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Freak Valley Festival 2013 – Teil 1 Do/Fr

Freak Valley PosterVon Freaks, mit Freaks, für Freaks!

Der folgende Bericht ist abhängig, parteiisch und keinesfalls objektiv!

Zur zweiten Auflage des „Freak Valley Festivals“ reisten Musiker und Freaks aus über 40 Ländern (14 Bundesländer plus die Freistaaten Bayern und Sachsen, etliche Länder Europas, Süd- und Nordamerika, Asien und  Australien) ins beschauliche Siegerland!
Drei Tage und Nächte wurde gerockt und gerollt, bodenständig und abgehoben getanzt, psychedelisch geschunkelt, Bier vernichtet, gefachsimpelt, gelacht, gefroren, relaxt gefeiert, fleischlichen- und nicht fleischlichen Genüssen gefrönt und Merchandising konsumiert.
Und der Wettergott hatte trotz vernichtender (Wetter.de, Wetter.com) oder weiser (Agrarwetter.de) Voraussagen mehrere Einsehen mit uns. Der gelegentliche Regen am Donnerstag und Freitag und die tropischen Siegerländer Temperaturen am Samstag (zwischen acht und neun Grad Celsius) liefen unter ferner liefen bei den ca. 1500 anwesenden Demonstranten des guten Musikgeschmacks auf dem Gelände der „AWo Werkstätten“ am Weiherdamm zwischen Netphen und Deuz. Denn wir wurden mit knapp 25 Stunden großartigster und feinster Musik weit jenseits des Mainstream belohnt.
Ab Donnerstagmittag waren die Camping Areale auf den vom Beienbacher Bauern Henner Flender zur Verfügung gestellten drei Wiesen „ready for takeoff“, die Grashalme warteten geduckt auf den Ansturm der Freaks.
Die drei Wiesen waren wie unser „Freak Valley Festival“ bald restlos ausverkauft, Herr Flender stellte daraufhin zwei weitere Wiesen zur Verfügung! Großartig!
Wie im letzten Jahr bei der ersten Auflage übernahm ich einen relativ lockeren Hauptjob bei unseren Fest der vielen Musikfreuden. Bei der ersten unserer regelmäßigen Versammlungen (Rock Freaks e.V.) zum zweiten Festival ab Dezember 2012 wurde mir wieder die Aufgabe des Ansagers auf der Bühne übertragen! Jeder von uns 16 Rock Freaks wurde kräftig eingespannt.
Die Bereiche: Leitung des Ganzen, Kasse, Infrastruktur, Merchandising und Händler, Einlaß, Helfer, Zeltplatz, Getränke, Theke und Frühstück, Backstage, Security, Feuerwehr und DRK, Bühne, Presse und Bandempfang.

Nun zur dreitägigen Zeitreise mit völlig verrockten Freaks!

Ab 17 Uhr war das AWo Gelände „Ready for Rock`n`Roll“ und bald darauf schlängelte sich eine große Besucherschlange vor dem Einfallstor und begehrte Einlaß.
Um 19 Uhr 30 eröffneten „Bushfire“ unseren Festivalreigen, denen im Laufe der Veranstaltung Bands aus den Bereichen Heavy-, Hard-, Psych-, Blues-, 60s-, 70s- und  Stoner Rock folgten.
„Bushfire“ heizten die Feiermeute mit ihrem kernigen Rock gut auf. Barfuß Sänger Bill unternahm einige Ausflüge ins Publikum, die Band knallte mit Power den Himmel auf die Erde und verdiente sich die Wertung „optimaler Festival Opener“.
Ich hatte die Ehre und das große Vergnügen, in den nächsten drei Tagen noch 23 mal feine und feinste Musik anzukündigen, kümmerte mich zwischendurch mit um die Leute von Funk- und Webmedien und half dem großartigen Team von „Wah Wah TV“ (Sarah, Marcel, Ruben und Thierry) zweimal bei der Arbeit (ich versuchte mich in bühnenreifen Filmaufnahmen bei den Auftritten von „Abrahma und Nightstalker“, die Betonung liegt auf versuchte).
Deshalb kann ich leider nicht auf alle Bands und anderes eingehen, manches blieb auf der Strecke.
6747 Katla Kopie„Katla“ brachten ab 19 Uhr 45 mit Sängerin und Violinistin Lisa und ihren Jungs an Gitarre, Bass und Schlagzeug schwedisch verrockte und verfolkte Noten aufs Gelände. Bei einigen Stücken kam durch Lisa auch noch ein Theremin zum Einsatz und verlieh dem Sound besondere, psychedelische Inspirationen.
Die anschließend aufgeigenden Jungs von „Asteroid“, auch aus Schweden, veranstalteten mit ihrem auf sehr bluesigem Untergrund angereicherten Rock eine einstündige Jam Session. Bassist Johannes und Gitarrist Robin wechselten sich am Mikro mit sehr markanten Gesängen ab und Schlagzeuger Henrik prügelte die Beats in die interessante Session. Ich hörte zu meiner größten Freude ihre Knaller „Karma“, bei dem sich das flüssige Gitarrenintro immer mehr steigert und entfaltet und sich zusammen mit Bass und Drums zu einem bluesigen Psychedelic Rocker mausert. Und „Garden“. Dieser Song fließt so schön vor sich hin mit großartigen, leicht jazzigen Saitenattacken beider Gitarren.
Von „Long Distance Calling“ bekam ich leider nur ca. 20 Minuten mit. Ihr Post Rock ist mittlerweile in Europa eine ganz schön hohe Hausnummer und was ich bis dahin an instrumentalem hörte fluppte und flirrte grandios.
Tag eins unseres Festes war Geschichte, auf ging`s in die Pension Kühn, um die doch schon sehr müden Knochen auf eine vorzügliche Matratze zu betten.

