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Freak Valley Festival 2013 – Teil 2 Fr/Sa

6926 Orange Sunshine Kopie

Von Freaks, mit Freaks, für Freaks!
Auch der zweite Teil ist abhängig, parteiisch und einseitig!
Nach dem „Orange Sunshine“ Rock Dauerfeuer standen die beiden folgenden Bands mit beiden Beinen im rauhen Bereich des bluesbasierten Rock.
Und diese beiden Bands standen auf meiner „die mußt du unbedingt sehen“ Liste.
Aus Detroit stammen „The Muggs“, die hier im Publikum bis dato ziemlich unbekannt daher kamen. Aber das änderte sich mit und nach ihrem energiegeladenen Auftritt ruckzuck, sie waren nicht nur für mich eine der aufregendsten Bands unseres Festivals. Auf CD kannte ich die Truppe seit ein paar Jahren, spielte auch früher in meiner Zeit als Moderator bei einem bluesigen Internet Radiosender öfter was von den Jungs aus Michigan den  verehrten Hörern vor,  6974 Muggs Kopie 6954 Muggs Kopieaber live und in Farbe gab es dieses Vergnügen bisher für mich noch nicht.
Die Herren „Danny Methric, Gesang und Gitarre, Tony DeNardo, Fender Rhodes und Todd Glass, Schlagzeug“, mischten uns mit ihrem harten Blues-, Classic- und Roots Rock ordentlich auf. Die Zappelquote im Publikum stieg von Minute zu Minute, sie gaben uns während ihres einstündigen Auftritts alles. Der Rock tobte von den Saiten, Fellen und Tasten, mächtig und laut, mächtig laut, filigran und rumpelnd, der Groove zog uns alle in ihren Bann.
„Tony“ erlitt vor über zehn Jahren einen Schlaganfall, der sein Leben fast beendete. Seine rechte Körperhälfte ließ es nicht mehr zu, wie in den Anfangstagen der Band ab dem Jahr 2000, den Bass zu spielen, deshalb sattelte er um und erlernte die Bedienung des Fender Rhodes Mark I Pianos, mit dem er fortan dem Sound der Band bereicherte.6936 Muggs Thierry Kopie
„Doc Mode“ vom ersten, 2005er Album „The Muggs“, eröffnete den Reigen des Liedguts, ein laut verzerrter, schreiender, bluesiger Classic Rocker. „Gonna Need My Help“ war aus dem gleichen Holz geschnitzt, „Slow Curve“ schrotete aus den Boxen, großer Applaus. Die Jungs waren sichtlich begeistert über die Publikumsreaktionen, das stachelte sie noch mehr an. Todd prügelte mit Wonne seine Jungs vor sich her, Tony ließ die linke Hand fliegen und Danny, mit buntem Seidenschal am Gitarrenhals, grinste und spielte und wieselte über die Bühne, immer in Interaktion mit dem Hörvolk.
Zwischendurch brachten das Trio auch mal ein bißchen Ruhe rein, mit dem rauhen Slow Blues „Sturm und Drang“. Mit dem Klassiker „Rattlesnake Shake“ entließen uns die Jungs aus „Motor City“ erschöpft und glücklich an ihren Merchstand. Ich kaufte mir dort ihre Doppel Live LP „Full Tilt“, die CD`s „Same, Born Ugly und One With The Show“ standen schon länger in meinem CD Regal.

Noch was zur „Full Tilt“ LP. Die bestellte ich am 08.01.13 bei ihrem Label vor, sie erschien dann im April. Das Label schickte die Platte am11.04.13 ab, die Post schellte bei mir am 08.06.13 an und brachte mir das Vinyl!!
Und wenn ich schon mal in der Merchgarage weilte, da schaute ich auch mal bei unserem Stand vorbei, den „Boris“ leitete, 6610 Merch Kopie und  bei Kozmic Kai und Bilocation Hannes in die LP Boxen.  Kozmic Artifactz und Bilocation Records luden ein zum LP- und CD Konsum Rausch an ihrem Verkaufsstand.

