears From The Moon“? Ja, das könnte sein. Oder das ungewöhnliche „The Water“? Ja, das auch. Oder doch „P.B.“ – der sechseinhalb Minuten lange Schlusstrack, der mit einem Piepen gleich wie in einem Narkoseaufwachraum beginnt. Ein Song, der die Hörerin mitten ins Herz trifft und sie mit einem Gefühl des Staunens und der Nachdenklichkeit über das tiefe Gewebe dieses Liedes zurücklässt. (Rosie…)

Album Release: 03.05.2013 on Artfullsounds /Cargo

Recorded and mixed by Nick Johannes at The White House
Mastered by Andy Magoffin at The House of Miracles
Cover and inner artwork by Lee Stringle
FotoCredits: Wax Mannequin Press

01. – Black Bells – // 02. – Beware – // 03. – Body Black/Body White – // 04. – Other Part – // 05. – Out On the Water – // 06. – Bison – // 07. – The Water – // 08. – Don’t Want to Go – // 09. – Black Bells (Reprise) – // 10. – PB –

Mehr lesen: http://waxmannequin.com/
Songs anhören: http://waxmannequin.com/music/

Link zum Video „End Of Me“

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