Nach einer zu kurzen und abgeschnittenen Nacht mit 210 Minuten Schlaf und Hustenanfällen gab es zum Frühstück Müsli und Milch, und ab 9 Uhr waren wir wieder auf dem Festivalgelände.Dort eine kurze Einsatzbesprechung der „Rock Freaks“ bei Kaffee und Joghurt, der Ablauf des Festes funzte bisher bis auf klitzekleine Reibereien wunderbar, auch dank unserer vielen, einfach großartigen freiwilligen Helfer.6639 Freak Valley Helfer Kopie Sie waren kompetent, gut vorbereitet, freundlich, hilfsbereit! Noch ein bißchen hier und da und die Merchgarage ausfegen. Kurze Einsatzbesprechung auf der Bühne mit den Soundmännern Tom und Felix, Stagemanager Basti, Lichtmanager Florian, Drumtech Sebastian und den Aufbauhelfern, u.a. Jonas und Phil.
6663 Shine Sound Kopie 6678 Bühne KopieDiese sehr bewährte Bühnencrew, bis auf zwei Ausnahmen war es die vom letzten Jahr, griff eben auch in diesem Jahr ein, das lief wie in einem Schweizer Uhrwerk, Respekt! Auch „Shine A Light“ Licht- und Effekte Zauberer „Marco Menzer“ war wieder mit von und auf der Part(ie)y, seine Projektionen bei den abendlichen Auftritten sorgten für etliche Ausdrücke der Begeisterung bei den Freaks!
Dann großes Glück. Ich befand mich um kurz vor „High noon“ gerade an unserem Check In für die anreisenden Bands (Corinna erledigte diese Aufgabe, sie beherrscht mehrere Sprachen), als ein dunkelgrüner, bis unters Dach vollgepackter Opel Astra aus Rumänien aufs Gelände bog. Unsere Freunde, „The :Egocentrics“, aus Timisoara, trafen nach einer Fahrt über 1368 km, mit Übernachtung zwischendurch, wohlbehalten und fit wie Rockmusiker bei uns ein. Der „Rockblog.Bluesspot“ übernahm die Kosten für diesen Auftritt  der drei Musiker Brenn, Jess und Tavi, die auch noch einen Merchandising Kumpel mitbrachten. Die Egos begeisterten uns (Michael und Volker) bei ihren Auftritten im Jahr 2011 beim „Stoned und Yellowstock“ so eindrücklich, das wir uns Ende letzten Jahres spontan entschlossen, diesen Auftritt finanziell zu ermöglichen, es war uns eine Herzensangelegenheit. „Jens“, unser Chef der Rock Freaks und Festival Booker und „RB.BS Michael“ hielten den Mailkontakt zu den Jungs, nach kurzer Verhandlung passte alles. Nach einer herzlichen Begrüßung fuhren die Jungs erstmal zur Pension Kühn.
Die erste Band des Freitags, „Banda de la Muerte“ aus Argentinien, erschien zum Soundcheck, passte alles. Die meisten Bands spielten über unsere Backline, das sparte Zeit bei den Umbaupausen. In diesen Umbaupausen gab es musikalische Leckerbissen aus der Vinyl- und CD Sammlung unseres Rock Freaks „WoFo“, 6640 Dj WoFo Kopiealle Daumen hoch von etlichen Besuchern und mir.
Um 13 Uhr starteten „Banda de la Muerte“ den zweiten Festivaltag mit ihren harten Klängen aus Stoner, leichtem Doom und Metal.      6761 Banda KopieUnd die vier Jungs hatten Spaß über alle Backen, ihr Merchstand wurde anschließend gut frequentiert.
„Yama“ aus den Niederlanden prügelten danach ihren heftigen Stoner Rock mit teilweise in diesem Genre ungewohnten Harmonikaklängen in die Meute vor der Bühne und eine von sechs bei uns spielenden Bands aus Nordeuropa, „Mamont“ aus Schweden, reisten mit uns heavy, doomig, stoned und psychedelisch zurück in die1970er Jahre, der für mich faszinierendsten Dekade der Rockmusik.
Und dann ab 16 Uhr unsere „Egos“. Sie machten da weiter, wo sie 2011 aufhörten, Versiert, druckvoll und virtuos erinnerten sie mich wieder an meine damalige Erkenntnis: So könnte eine neuzeitliche, rein instrumentale Experience klingen. Das Schlagzeugspiel von Tavi mal jazzig, mal heavy, mal stoned wie Dr. Prügelpeitsch (Dank an Herrn Waalkes für diesen Ausdruck), 6843 Egos Tavi immer auf den Punkt getrimmte Basslinien von „Jess“, in dessen Gesicht die Härte oder Weichheit der jeweiligen Songs wie eingemeißelt war 6896 Jess Egos Kopieund das Gitarrenspiel von „Brenn“, grandios!6833 Brenn Kopie  Sie spielten und zelebrierten “ 2012, Mystic Invitation, Blissful Idiot und ein noch unbetiteltes neues Stück“.
Hör dir mal die psychedelischen, Experiencehaften Stoner Rocker „2012 “ und „Mystic Initiation“ an, das sind mit vielen Riffs und Licks und Tempowechseln verzierte Soundwände, progressiv, bretthart, butterweich, jazzig, heavy, groovend wie die Hölle, schwebend, piano, forte, es geht mit mir durch, egal!  Oder der Schallgeschwindigkeitsrocker „Blissful Idiot“, meine Fresse, geht das ab. Ein noch unbetitelter, neuer Song sorgte nicht nur bei mir für große Freude, dieses Stück auf einem neuen Tonträger, die Vorfreude ist groß. Und wenn ich mich während ihrer Darbietung ab und zu umschaute, alleine war ich nicht mit meiner Begeisterung!
„Brenn und Jess“ agieren während ihrer Auftritte übrigens barfuß, da ist die Musik noch besser geerdet.
Zu Beginn des „Pet The Preacher“ Auftritts gab es im Photograben vor der Bühne die Situation, das die 6727 Linsen Mädels KopieMädels die berichterstattende photografische und filmische Hoheit übernahmen. U.a. Wiebke-Hotel666, Julia-60minuten Berlin,  Sarah-WahWah TV und eine Kollegin aus Frankreich sahen sich den schwerstens tätowierten Heavy Rock der drei Jungs aus Dänemark an.