Ab 20 Uhr 50 standen fünf Herren, drei aus Schweden, zwei aus Norwegen, auf der Bühne, und luden mit bluesigem Rock und bierseligem Entertainment zum Fest. „Brutus“ sind für mich eine der versiertesten Bands in Sachen rockiger Blues oder bluesiger Rock der 1970er auf diesem Planeten, da geht der Pank ab, da fließt das Party Bier in Strömen, da schüttelt sich das Volk vor Begeisterung. „Brutus Is A Hellhound“ ist der Titel eines Songs aus ihrem Repertoire, der die Band am besten charakterisiert. 7039 Brutus Kopie 7030 Brutus KopieEin Song mit Tempowechseln, schmierigen, lauten Gitarren von Kim und Johan, die Rhythmusmaschine Knut-Ole und Christian ballert den Groove in die Maschen und Sänger „Jokke“ schmirgelt den Soul in den Rocker. Während ihres Auftritts erzählte sich „Jokke“ manchesmal um zig Ecken in den nächsten Song, dabei fing die Band zwei oder dreimal ohne ihren Vorturner an. Der „Swamp City Blues“ oder „Hypnotized“ standen auf ihrer Playliste, straighte Abgehrocker, bei denen du dich schütteln mußt, das geht gar nicht anders. Von ihrem im Juni 2013 erscheinenden Album „Behind The Mountains“ stellten sie auch einiges in den lauschigen Freitagabend.

In der nächsten Umbaupause, wir lagen sehr gut im Zeitplan, sozuschreiben bis hierhin sogar Zeitplan übererfüllt, unterhielt ich mich zum wiederholten Male mit unserem „Freak Valley“ Haus Photografen Falk. Er lebte lange in der Siegerländer Gegend, residiert aber seit einiger Zeit in London und verdient dort seinen Lebensunterhalt mit u.a. Konzert Photografie. Auch er war begeistert von der Atmosphäre, den vielen, netten Rock Menschen, der Musik, den Motiven.
Nun warteten wir beide auf den exklusiven und erstmaligen Auftritt von „Uncle Acid And The Deadbeats“ in Deutschland und der begann um Punkt 22 Uhr 20.
7063 Uncle Acid Kopie7056 Uncle Acid Kopie„I`ll Cut You Down“ sorgte nach dem Radio Intro mit seinem brachialen Groove für hundertfach geschüttelte und gerührte Mähnen und einpeitschende Armbewegungen im Hörvolk, eine Welle der Begeisterung trug die Band durch`s Siegerland. Nach dem schwer schleppenden „Mt. Abraxas“ musste ich mir aber nun doch eine kleine Auszeit nehmen. Ich war kaputt, die Knochen und Muskeln meldeten an manchen Körperstellen Alarm, das halbstündige Hinsetzen und Ruhen tat mir gut, der Akku wieder etwas geladen.
Ab der Singleauskoppelung „Poison Apple“ war ich wieder dabei. Und traf bei meinem Rundgang durch die Reihen der agil mitgehenden Freaks unseren Besuch aus den Niederlanden. Desiree vom Roadburn Festival war mit einer Freundin angereist und auch die beiden genossen sichtlich die familiäre, freundliche und musikalische Atmosphäre unseres Festivals.

Danach schlich ich wieder zur Bühne, zur finalen Ansage des zweiten Festivaltages, „Naam“ aus den USA schossen uns ab 0 Uhr mit ihrem heftigen Stoner-, Heavy-, Psychedelic und Space Rock in den bewölkten Nacht Himmel über Deuz und Netphen. Die vier Jungs aus Brooklyn/New York schafften es locker, die noch vorhandene Feiermeute bis um 01 Uhr 45 zu bewegen.
Gegen 02 Uhr 30 bewegte ich meinen Twingo wieder Richtung Pension Kühn und versank für leider nur vier Stunden ins Nirvana….

Gegen 09 Uhr am Samstag trafen wir „Rock Freaks“ uns wieder bei Kaffee und Brötchen auf dem Festivalgelände, besprachen einige kleine Vorkommnisse, die sich aber im Nachhinein als gut händelbar erwiesen. Wir waren mit dem bisherigen Ablauf zufrieden und glücklich.
Die vielen positiven Gespräche auf dem Gelände mit Besuchern und unseren Freunden aus nah und fern, die auch oft bei unseren Konzerten im Vortex in Siegen mit uns den Rock `N `Roll feiern, bestärkten und motivierten uns ungemein. Stellvertretend möchte ich die Herborner, die Kölner, die Iserlohner, die Leverkusener, die Bergischen, die Ostwestfalen und die Ruhris nennen. Danke!
Von Freaks, mit Freaks, für Freaks, das ist unsere Losung und kein leeres Versprechen.6991 Freaks Kopie6989 Freaks

„Alex“ aus Garmisch-Partenkirchen, einer unserer großartigen, freiwilligen Helfer, bekam an diesem Morgen noch einen Spezialauftrag. Er holte mit unserem Freakmobil die vier Jungs von „Causa Sui“ vom Düsseldorfer Flughafen ab.
„Viktor“ von 60 Minuten Berlin und seine Photografin „Julia“ liefen mir im Laufe des Tages auch öfter über die Füße, zusammen mit „DeeJay Sam“ und ihrem Mann interviewten sie Bands und Musiker am laufenden Band. U.a.“Orange Goblin, Bill von Bushfire, Ape Machine und Causa Sui“ saßen oder standen vor ihren Mikros und Linsen.

Um 13 Uhr posteten „Radar Men From The Moon“ aus den Niederlanden mit ihrem experimentellen, mitunter spacigen Post Rock etliche Ausrufungszeichen in das Festivalheft des letzten Tages. Mir war die Band bis dato unbekannt. Aber sehr beeindruckt erwarb ich nach ihrem Auftritt ihre beiden Tonträger in silber/CD und schwarzweißem Splatter/Vinyl.
„Wolverine Blues“ aus der Ukraine prügelten anschließend ihren brachialen Stoner Blues auf das Gelände und bei „Abrahma“ aus Frankreich versuchte ich mich, wie im ersten Teil schon angeschrieben, als Video Kamera Volker für Wah Wah TV. Ich war so in meine Filmversuche auf und hinter der Bühne versunken, das ich die Darbietung von „Abrahma“ an diesem Nachmittag nur visuell mitbekam. War aber nicht so schlimm, ich sah sie vor einigen Wochen im Vortex im Programm zusammen mit „Maserati und Wo Fat“.
Vor meinem nächsten Filmversuch bei „Nightstalker“freute ich mich ungemein auf die spanischen Psychedelic- und Space Rocker „Pyramidal „, die vier Rillen auf ihrer Doppel LP „Dawn In Space“ waren vom oftmaligen Anhören bei mir in den letzten Wochen buchstäblich ausgefräst.

Und die Jungs brannten ein Feuerwerk ab und nicht nur meine Person kriegte das Dauergrinsen während ihres Auftritts nicht mehr von den Backen. Miguel, mit Neu! T-Shirt, fegte über die Gitarrensaiten und programmierte Loops vom Synthesizer, Oscar und Miguel bearbeiteten ihrerseits auch die Sechs- und Viersaiter und Lluis trommelte alles nach vorne. Hie und da linste auch der Krautrock durch, besonders bei ihrem Oberknaller „Plastikleuten „, was für ein Ritt durch die Galaxis.
„Stoned Jesus“ aus der Ukraine kämpften danach mit etlichen, technischen Problemen.7109 Stoned Jesus Kopie Die Gitarre und die Kabel und der Verstärker von Igor spielten leider sehr oft nicht mit, so das leider kein richtiger Fluß durch ihre Darbietung floß. Ihre rote Single „Electric Mistress“ flog während des Gigs aus den Händen von Igor ins Publikum und der störungsfreie Titel „I`m The Mountain“ versöhnte ein wenig. Nachher beim Essen im Backstagebereich konnten Igor, Sid und Vadim schon wieder herzlich lachen.
Von der Bühne, vor „Ape Machine“, informierte die Leiterin der AWo Werkstätten Siegen-Wittgenstein, Frau Graf, die Feiermeute mit einigen Worten über die Arbeit in den Behinderten Werkstätten, freute sich über das Festival und sprach anschließend den Auftritt der Heavy Rock`n`Roller aus Portland/Oregon aus.