Am Check In fuhr zwischendurch ein Sprinter aus Großbritannien vor, im Sprintraum saßen „Uncle Acid & The Deadbeats“. Sie gaben sich sehr locker vor ihrem ersten Auftritt in Deutschland, und ich konnte ein Photo der Band machen. 6924 Uncle Acid And The Deadbeats KopieEine Besonderheit: Gitarrist, Sänger und Bandleader „K.R.Starrs“ bat uns „Rock Freaks“ vor einigen Wochen, ihm eine CD mit unseren Kraut Rock Favoriten (u.a. mit Can, Jericho, Jeronimo und Silberbart) zusammen zu stellen, es war unserem Michael „Hacki“ Hackler eine Ehre.
Bei „Orange Sunshine“ ist der Name kein Schall und Rauch, es geht musikalisch in die hartrockenden, psychedelischen 1960er Jahre, aufmüpfiger und revolutionärer Rock auch aus einer sehr heißen Phase der Rockmusik. Die voll aufgedrehten und aufdrehenden drei Herren aus den Niederlanden waren für mich eine Rockmusikalische Offenbarung. 6926 Orange Sunshine KopieDu konntest, ob du wolltest oder nicht, alle wollten nicht, die Füße stillhalten. Die Freaks vor der Bühne zappelten sich außerdem die manchmal nun doch auftretende Müdigkeit aus den Ärmeln, angesteckt von der schier nie endenden Energie des Schlagzeugers und Sängers Guy Tavares. Auch die Saitenfraktion Arthur und Mehdi schaufelte ständig Kohle in das qualmende, prasselnde und große Hitze verbreitende Rockfeuer. Pause! Teil 2 des Festivalberichts folgt in einigen Tagen….(Volker)

Freak Valley Festival 2013 Teil 2 Fr/Sa

Freak Valley Festival 2012

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