Ich machte eine große Pause mit Abendessen und erschien erst wieder vor dem Gig von „The Machine“ aus den Niederlanden. „David, Davy und Hans“ aus der Nähe von Rotterdam sind mit ihren bisher erschienen vier Tonträgern plus einer Split LP mit „Sungrazer“ und zahlreichen, fulminanten Liveauftritten in unserer Musikszene ein Highlight. Ich hab in den letzten Jahren acht ihrer Konzerte erlebt. Diese lebten auf mit feinen, filigranen, derben und dröhnenden Saitenhieben von David. Der meistens auf Socken spielende Bassist Hans und Schlagzeuger Davy rollten derweil die höllischen und bollernden Grooves in die bis zu 20 minütigen Gassenhauer ihres psychedelischen Rocks. „First Unique Prime“ ist so ein Liveknaller, auch heute abend, nach dem Motto: Erst fängt es ganz langsam an, aber dann, aber dann, bricht es über dich herein. Der Groovestärkeregler wandert von der eins bis gegen unendlich, die Gitarrenwände werden im Laufe des Stückes immer steiler, schroffer und rauher und zusammen mit Bass und Drums ist dieser Song einer für die Ewigkeit und Jimi lacht dazu vom Regenbogen. Zusammen mit der Lightshow von „Marco Menzer“ sorgt dieser Song für mich für einen Höhepunkt bei unserem Fest. Die Playliste: „AWE, Scooch, First Unique Prime, 5 & 4, Solar Corona, Kneiter, Not Only, Chrysalis“!

„Orange Goblin“ hauten anschließend für 90 Minuten in fast allen Belangen den Lukas. 7120 Orange Goblin KopieDer Funkturmgroße und sehr sympathische Sänger „Ben Ward“ (ich konnte das Interview mit ihm im Backstagebereich einige Zeit verfolgen) und seine Jungs hatten die große Meute vor der Bühne mit ihrem metallischen Sound vollständig im Griff und zogen trotz getragener Jeans gewaltig vom Leder. Zu Ehren des vor einigen Tagen verstorbenen „Slayer“ Gitarristen „Jeff Hannemann“ stimmten sie in ihrem Set „They Come Back“ an. 90 Minuten donnerte der Heavy Metal ins Areal, die Goblin Heads schüttelten ihre Mähnen und irgendwie war keinem mehr kalt.

Auf die letzte Band unseres „Freak Valley Festivals“ warteten etliche Freaks und ich gespannt und gebannt, die dänischen Acid-, Psych- und Kraut- Rocker  „Causa Sui“ luden  zu einem ihrer sehr raren Auftritte in den letzten Jahren ein, dank der monatelangen Hartnäckigkeit unseres Bookers „Jens“. 7133 Causa Sui Playliste Kopie 7139 Causa Kopie7136 Causa Sui KopieUnd zusammen mit der „Marco Menzer“ Lightshow wurde es der krönende und freakige Abschluß unseres Festes. Jakob Scøtt, Jonas Munk, Rasmus Rasmussen und Jess Karr machten mit uns, was sie wollten. Wir starteten und schwebten übers Siegerland, in weich fließendem Gleitflug, aber auch mit elektronischen und gitarristischen Turbulenzen noch und nöcher, sie schossen uns ins All und landeten weich mit uns auf dem Rasen, was für eine geile Musikorgie zum Abschluß, nicht nur  ich war hin und weg.
Zum Schluß möchte ich meinen Dank ausschreiben: Den Arbeitenden und unseren Gästen. Und ich entschuldige mich bei allen, die ich vergessen habe.
Und leider konnte ich nicht allen Bands aus diesen und jenen Gründen folgen.
Danke für die Teilhabe an etwas Großartigem….(Volker)

Freak Valley Festival 2013 Teil 1

Freak Valley Festival 2012

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